Basketball-Spektakel in der Altstadt

Deutsche Meisterschaft im 3x3 in Düsseldorf

BWA/Ulf Duda

Das Timing könnte kaum besser sein. Ab Freitag verwandelt sich der Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt für zwei Tage in den aufregendsten Basketballplatz Deutschlands. Dann stehen die Deutschen Meisterschaften im 3×3-Basketball an. Und das ausgerechnet am Ende der Woche, in der die lässige Variante mit nur drei SpielerInnen pro Team und nur einem Korb in aller Munde ist.

Der Grund sind die Sommerspiele von Tokio. Dort gehörte 3×3 erstmals zum Programm. Diese Woche gingen die Turniere zu Ende. Und waren ein Spektakel, das nicht nur Staatsgäste wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron oder Jill Biden, die „First Lady“ der Vereinigten Staaten, an den Spielfeldrand lockte, sondern auch Fans in aller Welt begeisterte. Auch solche, die mit dem klassischen 5×5-Basketball in der Halle gar nicht so viel anfangen können. In den sozialen Netzwerken wurden die Bilder und Videos aus Tokio millionenfach geherzt und geteilt.

Foto: D.Live/Veranstalter

Das liegt einerseits am Tempo des Spiels, das kaum Pausen kennt, dafür aber diverse No-look-Pässe hinter dem Rücken, krachende Dunks oder gekonnte Fernschüsse. Das liegt auch am Drumherum. Denn ähnlich wie Beachvolleyball ist 3×3-Basketball mehr als nur Sport, es ist eine Party mitten in der Stadt mit DJ und Livekommentar, Dunking-Contest und Mitmachspielchen für die Fans.

Das wird auch am Wochenende in Düsseldorf so sein. Denn die gute Nachricht: Es dürfen 160 Fans kommen. Und das auch noch bei freiem Eintritt. Allerdings: Die Gäste müssen sich vor Ort über die Luca-App registrieren, eine Voranmeldung ist nicht möglich. Und noch wichtiger: Alle ZuschauerInnen müssen geimpft, getestet oder genesen sein und einen entsprechenden Nachweis am Einlass vorzeigen. Zudem herrscht Maskenpflicht. Und wer es selbst nicht auf den Burgplatz schafft, kann sich das Turnier auch über den Twitch-Kanal von TROPS4 geben.

Düsseldorf will 3×3-Hochburg werden

Zu sehen gibt es dann das Beste, was das hiesige 3×3 derzeit zu bieten hat. Zwar hat der Sport „in Deutschland noch einiges aufzuholen“, wie Shawn Gulley vom Düsseldorfer Team LFDY jüngst im Sportstadt-Interview sagte, aber er ist sich sicher: „Das wird in Deutschland auf jeden Fall funktionieren.“

Ein wichtiger Baustein dafür ist das eben jenes neue Team aus Düsseldorf, das auf den Namen „Live Fast Die Young“ hört. Klingt martialisch, ist aber erstens der Name einer Modemarke aus Flingern, die das Team sponsert. Und zweitens passt das doch irgendwie zum schnellen 3×3.

Foto: D.Live/Veranstalter

„Jung sterben“ soll das Team aber natürlich nicht. Kevin Magdowski, früher Trainer bei den Hallenbasketballern des ART, nun für LFDY zuständig, hat große Ziele: „Wir repräsentieren nicht nur Düsseldorf, sondern als Nationalmannschaft auch Deutschland. Unser Team soll ganz oben mitspielen und spätestens 2024 in Paris als heißer Medaillen-Kandidat gehandelt werden.“

Das war auch der Grund, warum Magdowski von der Halle auf die Straße wechselte: „Im traditionellen Basketball ist der Weg zur Weltspitze sehr schwierig. Im 3×3 kann man das aber noch schaffen. Und ich persönlich möchte noch mal oben angreifen, da kam diese Offerte natürlich goldrichtig.“

Bislang lässt sich das Projekt gut an. Im Juni gewannen Malik Müller, Shawn Gulley, Jacob Mampuya und Kevin Bryant im Rahmen der „Finals 2021“ in Berlin die Champions Trophy, also den Pokal. Nun in der Heimat soll mit der Meisterschaft der nächste Streich folgen: „Wir sind natürlich immer noch in einem Lernprozess, aber wir entwickeln uns jede Woche weiter“, sagt Magdowski. „Wir sind ready und werden mit hohem Einsatz spielen – das kann ich versprechen. Das Ziel ist der Titel.“

48 Teams spielen um vier Meistertitel

Mittlerweile gehört auch ein fünfter Spieler zum Team: Deion Giddens, den Magdowski noch aus seiner Zeit beim ART kennt. Insgesamt kommen alle fünf LFDY-Spieler aus dem klassischen Basketball. Nun ist auch Giddens, der nebenher voll arbeitet, stets beim Training dabei, bei den Spielen aber nur Ersatzmann. Was ihn aber nicht weiter stört: „Es ist mir egal, ob ich eine, keine oder 30 Minuten spiele. Solange meine Mannschaft gewinnt, bin ich zufrieden.“

Foto: Kenny Beele

Gewinnen wollen am Wochenende natürlich nicht nur die Düsseldorfer. Insgesamt sind auf dem Burgplatz 48 Teams in vier Kategorien dabei: Männer, Frauen, U18 männlich, U18 weiblich. Gespielt wird an beiden Tagen ab 14 Uhr und bis in den späten Abend auf dem überdachten Centercourt und einem Nebenplatz. Die Jugend am Freitag, die Erwachsenen am Samstag.

Auch bei den Frauen ist ein Düsseldorfer Team am Start, unter anderem mit Stefanie Grigoleit, die Ende Mai mit der Nationalmannschaft knapp die Qualifikation für Tokio verpasste. Umso motivierte dürfte sie nun sein, den nationalen Titel zu gewinnen. In einer neuen Sportart vor historischer Kulisse in der Altstadt.

Alle Infos zum 3×3-Turnier finden Sie hier.

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