"Feuervogel" Zsolt Erdei hat sich bei seinem Höhenflug auch von "Bronx Bomber" Danny Santiago nicht aufhalten lassen. Erdei verteidigte seinen WBO-Titel im Halbschwergewicht in Düsseldorf durch technischen K.o. in der achten Runde. 4200 Zuschauer bejubelten die souveräne Vorstellung des alten und neuen Weltmeisters bei der "Universum Champions Night" im Burgwächter Castello.
Zum siebten Mal verteidigte der 32 Jahre alte Erdei seinen im Januar 2004 gewonnenen WBO-Titel. Der ein Jahr ältere New Yorker Santiago, der mittlerweile in Ocala im US-Bundesstaat Florida lebt, blieb in seinem ersten WM-Kampf chancenlos. Zu schnell war der ungarische Weltmeister. Immer wieder schlug die linke Führungshand an Santiagos Kopf ein. In der zweiten Runde der erste Niederschlag: Erdei schickte Santiago mit einem linken Haken zu Boden. Der Schützling von Trainer Fritz Sdunek, der zuletzt im Juli 2006 seinen Stallgefährten Thomas Ulrich nach Punkten besiegt hatte, musste jedoch bis zur achten Runde warten, ehe sein Sieg feststand. Mit einer Links-Rechts-Kombination schlug er Santiago zum zweiten Mal zu Boden. Ringrichter Genaro Rodriguez zählte den Amerikaner an, gab den Kampf jedoch noch einmal frei. Nach weiteren Treffern Erdeis brach Rodriguez das WM-Duell nach 2:56 Minuten der achten Runde ab.
"Feuervogel" Erdei gelang im Burgwächter Castello der 26. Sieg im 26. Kampf, der 16. durch K.o. Danny Santiago musste im 33. Kampf die dritte Niederlage einstecken.
Aus der Interims-Weltmeisterin ist eine richtige Weltmeisterin geworden. Julia Sahin entthronte in Düsseldorf die Russin Anastasia Toktaulova, WIBF-Weltmeisterin im Junior-Fliegengewicht. Die 32 Jahre alte Kölnerin Sahin, Interims-Weltmeisterin der WIBF seit April 2006, siegte einstimmig über zehn Runden nach Punkten.
Sahin nahm der drei Jahre jüngeren Toktaulova gleich bei ihrer ersten Titelverteidigung den WM-Gürtel ab. Die Boxerin aus Moskau hatte den WM-Titel im Oktober 2005 in Ungarn gewonnen. Sahin hatte für ihren WM-Kampf extra vier Wochen Sonderurlaub von ihrem Arbeitgeber, den Kölner Verkehrs-Betrieben, bekommen. Und der zahlte sich aus. Konditionell bärenstark konterte Sahin die nach vorne marschierende Toktaulova immer wieder ab. Die Kölnerin landete die klareren Treffer, auch wenn die Weltmeisterin bis zum Schluss gefährlich blieb. Ein ums andere Mal brachte Universum-Boxerin Sahin den rechten Aufwärtshaken ins Ziel. Schrecksekunde in der achten Runde: nach einer Rechten Toktaulovas musste Sahin kurz zu Boden und von Ringrichter Daniel van de Wiele angezählt werden.
Nach zehn Runden stimmten die drei Punktrichter mit Wertungen von 96:93, 97:93 und 95:94 einstimmig für die neue Weltmeisterin Julia Sahin. Die ungeschlagene Kölnerin konnte sich somit im 17. Profikampf die WM-Krone aufsetzen.
