In Abwesenheit der Olympiasieger aus Russland dominierten die Italienerinnen das Turnier und verwiesen die Gruppen aus Bulgarien und Weissrussland auf die Plätze. In erneut guter Verfassung präsentierte sich die deutsche Gruppe, die vor allem mit Reifen / Keulen (Platz 5) zu überzeugen wusste.
Finale Übung mit 5 Bändern
Die fünf Mädchen aus Italien zeigten eine fast perfekte Übung mit einer überzeugenden Choreographie zur Musik aus dem Film "Der Fluch der Karibik". Die Gruppe aus Bulgarien erreichte trotz Fehler eine Wertung über fünfzehn Punkte und belegte damit den zweiten Platz und verwies die Gruppen aus Weissrussland, der Schweiz und Spanien auf die Plätze.
Das fachkundige Publikum in der fast voll besetzten Philipshalle in Düsseldorf würdigte vor allem die Vorträge der Gruppen aus Italien, Spanien und natürlich der deutschen Nationalmannschaft, die leider kleine Unsicherheiten zeigte.
Finale mit 3 Reifen / 2 Paar Keulen
Das Finale mit drei Reifen und vier Keulen des "Henkel Rhythmic Gymnastics World Cup" in Düsseldorf wurde von der Gruppe aus Italien dominiert, die die Konkurrenz aus Weissrussland und Bulgarien auf die Plätze verwies.
Die Italienerinnen zeigten eine spektakuläre Choreographie, mit einem Sprung durch einen freien, geworfenen Reifen, zu einer dramatischen Musik und gewannen mit deutlichem Vorsprung. Auch die Gruppe aus Weissrussland zeigte einen fehlerfreien, originellen Vortrag. Auf den weiteren Plätzen folgten Bulgarien, Spanien und die Schweiz.
Die deutsche Gruppe zeigten eine überzeugende Übung mit Reifen und Keulen und begeisterten wie schon mit den Bändern das Publikum in der Philipshalle.
sportAgentur will Rhythmische Sportgymnastik aufbauen
„Wir haben hier fantastische Leistungen gesehen. Insbesondere von der deutschen Mannschaft bin ich positiv überrascht gewesen. Auch deren Ideen im Showprogramm waren klasse. Wir möchten versuchen diese tolle Sportart aufzubauen und dieses Event immer wieder durchführen“, sagte Alexander Leibkind, Geschäftsführer der sportAgentur Düsseldorf, die den Henkel Rhythmic Gymnastics World Cup gemeinsam mit dem RTB ausgerichtet hatte. „Wir hatten bereits im Vorfeld großen Spaß bei vielen witzigen Promotion-Aktionen“, so Leibkind.
Zacharias wünscht Etablierung
„Das war ein toller Wettkampf und eine prima Atmosphäre. Ich wünsche mir, dass wir diesen Weltcup hier etablieren“, sagte Hans-Jürgen Zacharias, Präsident des Rheinischen Turnerbundes (RTB) bei der Abschluss-Pressekonferenz.
Italien gewinnt auch Ehrenpreis
Die Italienerinnen haben auch den von Hauptsponsor Henkel gestifteten Ehrenpreis für die beste Showvorführung gewonnen. Damit fliegen die Südeuropäerinnen mit insgesamt drei Siegen zurück in ihre Heimat.
Als „gelungenen WM-Test“ bezeichnete Cheftrainerin Livia Medilanski den Auftritt der deutschen Mädchen in Düsseldorf, sie schränkte aber ein: „Wir haben noch viel zu trainieren für die WM. Aber wir wissen, wo die kleinen Schwächen sind und können daran arbeiten. Solche Turniere wie dieses sind eine gute Möglichkeit, sich zu verbessern. Jeder Wettkampf ist ein großes Geschenk“, sagte Medilanski.
Ingildeeva immer noch mit Verletzungssorgen
Auch wenn sie nach langer Verletzungspause wieder auf die Wettkampffläche zurückgekehrt ist, sind Lisa Ingildeevas Hüftprobleme immer noch nicht vollständig verschwunden. „Ich fahre auf jeden Fall zur WM, aber ich bin immer noch verletzt“, sagte die 16 Jahre alte mehrfache Deutsche Meisterin in Düsseldorf. Dort bereicherte sie mit ihren Übungen mit dem Band und dem Ball das Rahmenprogramm des Henkel Rhythmic Gymnastics World Cup.
