Der kleinste DEL Standort ließ grüßen

43100 Einwohner hat Bietigheim-Bissingen und somit rund 4500 weniger als Niederbayern‘s Straubing(en), der als kleinster Erstliga Standort bisher galt.

Die ruhmreiche DEG aus der Großstadt Düsseldorf besuchte erstmals eben diesen DEL Spielort (zwischen Heilbronn und Ludwigsburg gelegen) und gab dort seine Visitenkarte ab. Wenn man schon einen Neuling in der obersten Liga hat, dann ist es auch Ehrensache, persönlich vor Ort die eine oder andere Hand zu schütteln und – Queen Mum ähnlich – winke, winke zu machen (besonderen Gruß an Geli, Martin und Wolfgang, es war mir eine Ehre).

Die schnuckelige EgeTrans Arena mit gerade einmal 4517 Plätzen gibt es seit Dezember 2012, hat also noch quasi die Eierschalen hinter den Löffeln. Das kann man von der DEL-Erfahrung der „Bibiheim“-Cracks auch behaupten, das Team ist ja sehr frisch in der DEL (böse Zungen behaupten, weil Kassel letztjährig freiwillig seinen Aufstieg verdaddelt hat), aber dafür verkauften sich die Mannen von Headcoach Daniel Naud und den erfahrenen Spielern Constantin Braun, Alex Preibisch (!) und Daniel Weiß bisher mehr als passabel. Gerade am Freitag musste in der Overtime der Düsseldorf Nachbar aus Krefeld dran glauben.

Die DEG Freitag mit – ich sag mal – zurückhaltender Leistung gegen elend effektive Adler, hatte ganz gewiss große Lust, den Steelers (den Namen verpassten sie sich, weil der damalige Hauptsponsor ein Edelstahl-Fabrikant war) die Leviten zu lesen.

In den Foren geisterte so manchmal die Vermutung umher, dass das Duell DEG gegen Bietigheim relevant sein würde, wer am Ende der Saison den Gang eine Abteilung abwärts antreten muss. Dazu sage ich locker aus der Hüfte: Bullshit! Ich trommel mal kräftig und behaupte, die beiden Teams kabbeln sich um die Pre-Playoff-Plätze, mit der Tendenz – zumindest bei Düsseldorf – zu Höherem, sprich unter den Top Sechs nach der Hauptrunde zu landen.

Wie allseits bekannt, knöpfe ich mir zu gerne immer jemanden vor, den ich während eines Spiels dauernd betrachte und da stellte sich bei mir die Frage – nicht erst seit des Spiels am Sonntag bei den Steelers – wer denn eigentlich dieser quirlige Brendan O’Donnell bei den Rot-Gelben ist? Der fiel mir schon gegen Mannheim sehr positiv auf.

Foto: Birgit Häfner

Wusstet ihr übrigens, dass es zum Coach Kreis eine Verbindung gibt? Beide kommen aus Winnipeg-Manitoba, dieser Stadt, die im Winter als eine der kältesten Städte der Welt gilt. Während fünf Monaten des Jahres liegen die Durchschnittstemperaturen unterhalb des Gefrierpunktes. Ehrlich? Da würde ich Düsseldorf alleine des Wetters wegen immer vorziehen. Alles richtig gemacht Brendan.

KHL, Österreich, Tschechien und Slowakei waren seine Stationen und er konnte dort schon mehr als einmal sein Können unter Beweis stellen. Ein feiner Schlittschuhläufer mit einem eben so feinen Händchen, so ganz nach meinem Geschmack. Es hat zwar nicht zu einem Erfolgserlebnis persönlich und fürs Team gereicht, aber die #21 hat ihre Chancen genommen und bekommen, alleine sein Umgang mit dem gebogenen Holz und sein Auge für die Mitspieler, alla bonheur.

Es war – trotz des Ergebnisses – eine tolle Fahrt, prima Atmosphäre und immer eine Reise wert. Kopf hoch DEG, das wird wieder.

Euer Heiko Sauer

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