Künzel als Fünfte beste Deutsche
Trotz Regen: Super Stimmung an der perfekt präparierten Strecke
Echte Sportfans lassen sich auch von schlechtem Wetter nicht die Laune vermiesen: Beim FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf sorgte das Publikum trotz Nieselregens am Samstag und relativ frühem Rennbeginn an beiden Tagen für super Stimmung an der Strecke. Als am Sonntag das Wetter trocken blieb, steigerte sich die Stimmung nochmals. Besonders frenetisch wurden die deutschen Athletinnen und Athleten angefeuert, aber auch die internationalen Stars bekamen reichlich Beifall. ?Die Atmosphäre hier ist toll. Ich finde es sehr gut, dass man zu den Leuten geht und unseren Sport präsentiert?, meinte etwa die Finnin Aino Kaisa Saarinen, die im Einzelwettbewerb Platz zwei belegte. Und Staffel-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle fand: ?Das Publikum hat uns wieder super angefeuert. Das ist typisch Düsseldorf.? Insgesamt kamen von Freitag bis Sonntag 80.000 Zuschauer zum Snow Event.
Düsseldorf ein ?ganz normaler? Weltcup
?Wir sind sehr glücklich darüber, dass das, was vor vier Jahren in der Skihalle Neuss als verrückte Idee entstanden ist, von den Rennbedingungen her mittlerweile ein ganz normaler Wettkampf ist. Düsseldorf steht selbstverständlich mit Orten wie Oslo, Oberstdorf und Davos im Weltcupkalender. Der Skiweltcup in Düsseldorf ist mittlerweile etabliert ? und doch immer etwas Besonderes?, sagte August Pollen, Leiter des Organisationskomitees der Veranstalter JEVER SKIHALLE Neuss, westdeutscher skiverband e.v. (wsv) und Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH (DMT).
Winterdorf lockte mit zahlreichen Attraktionen
Auch abseits der Strecke tummelten sich die Wintersportfans: Das SalzburgerLand hatte extra für das Weltcupwochenende ein Winterdorf aus österreichischen Almhütten aufgebaut, in denen sich die Gäste mit kulinarischen Spezialitäten wie ?Kasnocken?, ?Grammlschmalzbrot? und Bauernschnaps verwöhnen lassen oder sich über verschiedene Urlaubsregionen informieren konnten. Das umfangreiche Kinder- und Familienprogramm auf Burgplatz und Marktplatz ließ bei Groß und Klein ebenfalls keine Wünsche offen. Bei traditioneller Musik, fetzigen Après-Ski-Hits und Live-Acts unter anderem von Monkey Circus, Bertl Gensbichlers Skilehrer Musi, Robin and the millenium Sisters und Jörg Bausch auf der Bühne feierten die Rheinländer den Einzug des Winters in Düsseldorf. Die Jüngsten fanden besonders an der erstmals aufgebauten Tubingbahn und dem Skikarussell Gefallen.
Kostenloser Eintritt dank zahlreicher Sponsoren
Dank des großen Engagements zahlreicher Sponsoren und Partner mussten die Zuschauer auch beim Snow Event 2005 keinen Eintritt zahlen. Als Hauptsponsoren ermöglichten in diesem Jahr das Düsseldorfer Unternehmen ARAG, SalzburgerLand Tourismus sowie allrounder (Besitzer und Betreiber der JEVER SKIHALLE Neuss) das Wintersportspektakel. Auch E.ON Ruhrgas, Europcar, BASE, PCC Energie GmbH, LTU, Arcor/ISIS, die Privatbrauerei Bolten und aus dem Medienbereich Das Erste, WDR2 und die Rheinische Post unterstützten die Großveranstaltung.
