"Schnee in Düsseldorf, wie geht das?"

Schnee in Düsseldorf, wie geht das?

Düsseldorf hat Ende Oktober eine Schneewahrscheinlichkeit von 100%. Am Düsseldorfer Rheinufer präparieren die Schneespezialisten aus der Skihalle in Neuss aus 3.000 Kubikmetern Schnee die Weltcupstrecke. Aber wie wird der Schnee produziert, und warum schmilzt er am Weltcup-Wochenende nicht?

Die Antwort auf diese Fragen führt von der Düsseldorfer Altstadt über den Rhein und ein paar Kilometer weiter bis nach Neuss. Seit Januar 2001 steht hier mit der JEVER SKIHALLE Neuss die erste Skihalle Deutschlands. Hier wurde auch der FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf erfunden. Zusammen mit den Veranstaltungspartnern westdeutscher skiverband e.v. und Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH organisiert Skihallenbetreiber allrounder auch 2007 den FIS Skilanglauf Weltcup Düsseldorf. In der Skihalle laufen nicht nur die Fäden für die gesamte Organisation zusammen - auch der Schnee kommt von hier.

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Präparierung
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Aus Trinkwasser wird Pulverschnee
Der Weg des Weltcup-Schnees beginnt in 14 Metern Höhe. So hoch hängen nämlich die Schneekanonen unter dem Dach der Skihalle. Es sind insgesamt zwölf Schneekanonen, durch deren Düsen reines Trinkwasser ohne chemische oder sonstige Zusätze durch Druckluft zu feinem Nebel zerstäubt wird. Der so mit eiskalter Luft und vorgekühltem Wasser produzierte kalte Nebel kristallisiert auf dem Weg von der Decke bis zum Hallenboden - in Verbindung mit der Hallenluft von -4 Grad - zu feinstem Schnee. Unten angekommen und zur Piste geformt hat der Schnee dann eine Temperatur von bis zu -17 Grad - das garantiert die optimale Konsistenz von echtem Pulverschnee.

Schneeberge in der Skihalle
Etwa 100 Tage vor dem FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf wird die Intensität der Beschneiung in der Skihalle erhöht. Nach einer durchschneiten Nacht, wenn die Pistentechniker die Abfahrt der Skihalle für die Besucher präparieren, werden stets einige Zentimeter Schnee im "Tal" zusammengetragen. Kurz vor dem Weltcup entsteht so im unteren Bereich der Halle ein Schneeberg von mehreren Metern Höhe.

Der Schneetransport nach Düsseldorf
Der Transport des "weißen Goldes" in die Düsseldorfer Altstadt ist organisatorisch der anspruchsvollste Teil für den Aufbau der Langlaufstrecke. Durch die Pistenbully-Einfahrt der Skihalle, die nur halb so breit ist wie ein Fußballtor, wird der Schnee aus der Skihalle nach draußen gefahren, um dort auf LKW verladen zu werden. Hier liegt das Nadelöhr, denn die Pistenbully-Garage ist schmal, und tagsüber wird auf der Piste natürlich Ski gefahren. Fünf LKW pendeln ab Donnerstag, den 25. Oktober, auf dem kurzen Weg zwischen Düsseldorfer Rheinufer und der Neusser Skihalle. Zum Einsatz kommen neueste LKW mit modernster Abgastechnologie, die in diesem Jahr zudem erstmals komplett mit Biodiesel betankt werden - gut für die CO2-Bilanz.
Die. 3.000 Kubikmeter Schnee entstehen aus rund 1.500 Kubikmetern Wasser - soviel Wasser wie ein normales 50-Meter Schwimmbecken fasst. Die Ankunft des ersten Schnees am Rheinufer am Donnerstag (25.10.) um 14:30 Uhr, ist der inoffizielle Auftakt für das Snow Event und den FIS Skilanglauf Weltcup.

Ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem für die Weltcupstrecke
Speziell für den FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf haben die Pistentechniker der JEVER SKIHALLE Neuss mit ihrem Chef Peter Promegger ein spezielles Entwässerungssystem entwickelt, dass auch bei ungünstigen Wetterverhältnissen die Bildung von Pfützen auf der Rennstrecke verhindert. Dazu werden gelochte Spezial-Matten ausgelegt, die dann mit Schnee bedeckt werden. Die Löcher in den Matten sorgen dafür, dass im Falle hoher Temperaturen das Schmelzwasser unter der Schneedecke abfließen kann. Ohne diese Vorkehrung würde das Wasser weiteren Schnee zum Schmelzen bringen. Die Strecke bleibt somit auch bei der Entstehung von Schmelzwasser in optimalem Zustand.

Know-how für eine perfekte Strecke
Wenn der Schnee die Neusser Skihalle verlässt, hat er eine Temperatur von etwa -10 bis -14 Grad. Aufgrund der Temperatur, seiner feinen Struktur und einer sehr hohen Verdichtung nach der Präparation, isoliert sich der Schnee sehr gut selbst. Die Menge des Schnees, der zu einer 30 Zentimeter hohen Schneedecke komprimiert wird, begünstigt diesen Effekt: Der Schnee schmilzt auch bei warmem Wetter nur langsam. Der Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf gehört damit zu den schneesichersten Veranstaltungsorten des Weltcup-Winters. Nicht alle Austragungsorte können eine so hohe Schneesicherheit garantieren, wie das Jahr 2004 zum Beispiel zeigte: Hier musste der zweite Weltcup nach Düsseldorf in Östersund (Schweden) kurzfristig nach Gällivare, dicht an den Polarkreis, verlegt werden, weil in Östersund kein Schnee lag. "Die Schneesicherheit in Düsseldorf ist so hoch, dass wir - anders als sonst üblich - im Veranstaltungsvertrag mit der FIS keinen schneesicheren Ausweichort benennen mussten" sagt August Pollen, Organisationsleiter des FIS Skilanglauf Weltcups in Düsseldorf. Wenn in Düsseldorf die Strecke fertig ist und die Rennen gestartet sind, verfolgen die Pistentechniker und Skilehrer gespannt, welche Athleten siegen - und wie sich die Sportler und Trainer danach über die Qualität der Strecke äußern. Anerkennendes Lob für die Qualität der Strecke vom deutschen Bundestrainer Jochen Behle und von den internationalen Athleten ist ein großartiger Lohn für viele Tage und vor allem Nächte harter Arbeit. Dafür gab es dann auch großes Lob vom Bundestrainer Skilanglauf, Jochen Behle: "Die Unterlage war fast noch besser, als ich sie noch in den letzten Jahren gesehen habe: Sehr kompakt, sehr fest. Es hat fast keine weichen Stellen gegeben - das haben auch die Sportler durchweg gesagt".

Was geschieht mit dem Schnee nach dem Weltcup?
Wenn die Skilanglauf Weltcuprennen und das Snow Event am Sonntagabend beendet sind, wird der Schnee an einer Stelle am Rheinufer zusammengetragen, damit er dort abtauen kann. Das Schmelzwasser, das dabei in den Rhein abfließt, ist völlig frei von chemischen Zusätzen, denn der Schnee besteht ausschließlich aus reinem Trinkwasser. Der Abtauprozess wird durch "Umpflügen" des Schnees unterstützt, da die feste Schneedecke sonst über mehrere Tage liegen bleiben würde.

Mehr Infos unter www.worldcup-duesseldorf.de



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