„Big Ben“, der eigentlich Messi heißt

Was zeichnet Lionel Messi aus? Großartige Technik, Tempo und spektakuläre Situationen mit dem Spielgerät auf dem Grün.

Leo Messi ist ein Spieler fürs Publikum. Er riskiert mal Dinge, die der Otto-Normal-Fußballer einerseits nicht drauf hat und sich andererseits nicht traut, weil es eh in die Hose geht und er nicht die Cojónes hat, um das hämische Gewieher von den Zuschauerrängen auszuhalten.

Wie komme ich jetzt von „Little Leo“ Messi zu „Big Ben“ Uzoma? Nichts leichter als das: Wenn Leo ein, zwei Übersteiger fabriziert und das Publikum in schiere Verzückung versetzt, so „dunkt“ „Big Ben“ brutal rustikal „in da face“ seiner Gegner und lässt den roten Ring mit dem Netz schlottern.

Bild: Norbert Schulz

Verzieht der kleine Argentinier im PSG-Trikot bei seinen Kunststücken keine Miene, so weiß Ben genau, was er den heimischen Fans schuldig ist und lacht nach einer beeindruckenden Aktion einmal im Kreis.

Nimmt Messi sein Können stoisch hin, so freut sich der Giant-Giant wie ein Schneekönig über jede gelungene Showeinlage, toben die Supporter noch dazu, so scheint sein Glück perfekt. „Big Ben“ Uzoma ist genau der Typ Basketball-Spieler, warum ich und viele andere Woche für Woche in die Hallen pilgern.

Für mich ist Basketball nicht nur stures Anrennen, routiniertes Ausspielen, Zwei- oder Drei-Punkte-Würfe, fieses Versagen an der Freiwurflinie oder tobende Coaches an der Seitenlinie, die jedem HB-Männchen zur Ehre gereichen würden.

Im Gegenteil. Ich steh auf Spektakel auf dem Court, auf Coast-to-Coast-Dribblings, auf Mismatches, bei dem der Winzling, dem Hünen die Leviten liest oder eben auch auf ein „Dunkin in the face“ (wobei das natürlich nur bildlich gesprochen ist und nichts anderes bedeutet, als unter übelster Bedrängung der Abwehr-Kolosse, trotzdem den „Roten“ mit Wucht und Sprunggewalt ins Netz zu feuern).

Wer schon einmal live einen „Alley oop“ erlebt hat (Spieler A wirft zu B und der schnappt sich am Korb, direkt aus der Luft den Ball und vollendet – noch fliegend – graziös, bzw. dunkt mörderisch ein). Das liebe Freunde, ist genau einer der Gründe, warum ich diesen Sport so liebe.

Exakt darum ist Ben einer meiner Helden der ART Giants und ich freue mir ein Loch in den Bauch, dass endlich die Saison losgegangen ist.

Im ersten Heimspiel am vergangenen Samstag gab es leider viel zu wenige von diesen von mir so geliebten Momenten in der Halle. Der Aufsteiger aus Wolmirstedt gab erstmals seine bockstarke Visitenkarte in Düsseldorf ab und das Ergebnis lautete 80:85. Mein Kommentar: Zu spät aufgewacht und dazu ein „Rebound-Desaster“, wie vor zwei Spielzeiten schon mal erlebt. Braucht absolut kein Mensch.

Euer Heiko Sauer

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