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“Denn Düsseldorf ist durch und durch eine Eishockeystadt…”

  • Samstag, der 6. April 2019
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Am Sonntag feiert die DEG im Schlösser-Saal den Saisonabschluss. Die Deutschen Para-Eishockey-Spieler müssen vorher noch etwas schwitzen. Die Nationalmannschaft der Paralympischen Sportart trifft sich an der Brehmstraße zum Abschlusslehrgang und möchte dann auch Werbung für ihren Sport machen. Die DEG möchte nämlich eine Para-Eishockey-Mannschaft aufbauen, hat uns der Düsseldorfer Nationalspieler Christian Jaster erzählt.

Was macht ihr am Wochenende in Düsseldorf?

Wir treffen uns zum Abschlusslehrgang der Nationalmannschaft vor der Sommerpause. Geplant ist Training, wo der Trainer nochmal Übungen mit uns durchführt und wir ein paar Übungen im Kraftraum gezeigt bekommen, die wir dann in der Sommerpause machen können. Wer zuschauen möchte, ist herzlich willkommen und kann sich gerne mal ansehen, was Para-Eishockey ist. Wir trainieren am Samstag von 9.15 bis 10.45 Uhr und von 17 bis 19 Uhr, und am Sonntag von 10.30 bis 12 Uhr. Nach dem Training können sich Interessierte auch sicher mal in den Schlitten setzen.

Wie lief denn die Saison?

Für die Nationalmannschaft war die Saison überwiegend geprägt von Training. Wir hatten vor kurzem aber auch die ersten beiden Länderspiele seit anderthalb Jahren. Gegen die Slowakei haben wir 4:3 nach Penaltys gewonnen und gegen Tschechien mit 0:2 verloren.

Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich?

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir irgendwo zwischen Platz zehn und Platz sechs pendeln, etwa so wie im normalen Eishockey.

Warum findet der Lehrgang in Düsseldorf  statt?

Die Stadt hat uns eingeladen und dieser Einladung sind wir gern gefolgt. Denn Düsseldorf ist durch und durch eine Eishockeystadt. Gerade mit der DEG haben wir hier einen kompetenten Partner an der Seite. Wir wollen gemeinsam mit der DEG in Düsseldorf eine eigene Mannschaft aufbauen und deshalb sind wir hier, um auf den Sport aufmerksam zu machen.

Sie sind ja Düsseldorfer. Wo haben Sie bis jetzt gespielt?

Ich habe die letzten Jahre beim TuS Wiel gespielt in der Nähe von Gummersbach. Das ist zwar ein bisschen Fahrerei, war aber ganz erfolgreich: In dieser Saison sind wir gerade Deutscher Meister geworden.

Trotzdem möchten Sie in Düsseldorf eine Mannschaft aufbauen?

Ja, und die DEG ist auch sehr interessiert daran. Wir bekommen große Unterstützung. Nicht nur durch den Lehrgang jetzt. Seit Anfang des Jahres hatten wir eine Eiszeit hier und konnten in Düsseldorf ein offenes Training anbieten, dienstags von 21 bis 22 Uhr. Die Zeit werden wir wohl auch in der neuen Saison beibehalten.

Was braucht ihr denn, um eine Mannschaft aufzubauen?

Menschen (lacht)! Interessierte Menschen, die Spaß am Mannschaftssport haben. Unser Sport unterscheidet sich halt kaum vom normalen Eishockey, außer, dass man im Sitzen auf einem Schlitten spielt und, dass man zwei Schläger hat. Auch jeder gesunde Mensch kann es spielen, in der Liga gibt es da keine Einschränkung. Nur in der Nationalmannschaft gibt es die Regel, dass man eine Behinderung an den unteren Gliedmaßen haben muss. Im Ligabetrieb kann aber jeder mitspielen. Also laden wir auch die ein, die sagen: ich habe früher gerne Eishockey gespielt, jetzt machen aber die Knie nicht mehr mit. Die können sich in einen Schlitten setzen und mitzocken. Auch Frauen sind willkommen. Männlein und Weiblein spielen zusammen in einer Mannschaft.

Wie sind Sie zum Sport gekommen?

Ich hatte einen Verkehrsunfall, aufgrund dessen ist mir das linke Bein abgenommen worden. Vorher hatte ich sehr intensiv bei der TSG Benrath Handball gespielt. Und dann sucht man natürlich irgendwann einen sportlichen Ausgleich. Basketball war jetzt nicht so meins, dann habe ich mich auf die Suche gemacht und bin auf Para-Eishockey gestoßen. Ich habe mir das angeguckt und dann war es um mich geschehen. Zehn Jahre später war ich mit der Nationalmannschaft in der halben Welt unterwegs, habe eine Goldmedaille bei der B-WM gewonnen und war zweimal Deutscher Meister. So kann es gehen.

(PK)