10 Fragen – 10 Antworten zur Lage der DEG

Düsseldorfer EG

(Foto: DEG)

von Bernd Schwickerath

Anfang März stand die Düsseldorfer EG zum bislang letzten Mal auf dem Eis. Danach sollte die aufregendste Zeit des Jahres folgen: die Play-offs der Deutschen Eishockey Liga. Doch es kam bekanntlich anders: Corona, Saisonabbruch. Noch müssen sich die Fans gedulden, bis es wieder Profieishockey in Düsseldorf zu sehen gibt. Was ist in der Zwischenzeit bei der DEG passiert? Wir geben einen Überblick.

1. Was gibt’s Neues bei der DEG?

Bei ihr selbst gar nicht so viel. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Wegen des Transferstopps in der DEL kann sie derzeit auch keine Spieler verpflichten. Es gibt Gerüchte, Leon Niederberger (sein Vertrag lief aus) stehe vor einem Wechsel nach Krefeld. Bei der DEG wissen sie nichts davon, zumindest wollen sie es „weder bestätigen noch dementieren“, wie Manager Niki Mondt sagt. Ansonsten ist es recht ruhig.

2. Wird schon trainiert?

Ja, aber natürlich nicht auf dem Eis und nur in kleinen Gruppen oder individuell. Manche laufen gemeinsam, manche stemmen Gewichte oder arbeiten mit Fitnesstrainer Danny Beckers. Mehr ist noch nicht drin. Auch die meisten ausländischen Spieler sind noch nicht da. Sie sollen erst einfliegen, wenn absehbar ist, wann die Saison startet, rund sechs bis acht Wochen soll die gemeinsame Vorbereitung dauern, sagt Manager Mondt.

3. Aber es kommen schon noch neue Spieler?

Auf jeden Fall. Aktuell besteht der Kader aus dem Minimum: zwei Torhüter, sieben Verteidiger, 13 Stürmer. Da kann man theoretisch spielen, aber für jede Position braucht es noch Zugänge. Damit Ersatz da ist, falls sich jemand verletzt. Und schlichtweg als Verstärkung. Nicht auf jeder Position sind sie bei bei der DEG schon mit der Tiefe zufrieden. Bange macht sich aber niemand, die Corona-Pandemie hat den Spielermarkt weltweit in Bewegung gebracht. Welche Ligen wann beginnen? Welche Vereine vielleicht nicht überleben oder zumindest sparen müssen? Welcher Spieler plötzlich einen Verein sucht? Vieles ist noch unklar. Deswegen ist sich Mondt sicher: „Auch in ein paar Wochen wird man noch gute Spieler finden.“

4. Wann geht es denn los in der DEL?

Auch das kann noch niemand sagen, diese Woche wird erst mal verkündet, dass die neue Saison nicht wie geplant am 18. September beginnt, sondern frühestens am 1. November. Dann laufen die Beschränkungen diverser Bundesländer für Großveranstaltungen aus. Stand jetzt, darf dann wieder vor Publikum gespielt werden. Und alles andere ist in der DEL, in der die meisten Teams einen Großteil ihrer Einnahmen am Spieltag verdienen, nicht möglich. Zumindest nicht längerfristig.

5. Also spielt die DEG ab 1. November wieder?

Das möchte sie zumindest, aber dass die Veranstaltungsverbote wirklich auslaufen, ist alles andere als sicher. Dass gar alles wieder wie vor der Pandemie erlaubt ist, ist mehr als unwahrscheinlich. Und kommt es zu neuen lokalen Ausbrüchen oder die Gesamtzahlen steigen wieder, werden die Maßnahmen wieder hochgefahren. Hinzu kommt, dass ab dem 5. November das Vierländerturnier Deutschland-Cup in Krefeld ansteht. Wird das wirklich ausgetragen – was keineswegs sicher ist –, müsste die DEL ihre Saison nach nur einem Spieltag gleich wieder unterbrechen. Deswegen gibt es Überlegungen, erst danach zu starten.