Karoly Balzsay gelang im Burgwächter Castello der bislang größte Sieg seiner Karriere. Den erfahrenen südafrikanischen Meister Soon Botes schlug der Ungar spektakulär in der zweiten Runde K.o. Der 33 Jahre alte Botes hatte in seinem letzten Kampf Ex-Weltmeister Dingaan Thobela bezwungen, auch mit den ehemaligen Champions Anthony Mundine und Robin Reid hatte der Südafrikaner bereits im Ring gestanden. Supertalent Balzsay ließ ihm jedoch keine Chance. Der 27 Jahre alte Supermittelgewichtler boxte Botes aus, schickte ihn in der zweiten Runde mit einem krachenden rechten Haken schwer zu Boden. Botes rappelte sich noch einmal auf. Nach einem rechten Jab zum Kinn musste er jedoch abermals in den Ringstaub. Ringrichter Heinrich Mühmert zählte Botes aus.
Rechtsausleger Balzsay durfte somit seinen 16. Sieg im 16. Kampf bejubeln, den elften durch K.o. Botes verlor zum elften Mal im 37. Kampf.
Denis Boytsov geht nicht gerne mit seinen Gegnern über die Runden. Der K.o.-König macht lieber kurzen Prozess. Auch der Südafrikaner Sam Ubokane, Gegner des WBC-Junioren-Weltmeisters in Düsseldorf, hörte den Schlussgong nicht. Der 20 Jahre alte Boytsov schickte Ubokane gleich in der ersten Runde zu Boden. Nach dem zweiten Niederschlag in der gleichen Runde war Schluss: Ringrichter Arno Pokrandt zählte Ubokane nach einer schweren Rechten Boytsovs aus. Somit war der in Hamburg lebende Russe sogar noch schneller als der ehemalige Weltmeister Henry Akinwande. Akinwande hatte 2002 sieben Runden benötigt, um Ubokane zu bezwingen. Boytsovs schneller K.o. von Düsseldorf: sein 17. Sieg im 17. Kampf, der 16.durch K.o. Ubokane musste die achte Niederlage im 19. Kampf einstecken.
Auch der Ungar Zoltan Kallai konnte spotlight-Talent Eduard Gutknechtnicht bezwingen. Supermittelgewichtler Gutknecht setzte sich gegen den erfahrenen Kallai durch K.o. in der vierten Runde durch. Der 24 Jahre alte Gifhorner war einfach zu schnell für Kallai, traf immer wieder mit Schlag-Kombinationen aus der Distanz. In der vierten Runde zählte Ringrichter Heinrich Mühmert den Ungarn Kallai aus. Gutknecht blieb somit auch in seinem fünften Kampf ungeschlagen.
Leichtes Spiel hatte Halbschwergewichtler Aleksy Kuziemski mit dem Tschechen Roman Vanicky. Der 29 Jahre alte Rechtsausleger Kuziemsky boxte Vanicky aus, ließ ihn acht Runden lang nie in den Kampf kommen. Die drei Punktrichter stimmten mit Wertungen von dreimal 80:72 einstimmig für den nun in zehn Kämpfen ungeschlagenen Kuziemski. Der in Hamburg lebende Pole gewann somit jede Runde.
Sieg Nummer drei für Zsolt Bedak. Der 23 Jahre alte Ungar von spotlight boxing besiegte in Düsseldorf den Esten Sergey Tasimov klar nach Punkten. Superbantamgewichtler Bedak beherrschte seinen Gegner von Beginn an. Der Schützling von Trainer Conni Mittermeier boxte seinen Gegner über sechs Runden locker aus. Auf den Zetteln der drei Punktrichter gewann Bedak bei Wertungen von dreimal 60:54 jede Runde. Der dritte Sieg im dritten Profikampf für das große Talent aus Budapest.
Charlie Jose Navarro aus Venezuela setzte sich im Weltergewicht gegen den Russen Albert Starikov durch. Navarro siegte einstimmig über sechs Runden nach Punkten.
Der ungeschlagene Venezolaner Nehomar Cermeno bezwang Ravil Mukhamadiarov aus Russland im Bantamgewicht einstimmig über sechs Runden nach Punkten.
Superleichtgewichtler Selcuk Aydin besiegte den Letten Denis Alekseevs durch technischen K.o. in der zweiten Runde.










