Bittere Pleite für die Fortuna

Paderborner bestrafen Fehler der Preußer-Elf eiskalt

Foto: Christof Wolff

von Norbert Krings

Fortuna Düsseldorf muss weiter auf den ersten Heimsieg warten. In einem unterhaltsamen Fußballspiel, in dem die Offensive auf beiden Seiten besser war als die Abwehrreihen, setzte sich die clevere Mannschaft durch. Der SC Paderborn siegte mit einem überragenden Sven Michel, der zwei Tore erzielte und den Siegtreffer vorbereitete, letztlich verdient mit 3:2 (1:1). Die Preußer-Elf enttäuschte, weil sie erneut zu viele Fehler machte.

Christian Preußer hatte sich für eine Aufstellung entschieden, die nicht alle Fortuna-Fans sofort nachvollziehen konnten. Weder Robert Bozenik noch Shinta Appelkamp standen in der Startelf gegen den SC Paderborn. Dafür bekam der zuletzt etwas müde wirkende Ao Tanaka eine neue Bewährungschance auf der Sechs neben Marcel Sobottka. Zudem durfte Kuba Piotrowski zeigen, dass er seine guten Trainingsleistungen auch im Spiel umsetzen kann. Natürlich richteten die Zuschauer ihr Hauptaugenmerk auf Raphael Wolf, der bei der Präsentation der Mannschaftsaufstellung Sonderbeifall nicht nur als Aufmunterung erhielt.

Der Respekt vor der Offensivpower der Paderborner war von Beginn an zu spüren. Der Gastgeber begann vorsichtig, griff erst kurz vor der Mittellinie an und war auf Ballkontrolle bedacht. Natürlich versuchten die Fortunen auch nach vorne zu spielen und ihre Flügel in Szene zu setzen. Lukas Kwasniok, der Trainer der Ostwestfalen, hatte auf zwei Stürmer gesetzt und wollte mit seinem Team an das letzte Auswärtsspiel anknüpfen, das der SCP in Aue mit 4:1 gewonnen hatte. Allerdings hatte sich das Fortuna-Trainerteam auch die 1:2-Heimniederlage des Gegners vergangene Woche gegen Kiel angesehen.

Klarer sieht beim 0:1 gegen Michel schlecht aus

Nach einem schönen Zusammenspiel von Felix Klaus und Kuba Piotrowski hatten die Fortunen die erste Möglichkeit. Der Pole knallte den Ball aus spitzem Winkel an das Außennetz (6. Minute). Besser machten es drei Minuten später die Gäste, als Robin Yalcin Sven Michel auf die Reise schickte. Der Ex-Gladbacher war nicht im Abseits, wie der Video-Keller hinterher bestätigte. Michel setzte sich gegen den überraschend inaktiven Christoph Klarer in dieser Szene durch und ließ Wolf beim 1:0 für Paderborn keine Abwehrchance.

Und es ging mit guter Unterhaltung weiter: Piotrowski zog ab, Paderborns Keeper Yannik Huth konnte nur abklatschen und Hennings drosch den abprallenden Ball weit übers Tor (13.). Fortuna hatte nach dem Rückstand das Tempo erhöht, aber es ergaben sich auch Lücken. Die schönste Kombination des Spiels bis dahin zeigten dann aber Florian Hartherz und Kristoffer Peterson, der letztlich auch aus acht Metern zentral abzog und knapp am Tor der Gäste nach dem doppelten Doppelpass (21.) vorbeischoss.

Aber auch auf der anderen Seite war fast jeder Angriff gefährlich. Wieder einmal wurden einige Zweikämpfe verloren, die zu schnellen Kontern führten. Zudem sah Christoph Klarer in manchen Zweikämpfen aus, als würde er neben sich stehen. Mit Sven Michel kam der Österreicher jedenfalls überhaupt nicht zurecht. Nach einer halben Stunde ließ Klarer den Paderborner flanken. Zum Glück war Wolf auf der Hut, nachdem Felix Platte frei zum Kopfball gekommen war.