Beim Berlin Masters am vergangenen Wochenende hatte sich die derzeit beste deutsche Einzelgymnastin das Ticket für die WM Anfang Oktober gesichert, nachdem sie zuvor vier Monate keine Wettkämpfe turnen konnte.
Neuseeland kämpft auch ohne Musik
Bis zur letzten Übung hatte es beim Henkel Rhythmic Gymnastics World Cup keine größeren Pannen gegeben. Dann aber fiel bei der Übung der Neuseeländerinnen mit 3 Reifen/2 Keulen nach ca. zehn Sekunden die Musik aus – Laut Reglement müssen die Gymnastinnen ihre Übung zuende turnen, sobald sich ein Mädchen bewegt hat. Das taten sie souverän, und das Publikum in der Philipshalle belohnte die Leistung der Neuseeländerinnen mit dem stärksten Applaus am Finaltag.
Die Oberkampfrichterin entschied, dass die Gruppe nach einer kurzen Erholungspause noch einmal auftreten durfte. Das Ergebnis: Die Neuseeländerinnen zeigten eine fehlerfreie Übung – die beste von allen, die sie beim Henkel Rhythmic Gymnastics World Cup vorgeführt hatten.
Event-Botschafterin Brzeska: „Fühle mich geehrt“
„Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, als man mich gefragt hat, ob ich Botschafterin des Henkel Rhythmic Gymnastics World Cup werden möchte“ – Obwohl sie 1997 nach den Weltmeisterschaften in Berlin ihre aktive Karriere beendete, ist die frühere Spitzen-Gymnastin Magdalena Brzeska auch heute noch in „ihrer Sportart“ aktiv. So beispielsweise als Event-Botschafterin und prominente Werbefigur beim Henkel Rhythmic Gymnastics World Cup.
Im Vorfeld des Weltpokalturniers für Gruppen in Düsseldorf demonstrierte die mittlerweile zweifache Mutter bei zahlreichen Promotion-Aktionen, dass sie noch nichts verlernt hat, und zog auf vielfältige Art und Weise die Aufmerksamkeit auf sich und den World Cup.
„Ich unterstützte sehr gerne Gymnastikevents, denn ich habe für die Gymnastik gelebt und 20 Jahre für den Sport mein Leben gegeben. Die Sportart ist so wunderschön, ich bin glücklich, dass ich da was zu beitragen kann“, meinte Brzeska.
Zugleich dankte die 27-Jährige den Sponsoren, die das Event unterstützten. „Das ist eine große Hilfe, denn ohne solche Sponsoren und solche Wettkämpfe kommt man nicht weiter“, so die mehrfache Deutsche Meisterin.
Auftritt auf Urkunden verewigt
Die Gymnastinnen werden ihren Auftritt in Düsseldorf in bleibender Erinnerung behalten: Auf den Urkunden ist jeweils ein Foto ihrer Gruppe in Aktion abgebildet. Beim Henkel Rhythmic Gymnastics World Cup erhielten alle Teilnehmerinnen eine Urkunde, so dass jedes Mädchen ein persönliches Andenken aus dem Rheinland mit nach Hause nehmen konnte.
Für eine Übernachtung aus Rom
Um „ihr Team“ anzufeuern, nahmen sieben Männer und Frauen extra den weiten Weg von Rom nach Düsseldorf auf sich. Und unterstützten dort die italienischen Olympia-Zweiten lautstark mit „Forza Ragazze“- und „Italia“-Rufen. Auch Rasseln und Tröten kamen zum Einsatz.
Der Aufwand lohnte sich: Schließlich siegten die italienischen Gymnastinnen sowohl mit 5 Bändern als auch mit 3 Reifen/2 Keulen „Wir haben hier wahnsinnig viel Spaß, es ist eine tolle Atmosphäre“, meinte einer der Fans lachend. Nur eine Übernachtung gönnten sich die Italiener, dann mussten sie wieder mit dem Flugzeug Richtung „Bella Italia“.













