Borussia gelingt Auftaktsieg

3:1 am ersten Bundesliga-Spieltag gegen Grenzau

Foto: Tobias Kemberg

von Tobias Kemberg

Ohne seine beiden etatmäßigen Top-Spieler feiert der Rekordmeister einen erfolgreichen Start in die neue Saison.

Timo Boll war nach seinen Rückenproblemen noch nicht richtig fit, für Kristian Karlsson kam ein Einsatz am ersten Spieltag der Tischtennis-Bundesliga noch zu früh und „Stand-by“-Profi Kamal Achanta darf aufgrund von Corona-Bestimmungen derzeit nicht von Indien nach Düsseldorf reisen. Also nominierte sich Borussia Düsseldorfs Cheftrainer Danny Heister für das Auftaktduell mit dem TTC Zugbrücke Grenzau selbst – aus Mangel an Alternativen.

Der 48 Jahre alte Niederländer sorgte unter den 100 zugelassenen Zuschauern im Tischtennis-Zentrum durchaus für Erstaunen und Begeisterung. Im zweiten Einzel des Nachmittags wehrte Heister im ersten Satz sechs Satzbälle ab, ehe er diesen mit 12:10 für sich entscheiden konnte. Doch trotz beherzter Vorstellung und musste sich der Borussia-Trainer letztlich seinem 28 Jahre jüngeren Gegenüber Ioannis Sgouropoulos mit 1:3-Sätzen geschlagen geben.

Dank zweier Punkte von Anton Källberg und des Sieges von Ricardo Walther im wichtigen dritten Einzel durfte sich die Borussia zum Bundesliga-Start dennoch über einen 3:1-Erfolg freuen. „Anton macht es sich manchmal selbst noch etwas schwer. Aber er ist inzwischen viel konsequenter in seinem Spiel geworden“, sagte Heister. „Ricardo hatte zuletzt wenig Wettkämpfe. Doch wir konnten heute alle sehen, welch ein cleverer Spieler er ist. Natürlich sind wir angesichts der personellen Voraussetzungen sehr zufrieden mit diesem Ergebnis.“

Källberg, der jüngste Spieler im Team des Rekordmeisters, kam als bester aller Borussen durch die Corona-Pause. Bei der vom Verein und Verband ins Leben gerufenen Turnierserie „Düsseldorf Masters“ präsentierte sich der 23 Jahre alte Schwede in hervorragender Form – am Sonntag bestätigte die Nummer 57 der Weltrangliste diese eindrucksvoll. Mit 3:1 und 3:0 setzte sich Källberg in seinen Einzeln gegen Robin Devos und Sgouropoulos durch und behielt am Ende auch in einer kritischen Phase im dritten Satz gegen die griechische Nummer eins aus Grenzau die Nerven.

Der in diesem Kalenderjahr im Borussia-Trikot noch ungeschlagener Walther stand seinem Teamkollegen jedoch in nichts nach. Vom verlorenen ersten Durchgang gegen Cristian Pletea ließ sich die etatmäßige Nummer drei zu keinem Zeitpunkt beirren. In der Folge baute Walther die Punktgewinne überlegt auf und entnervte sein Gegenüber auf diese Weise zunehmend. Nach vier Sätzen riss Walther die Siegesfaust nach oben.

Es gibt drei oder vier Teams in der Bundesliga, die da oben in der Tabelle zu erwarten sind. Wir wollen eines dieser Teams sein, sind heiß auf Titel. Vor allem, weil wir zuletzt zwei Mal leer ausgegangen sind“, hatte Spitzenspieler Timo Boll in dieser Woche erklärt. „Das hat uns alle, aber vor allem auch mich persönlich sehr gewurmt.“ Titel werden an ersten Spieltagen bekanntlich noch keine vergeben. Aber die Borussia durfte sich über die Erkenntnis freuen, dass es durchaus auch mal ohne die Nummer zehn der Weltrangliste funktionieren kann.

Am Ende des erfolgreichen Tischtennis-Nachmittags sprach „Aushilfe“ Heister dann auch noch mal über sein eigenes Einzel: „Das war mal wieder ein geiles Gefühl, ich war richtig im Tunnel. Wenn ich gewonnen hätte, hätten die Jungs mich nach Hause gefahren. Aber nach Satzgewinn und 4:1 aus meiner Sicht nimmt Sgouropoulos die Auszeit und dann habe ich vielleicht ein bisschen viel nachgedacht.“ Eingeplant war ein Punkt durch den Cheftrainer aber ohnehin nicht. Dafür waren Källberg und Walther zuständig – mit Erfolg.

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