Vorjahressieger verteidigen Titel erfolgreich
Sportlich gesehen blieben die Norwegerin Marit Bjoergen und Peter Larsson aus Schweden in Düsseldorf das Maß aller Dinge. Während die 25 Jahre alte Sprint-Weltcup-Gewinnerin ihren dritten Sieg in Düsseldorf nach 2002 und 2004 im Einzelwettbewerb verbuchte, durfte sich Larsson bereits zum vierten Mal als Gewinner des Saisonauftakts am Rheinufer feiern lassen. Staffel-Olympiasiegerin Claudia Künzel ließ im B-Finale die Konkurrenz hinter sich und belegte als beste Deutsche den guten fünften Platz. Am Sonntag siegte Bjoergen zudem noch im Teamsprint gemeinsam mit der 40 Jahre alten ?Grand Dame? Hilde G. Pedersen.
Pech für deutsche Duos im Teamsprint
Deutschlands Spitzen-Duo Evi Sachenbacher-Stehle/Claudia Künzel hatte im Teamsprint gleich dreifach Pech: In der ersten Runde verlor Sachenbacher-Stehle zunächst einen Stock und stürzte zudem wenig später. Auch Künzel musste auf einer Runde kurzzeitig in den Schnee greifen. ?Da war von vorne bis hinten der Wurm drin. Wir waren eh noch gut für das, was war. Mit zwei Stürzen und einer Runde mit nur einem Stock kann man im Sprint nicht vorne mitlaufen?, sagte Sachenbacher-Stehle. Bei den Herren verpassten die Staffel-Vizeweltmeister Jens Filbrich und Tobias Angerer im Teamsprint als Vierte nur knapp einen Podestplatz. Auch Toni Lang und René Sommerfeldt auf Rang fünf boten zu Beginn der Olympia-Saison eine prima Leistung, so dass Bundestrainer Jochen Behle insgesamt ein positives Fazit vom Weltcupwochenende in Düsseldorf zog: ?Im Großen und Ganzen müssen wir zufrieden sein. Ganz so haben wir uns die Ergebnisse zwar nicht vorgestellt, denn wir wollten auf`s Podest. Aber die Herren haben es nur ganz knapp verpasst, und Claudia und Evi haben sich hervorragend verkauft?, sagte Behle.
?Schnee-Chef? Promegger trotzte dem Regen
Trotz schwieriger Wetterbedingungen am Samstag und in der Nacht zu Sonntag sorgte ?Schnee-Chef? Peter Promegger aus der JEVER SKIHALLE Neuss wieder mit seinem Team für optimale Bedingungen auf der Strecke. Wegen des Regens wurde mit der Präparierung der Strecke für Sonntag so spät wie möglich begonnen. ?So viel Regen wie heute Nacht, das haben wir noch nie erlebt. Das ist unglaublich?, meinte der Österreicher. Am Sonntagmorgen war ?Herr Holle? aufgrund der zahlreichen Überstunden zwar müde, aber zufrieden: ?Die Piste ist gut, die Läufer haben die Strecke gelobt?, sagte Promegger. Das bestätigte auch Ex-Skilanglauf-Profi Peter Schlickenrieder: ?Die Läufer sind mit der Strecke super-zufrieden. Sie sind begeistert, dass die Piste trotz der schlechten Bedingungen während der Präparierung in der Nacht so schnell ist?, sagte der Olympia-Zweite im Sprint von Salt Lake City 2002. Schlickenrieder war als ARD-Langlauf-Experte vor Ort.
5000 Kubikmeter Schnee und über 400 Helfer
Die JEVER SKIHALLE Neuss hatte seit August insgesamt 5000 Kubikmeter Schnee eigens für das Weltcup-Wochenende produziert und ab Donnerstag in rund 180 LKW-Ladungen ins benachbarte Düsseldorf gebracht. Allein in der Nacht zum Sonntag wurden rund 1500 Kubikmeter ? 1000 Kubikmeter mehr als ursprünglich geplant - des ?weißen Goldes? angeliefert, welches in der Skihalle aus echtem Trinkwasser ohne chemische oder sonstige Zusätze hergestellt wird. ?Das Wetter war eine echte Herausforderung. Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit der Pistentechniker und Skilehrer aus der Skihalle Neuss, die mit den vielen Mitarbeitern vom westdeutschen skiverband, dem Deutschen Skiverband und der Stadt Düsseldorf ein tolles Team waren?, sagte Johannes Janz, Geschäftsführer des Veranstalters allrounder. Insgesamt waren über 400 Mitarbeiter im Einsatz.
