Anrudern – einmal anders

Ruderclub Germania Düsseldorf

(Foto: privat)

Das traditionelle Anrudern beim Ruderclub Germania Düsseldorf, bei dem sich üblicherweise die Mitglieder in Mannschaftsbooten zum Rudern auf dem Rhein treffen, sah in diesem Jahr aufgrund der Coronamaßnahmen anders aus. Unter dem Motto „Anrudern – einmal anders“, starteten die Germaninnen und Germanen zuhause auf dem Ruderergometer oder unterwegs auf dem Longboard, auf Inline-Skatern, laufend oder auf dem Fahrrad offiziell in die neue Saison.

Anders waren auch die Teilnehmerzahlen, nämlich größer als sonst. „84 Germaninnen, Germanen und Familienmitglieder haben am virtuellen Anrudern teilgenommen – ein toller Erfolg“, freute sich Mitinitiator Hermann Höck. So war zum Beispiel Paul Grant beim diesjährigen Anrudern mit dabei, der in weiter Ferne auf der Flensburger Förde teilnahm und 16 Kilometer ruderte. Und das sogar tatsächlich im Ruderboot, in seinem privaten Einer.

Auch Familienmitglieder machten mit wie zum Beispiel Vater Roald und Schwester Annemarie von Frederik Blei. Frederik lernte erst 2019 beim Sommercamp den Rudersport kennen, kam im Herbst und Winter regelmäßig in den Verein – und wurde nun, in seiner ersten vollen Rudersaison, direkt von der Coronakrise ausgebremst. Aber das hielt ihn nicht auf, erstmals beim Anrudern teilzunehmen, und das mit viel Freude, wenn auch nicht beim Rudern mit den anderen. Das fehlende Miteinander im Verein kann auch Vater Roald nachempfinden. Er ruderte auch schon als Kind und hätte große Lust, als Erwachsener wieder anzufangen: „Rudern ist etwas besonders Schönes.“ Das Clubleben, das er bislang kennenlernen konnte, hat ihn begeistert. Vater und Sohn können vielleicht bald einmal zusammen ins Boot steigen und statt auf dem Fahrrad auf dem Wasser gemeinsame Kilometer zurücklegen.

Den Kilometerrekord beim „Anrudern“ schaffte Ex-Leistungssportler Stephan Ertmer. Mit Freundin Janina fuhr er mit 340 km an zwei Tagen die meisten Kilometer, gefolgt von Leonie Pieper, WM-Dritte von 2019, die den Bundesleistungsstützpunkt Dortmund besuchte und 140 km zurücklegte. Peter Wilbert radelte 94 km in Richtung verbotenen Stadt, mit einer Nostalgie-Pause am Leverkusener Steg, wo er an die vielen Ablegemanöver in der Vergangenheit mit viel Wehmut zurück dachte. Und Jörn Loocke berichtet von seiner Radstrecke: „Wie beim traditionellen Anrudern habe ich viel Wasser (Flughafenbrücke – Benrath = 32 Stromkilometer) gesehen, viele Brücken unter- und überquert und alle Rudervereine gesehen. In Wirklichkeit habe ich auch viele Ruderboote erspäht, aber leider keines auf dem Wasser. Hinreichend echt hingegen war zum Schluss der Erschöpfungszustand. Aber gefehlt hat mir zum einem das Rudern selbst, aber am meisten die Geselligkeit unseres Mannschaftssports. Gut, dass ich damals nicht im Radsportverein gelandet bin. Ich vermisse Euch.“ Der 82-jährige Detlef Schlüter lief seinen persönlichen „Balkon-Marathon“ über die Distanz von 421,95 m.

„Hoffen wir, dass wir schnellstens zum gewohnten Alltag und Ruderalltag zurückkehren können“, so der 1. stellv. Vorsitzende Manfred Blasczyk. Stückweise geht es seit Montag wieder los.

Das Gesamtergebnis der zurückgelegten Kilometer im Überblick:

  • Fahrradfahren 2843 km
  • Laufen 255 km
  • Ergometerrudern 184 km
  • Inline-Skater 165 km
  • Rudern 16 km   
  • Longboard  12 km
  • Balkonmarathon  421,95 m                                                                                                                                                                                                                                                                       

(Fotos: privat)

(MD)

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