Burgwächter Castello , 28. Juli 2007
Boxen - Universum Champions Night
Regina Halmich begeistert Fans

Regina Halmich bleibt die Box-Queen. Die Dauer-Weltmeisterin begeisterte ihre Fans bei der „Universum Champions Night“ im mit 4.500 Zuschauern ausverkauften Düsseldorfer Burg Wächter Castello. Die WIBF-Weltmeisterin aus Karlsruhe verteidigte ihren Titel einstimmig nach Punkten (98:93, 96:95, 98:93) gegen US-Girl Wendy Rodriguez, ehemalige Weltmeisterin in zwei Gewichtsklassen.

Die Ex-Weltmeisterin konnte die Weltmeisterin nicht vom Thron stürzen. Regina Halmich (30), seit Jahren schon unumstritten die Nummer eins im Fliegengewicht, war jederzeit Chefin im Ring. Wendy Rodriguez (28) versuchte alles, musste aber immer wieder harte Konter der pausenlos nach vorne marschierenden Weltmeisterin einstecken. Die Weltmeisterin boxte ruhig und entschlossen, ließ sich nicht auf einen offenen Schlagabtausch ein. Stattdessen brachte sie aus der Distanz immer wieder ihren linken Jab ins Ziel. Auch die ansatzlos geschlagene Rechte und der linke Haken fanden mehrfach den Weg ins Ziel. Wendy Rodriguez bemühte sich bis zum Schlussgong. Der Amerikanerin fiel jedoch kein probates Mitteil ein, die erfahrene Weltmeisterin zu stellen. Regina Halmich ließ sich nicht in den Infight locken, boxte aus der Distanz einen letztlich ungefährdeten Punktsieg heraus.
 
Zum zweiten Mal wollte sich die Mexikanerin Jazmin Rivas in Düsseldorf einen WM-Titel holen. Doch die Ex-Weltmeisterin hatte die Rechnung ohne Ina Menzer gemacht. Denn die WIBF-Weltmeisterin aus Mönchengladbach ließ sich nicht vom Thron stürzen. Die Federgewichts-Königin siegte einstimmig über zehn Runden nach Punkten (99:92, 99:91, 100:90). Bereits zum achten Mal verteidigte die 26-Jährige ihren WM-Titel.

Obwohl Jazmin Rivas erst 19 Jahre alt ist, brachte sie eine ganze Menge Erfahrung mit nach Düsseldorf. 2005 hatte die mexikanische Meisterin den WM-Titel der WBA gewonnen. Zweimal noch kämpfte sie um die WM, bei ihren Kämpfen in Nordkorea und Argentinien scheiterte sie jedoch. Auch die nun in 18 Kämpfen ungeschlagene Ina Menzer erwies sich als eine Nummer zu groß.
Vom ersten Gong an bestimmte die Deutsche das Geschehen im Ring. Aus der Distanz boxte sie die anstürmende Rivas aus, setzte immer wieder klare Treffer. Die Weltmeisterin ließ während der gesamten zehn Runden nie Zweifel an ihrem klaren Punktsieg aufkommen.
 
Julia Sahin bleibt die Nummer eins im Junior-Fliegengewicht. Denn auch die Mexikanerin Delia Lopez konnte der Kölnerin nicht den WIBF-Weltmeistertitel entreißen. Sahin punktete ihre Herausforderin über zehn Runden aus, siegte einstimmig mit Punktwertungen von 97:93, 98:92 und 96:95. Die Weltmeisterin ist nun in 19 Kämpfen ungeschlagen, zum zweiten Mal verteidigte sie den WIBF-Titel erfolgreich.

Mit schnellen Kombinationen hielt sich Sahin (33) die zwei Jahre jüngere ehemalige mexikanische Meisterin anfangs vom Leib. Auf schnellen Beinen ließ sie die tapfere Lopez ein ums andere Mal ins Leere laufen und brachte die rechte Schlaghand als Konter ins Ziel. Aber die zähe Lopez marschierte pausenlos nach vorne. Zehn Runden lang suchte die Mexikanerin ihr Heil in der Offensive, setzte der Weltmeisterin gerade in den mittleren Runden zu. Sahin jedoch fing sich rechtzeitig wieder und sicherte sich den Sieg mit einem starken Endspurt.
 
Lukas Wilaschek bleibt der Champion im Supermittelgewicht. Der 26 Jahre alte Kölner verteidigte seinen Internationalen Deutschen Meistertitel gegen den Dänen Fawaz Nasir. Der 27 Jahre alte Nasir, zuvor in 13 Kämpfen lediglich einmal bezwungen, musste sich knapp nach Punkten geschlagen geben. Der noch ungeschlagene Wilaschek verteidigte seinen im Mai gewonnenen Titel zum ersten Mal.