Unter der sportlichen Leitung von der Dieter Buschbeck, Koordinator Leistungssport im wsv, trugen über 100 Mitglieder aus dem wsv und den Skivereinen zum Erfolg der Veranstaltung bei und sorgten für den professionellen Ablauf der sportlichen Veranstaltung. Die vielen Helfer vom SK Bayer Uerdingen, SK Düsseldorf, SV Lützel und SK Meinerzhagen waren als Kampfrichter und Streckenarbeiter im Einsatz. Zu dem betreuten sie die Athleten und Funktionäre am Flughafen und in den Hotels. ?Ich bin zum ersten Mal beim World Cup in Düsseldorf dabei und bin beeindruckt! Mit einer solchen Begeisterung und Stimmung hätte ich nicht gerechnet. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei den Mitveranstaltern für die professionelle Zusammenarbeit und natürlich bei den vielen Helfern des wsv und seiner Skivereine die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben?, äußerte sich Matthias Birkenholz, Präsident des westdeutschen skiverbandes.
Teilnehmerrekord: 130 Athleten aus 24 Nationen
Mit 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 24 Nationen gingen so viele Athlet(inn)en an den Start wie niemals in Düsseldorf zuvor. Die weiteste Anreise hatten die drei Starter/innen aus Australien. Aber auch für die Delegationen aus Kanada, China oder Südafrika war die Reise ins Rheinland nicht gerade ein ?Katzensprung?.
Larsson siegt nur in Düsseldorf
Peter Larsson scheint der Schnee in Düsseldorf besonders zu liegen: Außer ihm schaffte es seit der Premiere des Skilanglauf Weltcups in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt im Jahr 2002 kein anderer Athlet im Einzelsprint auf das oberste Treppchen. Kurios ist, dass der 26-Jährige bislang nirgendwo anders einen Weltcupsieg verbuchte. ?Ich weiß auch nicht, warum. Mein Ziel für diese Saison ist, ein weiteres Rennen zu gewinnen?, sagte Larsson, der in Düsseldorf mittlerweile viele Fans hat. Im Finale setzte sich der Schwede im Foto-Finish gegen Sprint-Weltcup-Gewinner Tor Arne Hetland (Norwegen) durch. Larssons Landsmann Thobias Fredriksson wurde Dritter. Bei den Damen belegte die Finnin Aino Kaisa Saarinen Rang zwei vor der erst 19 Jahre alten Russin Natalia Matveeva. Matveeva lief außerdem im Teamsprint zusammen mit Alena Sidko auf Platz drei. Zweite wurden Ella Gjoemle/Guro Stroem Solli aus Norwegen. Im Herrenwettbewerb siegten Trond Iversen/Johan Kjoelstad (Norwegen) vor Thobias Fredriksson/Bjoern Lind (Schweden) und Eldar Roenning/Tor Arne Hetland (Norwegen). Fredriksson und Hetland kamen damit ebenso wie Bjoergen und Matveeva sowohl im Einzel- als auch im Teamsprint unter die besten Drei.
Mit Schlittschuhen über den Schnee
Neu entwickelte Startgates kamen beim FIS Skilanglauf Weltcup in Düsseldorf nicht wie zunächst geplant zum Einsatz, dafür konnten die Zuschauer eine andere Weltcuppremiere bestaunen: Der Schwede Mikael Oestberg trat erstmals zu einem Weltcuprennen mit ?Schlittschuhen? an. Der 28-Jährige hat auf seinen Langlaufski statt eines gewöhnlichen Langlaufschuhs einen Eisschnelllaufschuh ohne Kufen befestigt. Dieses Schuh-Ski-System soll eine bessere Kraftübertragung als ein normaler Langlaufschuh gewährleisten. Bei seinem ersten Start mit der technischen Neuerung erreichte Oestberg den für ihn guten achten Rang.









