Helmut Wille Handblall

“Das Turnier ist eine tolle Chance für Schiedsrichter…”

  • Mittwoch, der 31. Juli 2019
  • GIYC, News

In Düsseldorf finden vom 19. bis zum 21. August die ersten German International Youth Championships (GIYC) statt. Im Rahmen dieses internationalen Handballturniers treten A-Jugend-Teams gegeneinander ein. Das ist nicht nur eine Chance für die Spieler. Der Europäische Handball-Verband (EHF) nutzt das Turnier auch, um talentierte Nachwuchsschiedsrichter auszubilden. Sechs Teams kommen nach Düsseldorf, um sich dort für höhere Aufgaben zu empfehlen. Der Österreicher Helmut Wille betreut die Schiedsrichter. Wir haben mit ihm über das Young Referee Project gesprochen.

Was ist das Young Referee Project?
Ich bin bei der EHF als Lektor für Schiedsrichterwesen zuständig. Zusammen mit zwei Kollegen aus Schweden und Österreich komme ich nach Düsseldorf. Wir werden sechs internationale Schiedsrichterpaare in Düsseldorf weiterbilden. Dabei geht es darum, dass sich junge talentierte Schiedsrichter für höhere Aufgaben empfehlen.

Wir funktioniert das?
Es wird ein paar Unterrichtseinheiten geben, dazu einen Regeltest und einen sportlichen Test. Abends analysieren wir dann die Leistungen der Schiedsrichter beim Turnier, etwa Körpersprache, Auftreten oder die Spielleitung. Am Ende gibt es einen Abschlussbrief und dann entscheidet sich, ob die Schiedsrichter an einem Prüfungskurs für die EHF-Lizenz teilnehmen oder noch an einem anderen Vorbereitungsturnier teilnehmen.

Woher kommen die Schiedsrichter?
Aus Deutschland, Kroatien, Montenegro, Norwegen, Polen und Slowenien. Die Schiedsrichter sind zwischen 20 und 27 Jahren alt und pfeifen in ihrer Heimat in der ersten oder zweiten Liga. Sie haben Erfahrung und sollen sich jetzt auch international weiterentwickeln. Die Schiedsrichter sollen in spätestens zwei Jahren einen Prüfungskurs machen, deshalb ist Düsseldorf eine Chance für alle.

Warum?
Das Turnier hat eine gute Qualität, es kommen internationale Top-Mannschaften. In der Heimat ist es für die Schiedsrichter immer das selbe. Hier stehen sie dagegen unter Druck, weil wir Lektoren dabei sind und sie beurteilen. Aber sie müssen lernen, unter Druck zu pfeifen. Das Turnier ist eine tolle Chance für Schiedsrichter. Das sieht man an den heutigen Top-Referees, die vor zehn, zwölf Jahren selbst an solchen Vorbereitungsturnieren teilgenommen haben.

Sie waren selbst Schiedsrichter. Was hast sich im Handball geändert?
Es hat sich schon viel verändert. Die Spieler sind besser mit den Regeln vertraut als früher und die Beziehung zwischen Spieler und Schiedsrichter sind auf einem anderen Level als früher, das ist aber positiv. Für die Schiedsrichter ist der Druck durch die Öffentlichkeit gewachsen. Jedes Spiel ist immer und überall zu sehen. Ein falscher Pfiff und der ist direkt auf Youtube. Damit muss man lernen, umzugehen.

Wie geht das?
In Deutschland oder Norwegen zum Beispiel gibt es Sportpsychologen und da wird drauf geachtet, dass die Schiedsrichter lernen, wie man mit Druck und Stress umgeht. Da wird schon viel gemacht. Bei großen Turnieren, etwa der EM, ist von der EHF auch ein Sportpsychologe im Einsatz, der sie unterstützt.

(PK)