Lukas Wilaschek musste so hart kämpfen wie noch nie, ehe sein Punktsieg (96:95, 97:94, 96:94) feststand. Gleich zu Beginn setzte Nasir dem deutschen Titelverteidiger zu. Der starke linke Jab des Dänen bestimmte zunächst das Geschehen. Wilaschek jedoch fand immer besser in den Kampf und wurde von seinem Trainer Michael Timm nach vorne gepeitscht. Techniker Wilaschek ging nun in die Offensive, brachte mehrfach seine rechte Schlaghand ins Ziel.
Fawaz Nasir jedoch wollte sich noch lange nicht geschlagen geben. Noch einmal kam der Däne stark auf, ehe sich Wilaschek mit einem starken Endspurt zurückmeldete. Die letzten beiden Runden sicherte sich der Internationale Deutsche Meister auf den Zetteln der Punktrichter - und somit den knappen, aber verdienten Sieg.
 
Grigory Drozd hat sich im Titelrennen zurückgemeldet. Der Cruisergewichtler von spotlight boxing holte sich in Düsseldorf den Asien-Pazifik-Titel des Weltverbandes WBO. Den Kameruner Jean Claude Bikoi besiegte er einstimmig nach Punkten (120:106, 120:106, 120:106). Damit ist Drozd zurück im Titelgeschehen. Der 27 Jahre alte Russe hatte sich im Oktober 2006 in einem WM-Ausscheidungskampf seinem Stallgefährten Firat Arslan geschlagen geben müssen. Die Niederlage gegen Arslan war bislang die einzige Pleite des K.o.-Königs aus Moskau. Sonst konnte „Pretty Boy“ Drozd alle seine 27 Kämpfe gewinnen.

Jean Claude Bikoi aus Kamerun leistete Drozd erbitterten, wenn auch nicht immer ganz fairen Widerstand. Der zähe Bikoi, der bereits mit dem amtierenden Europameister und ehemaligen WM-Herausforderer Vincenzo Cantatore über die volle Distanz von zehn Runden gegangen war, wollte sich auch dem spotlight-Talent nicht vorzeitig geschlagen geben. Zu Beginn sah es jedoch noch nach einem schnellen Ende aus. Schon nach wenigen Sekunden der ersten Runde schickte Drozd den Kameruner mit einem linken Haken zum Kinn zu Boden. Bikoi hielt allerdings bis zum Schlussgong durch, auch wenn ihm in der neunten Runde von Ringrichter Andre van Grootenbruel ein Punkt wegen Schlagens nach dem „Break“-Kommando abgezogen wurde.
 
Dieter Roth hatte es ganz eilig im Burg-Wächter Castello von Düsseldorf. Das 24 Jahre alte deutsche Schwergewichts-Talent schlug den Ungarn Viktor Szalai in der dritten Runde K.o. Der neunte K.o.-Erfolg im 14. Kampf für den hart schlagenden Roth.

In der dritten Runde brachte Roth einen schweren rechten Aufwärtshaken ins Ziel. Der Ungar Szalai musste das erste Mal zu Boden. Der Frankenthaler setzte gnadenlos nach und schickte Szalai abermals mit einem rechten Haken in den Ringstaub. Daraufhin brach Ringrichter Arno Pokrandt das ungleiche Duell ab.
 
Vitali Tajbert marschiert unaufhaltsam weiter. Der ehemalige Weltklasse-Amateur ist auch bei den Profis auf dem besten Wege nach ganz oben. Der 25 Jahre alte Stuttgarter besiegte in Düsseldorf den Belgier Younes Amrani. Tajbert knockte seinen Gegner in der siebten Runde aus. Der 12. Sieg im 12. Kampf für Supertalent Tajbert.

Superfedergewichtler Tajbert ließ von der ersten Sekunde an seine Fäuste fliegen. Der Supertechniker deckte den Belgier mit harten Treffern ein. Amrani jedoch steckte zunächst alles weg. Obwohl er mehrfach angeschlagen wirkte, hielt er bis zur vorletzten Runde durch. Dann schickte ihn Tajbert zweimal mit Haken zur Leber zu Boden. Ringrichter Oliver Brien brach daraufhin nach 60 Sekunden der siebten Runde ab.
 
Schwergewichts-Talent Wladimir Tereshkin feierte in Düsseldorf Sieg Nummer zwei im Profilager. Der 19 Jahre alte Russe schlug den Ungarn Krisztian Juhasz in der ersten Runde K.o. Nur 45 Sekunden brauchte der Rechtsausleger, um Juhasz entscheidend zu treffen. Zweimal ging der Ungar nach linken Treffern Tereshkins zu Boden, dann brach Ringrichter Arno Pokrandt das Duell ab. Sein Profidebüt im Juli hatte Tereshkin ebenfalls durch Knockout in der ersten Runde gewonnen.



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WIBF-Weltmeisterin Julia Sahin trifft ins Ziel

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Die Mexikanerin Delia Lopez musste einiges einstecken

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Delia Lopez hielt der Kölnerin Sahin 10 Runden lang Stand

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