Alex Sulzer im Gespräch

  • Montag, der 23. September 2019
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(Foto: Birgit Häfner)

(Foto: Birgit Häfner)

Zum Thema „bayrisches Allgäu“ fällt mir so Einiges ein. Die gute und reichhaltige Küche, das süffige Bier, großartige Feste, eine tolle Landschaft und Eishockey und da sind ganz besonders einige Spieler, die mir haften geblieben sind. Ein Furchner Sebastian, Hegen Dieter, Weishaupt Erich, Ustorf Stefan und natürlich auch ein Sulzer Alex.
Alle diese Hockeygrössen kamen aus Kaufbeuren, dieser heimeligen Stadt zwischen Biessenhofen und Pforzen oder auch Stöttwang und Friesenried, weltbekannt sozusagen.
Mir gehts um einen Spieler, dessen Werdegang ich schon einige Zeit lang „verfolge“ und der dadurch einer meiner Idole wurde.
Alex Sulzer wurde 1984 geboren und ist im besten Eishockeyalter, er trieb sich einige Jahre auf der anderen Seite des Teiches rum – spielte u.a. in Milwaukee, Nashville, Florida, Vancouver und Buffalo – gut 7 Jahre in der besten Liga der Welt. Respekt!
Seine vorherige Station in der DEL habe ich völlig vergessen, dafür freue ich mich ganz besonders, dass Alex jetzt seit dieser Saison bei der DEG in meiner Heimatstadt aufläuft.
Ok, derzeit piesackt ihn eine Kleinigkeit – benannt als „benigne Neoplasie“ – und so lange dieser unnötige Kram noch sein Unwesen treibt, bzw. alles soweit nicht 100% verheilt ist, geht halt erstmal nix mit „den Stürmern auf dem Eis auf die Nerven gehen“.

Alex, vielen Dank, dass Du Zeit und Lust hast, mir für den Blog der Sportstadt Düsseldorf ein paar – nicht nur ernstgemeinte – Fragen zu beantworten.

Gut 7 Jahre in der NHL und dann DEL, das war für dich doch irgendwie wie von Hamburg nach Helgoland. Warum hast du deine geschundenen Knochen nicht geschont und doch nochmal die Schuhe geschnürt?

Das ist ganz einfach, ich liebe Eishockey und es macht mir immer noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag, vielleicht sogar mehr. Außerdem war ich zu dem Zeitpunkt meiner Rückkehr gerade mal 30 Jahre als. Das ist bzw. war das beste Alter für einen Eishockeyspieler.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Geschrei aus der Domstadt, als klar wurde, der Alex kommt in die Landeshauptstadt. Warum gerade die DEG, an Angebote dürfte es nicht gemangelt haben?

Für mich war immer klar dass ich noch einmal für die DEG auflaufen möchte. Hier schließt sich für mich der Kreis. Meine Profikarriere hat hier in Düsseldorf so richtig begonnen und ich möchte sie hier auch beenden (wann auch immer das sein mag).

Deine Kollegen Urbom, Jensen, Nowak und Ebner sind ähnlich wie Du ziemliche Leuchttürme in der Defensive. Welche Aufgabe hat Coach Kreis dir zugewiesen. Kann man das weitestgehend als „Leuchtturmwärter“ (Defensiv-Chef) bezeichnen?

Ich denke ich bin in der Abwehr der Routinier, der mit viel Übersicht der Mannschaft auf dem Eis und abseits vom Eis helfen kann.

Eine Frage zu Deiner Rückennummer 52, die beständig auftaucht. Da Du eher ausschaust wie 25 (Ingolstadt hatte das 2012 anlässlich des Lockouts auch erkannt), erkläre doch mal die Geschichte die hinter der Lieblingsnummer steckt.

Aussehen wie 25, das fällt mir schwer zu glauben. Die Geschichte ist ganz einfach. Mein Vater war und ist meine Eishockey-Inspiration und er ist im Jahr 1952 geboren. Da war die Wahl der Trikotnummer sofort klar.

Mit Moritz Seider wurde in diesem Jahr erstmals ein Deutscher Defender als Erstrunden-Pick (Nr. 6) nach Detroit gedrafted. Grad mal 18 Jahre und er verkauft sich in den Pre-Season Camps exzellent. Wie siehst du die Entwicklung des Eishockeys in Deutschland aktuell?

Ich denke die Entwicklung der deutschen Spieler ist gut. Man sieht bei den WM´s dass wir international gut mitspielen.
Die letzten Olympischen Spiele brauche ich in dem Zusammenhang nicht zu erwähnen, oder? (LOL)
Nichtsdestotrotz gibt es noch Einiges zu tun bzw. zu ändern um auch national den deutschen Spielern mehr Chancen zu geben sich im Profibereich zu etablieren und zu entwickeln.
Auch die Medienpräsenz sollte weitaus höher sein und Eishockey sollte mehr Ansehen erhalten. Wer will schon immer die 104. Wiederholung eines 3.Liga Fußballspiel sehen, wenn gerade die DEL-PlayOffs oder WM-Spiele laufen?

Letzte Frage: Gib mal Deinen Tipp ab, wie weit es mit der DEG in dieser Saison gehen wird.

Wir haben eine gute Truppe und es ist Alles möglich. Einen PlayOff-Platz und dann gehts rund.

Alex, herzlichen Dank für Deine Zeit und Antworten.
Weiterhin gute Besserung und wir freuen uns, dich demnächst auf dem Eis zu sehen.

Euer Heiko Sauer