Narey flankt, Hennings köpft – 1:1

Die Fortuna spielte munter weiter nach vorne und verdiente sich den Ausgleich, als Tanaka den Ball nach außen spielte und Khaled Narey ungehindert flanken konnte. In der Abwehrzentrale der Paderborner fühlte sich niemand, auch Torhüter Huth nicht, für Rouwen Hennigs zuständig, der aus vier Metern zum 1:1 (34.) einköpfen konnte – das fünfte Saisontor von Hennings und die siebte Torbeteiligung von Narey.

Rouwen Hennings köpft das Tor zum 1:1. Foto: Wolff

Die Zuschauer sahen ein abwechslungsreiches Fußballspiel, das allerdings auch von Fehlern lebte, die so manche Chance hüben und drüben ermöglichte. Und so ging es auch in der zweiten Hälfte zunächst weiter. Beide Mannschaften spielten nach vorne und suchten ihr Heil im Spiel nach vorne – angesichts ihrer Schwächen in den hinteren Reihen. Und das zeigte sich auch in der 57. Minute, als Khaled Narey von van der Werff im Strafraum völlig unnötig gefoult wurde.

Michel trifft zweimal und bereitet das Siegtor vor

Und so ging es weiter, als nur eine Minute später Sven Michel wieder Christoph Klarer entwischen konnte und nach einem schönen Anspiel von Marco Stiepermann frei Bahn hatte und das 2:2 erzielen konnte. Wer es positiv ausdrücken wollte, sah ein munteres Hin und her. Denn im Gegenzug traf der eingewechselte Shinta Appelkamp die Latte (63.).

Sollte es wieder nicht klappen mit dem ersten Heimsieg für die Fortuna, die vorne mehr als ordentlich spielte, hinten aber teilweise vogelwild. Und das rächte sich, weil Felix Klaus einen schlimmen Fehlpass spielte. Der überragende Michel konnte von außen flanken, und Felix Platte köpfte zum 3:2-Siegtreffer ein. Daran änderte auch der schöne Kopfball von Robert Bozenik nichts mehr. Huth konnte den Ball gerade noch um den Pfosten drehen (88).

Statistik:
Fortuna: Wolf – Narey, Klarer, Hoffmann, Hartherz – Sobottka (86. Nedelcu), Tanaka (60. Appelkamp) – Klaus (86. Lobinger), Piotrowski (60. Bozenik), Peterson (70. Shipnoski) – Hennings
Kader Fortuna: Gorka – Prib, Bodzek, Nedelcu, Koutris, Lobinger
Paderborn: Huth – Schuster, Hünemeier, van der Werff (67. Dörfler), Yalcin – Schallenberg – Justvan (75. Srbeny), Stiepermann (75. Carls), Thalhammer (67. Mehlem) – Platte (87. Pröger), Michel
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Blumenthal)
Zuschauer: 19.727
Tore: 0:1 (9.) Michel, 1:1 (34.) Hennings, 2:1 (59./FE) Hennings, 2:2 (61.) Michel, 2:3 (83.) Platte
Gelbe Karten: Tanaka (2.), Klarer (3.) Hennings (2.) /  von der Werff
Beste Spieler: Narey, Hennings / Michel, Stiepermann
Spielnote: 3
Spielfazit: Fortuna lag wieder zurück und dreht das Spiel. Anstatt dann aber für Ruhe zu sorgen, fällt im Gegenzug bereits der Ausgleich. So hatte die Mannschaft trotz guter Angriffe auch das Remis nicht verdient. Den letzten großen Fehler der Fortuna nutzten die Paderborner eiskalt zum Siegtreffer.
Fortunas Formkurve: Das Preußer-Team zeigte nach vorne wirklich mehr als gute Ansätze, hinten war das allerdings eine schwache Leistung. Christoph Klarer ist zum Beispiel von seiner guten Form zu Beginn der Saison weit entfernt. Und immer noch gibt es Fehler en massé im Aufbau.

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3:1

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