6. Wird trotzdem eine normale Saison gespielt?

Das hängt ganz davon ab, wann wie gestartet werden kann. Geht es wirklich im November vor Zuschauern los, sieht es gut aus, dass die DEL ihre 52 Hauptrundenspieltage und vier Play-off-Runden über die Bühne bekommt. Auch dann wird es zwar knapp, zahlreiche Spiele würden unter der Woche stattfinden müssen, aber so lange es keine neuen Beschränkungen oder sogar Corona-Fälle in den Teams gibt, müsste es klappen. Anders sieht es aus, wenn es später losgeht, im Dezember oder vielleicht sogar erst im neuen Jahr. Dann würden die Play-offs verkürzt oder komplett gestrichen werden. Die Hauptrunde mit ihren garantierten 26 Heimspielen pro Team ist wirtschaftlich wichtiger.

7. Wie viele Zuschauer dürfen kommen?

Andere Frage, gleiche Antwort: Das weiß noch niemand. Vielleicht anfangs noch gar keine, vielleicht ein paar Tausend – fest steht wohl nur, dass volle Hallen noch lange nicht wieder möglich sind. Manche sagen, das passiere erst, wenn es einen Impfstoff gibt. Deswegen stellt sich die DEL auf verschiedene Beschränkungen ein und erarbeitet ein Hygienekonzept. Vor einigen Tagen gab es eine Begehung des Domes, dort wurden Themen wie Einlass, sanitäre Anlagen, Catering, Abstände auf den Tribünen und die Luftzirkulation besprochen – für 2000, 4000 und 6000 Besucher.

8. Ist die Saison so überhaupt finanzierbar?

Das hängt ganz davon ab, wie viele Zuschauer zu wie vielen Spielen kommen dürfen. Und wollen. Wer weiß schon, wie viele Menschen während einer Pandemie Spaß daran haben, sich für zweieinhalb bis drei Stunden in eine Halle zu setzen? Hinzu kommt, dass durch das notwendige Hygiene- und Sicherheitskonzept Extrakosten für die Vereine entstehen. Sie müssen mehr Ordner stellen, die die Regeln überwachen, zudem braucht es regelmäßige Tests für die großen Kader und alle um die Mannschaft. Positiv ist hingegen, dass es Hilfsgelder vom Bund geben wird. Vergangene Woche wurde ein Paket über 200 Millionen Euro für Profisportteams jenseits der beiden Fußball-Bundesligen verabschiedet, demnach kann die DEG bis zu 800.000 Euro für entgangene Ticketeinnahmen von April bis Dezember erhalten. Zudem teilte die DEL am Dienstag mit, dass sie nun einen Namenssponsor hat, die Supermarktkette Penny. Auch das bringt der DEG eine sechsstellige Summe.

9. Staatsgeld, Ligasponsor – ist das die Rettung?

Nicht wirklich. DEL-Chef Gernot Tripcke nennt die Staatshilfen „ein Pflaster, um das wirtschaftliche Überleben der Klubs zu sichern, aber dies allein wird nicht reichen, um etwaige Spiele ohne Zuschauer finanzierbar zu machen“. Stefan Adam sieht das ähnlich: „Es wird wahrscheinlich notwendig sein, dass auf Landesebene ein zusätzliches Programm aufgelegt wird“, sagt der DEG-Geschäftsführer, der über das Bündnis „Teamsport NRW“ selbst mit der Politik spricht. Vor einigen Tagen war er als Eishockey-Vertreter bei Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW.

10. Wie geht es also weiter?

Diese Woche gibt es noch einen wichtigen Termin. Am heutigen Donnerstag oder am Freitag teilt die Liga das Ergebnis ihres Lizenzprüfungsverfahren mit. Bei der DEG soll es dem Vernehmen nach gut aussehen. Aber das ist ja auch das Mindeste. Danach geht es weiter darum herauszufinden, „was ab 1. November geht“, wie es Stefan Adam sagt. So werden Verband, Liga und Klubs auch in den nächsten Wochen weiter an ihren Konzepten für die neue Saison arbeiten und bei der Politik für ihre Anliegen werben. Wie das ausgeht, ist völlig unklar. Und damit auch die Fragen, wann es los geht, nach welchem Modus gespielt wird und wie viele Zuschauer unter welchen Voraussetzungen kommen dürfen. So ist das in Corona-Zeiten.

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