Deutlich verbessert, aber am Ende glücklos

DEG verliert mit 4:5 nach Penaltyschießen

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Vier Tage nach dem 0:7 in Wolfsburg zeigt sich das Team um Kapitän Alexander Barta beim zweiten Spiel des Magenta Sport Cups in Bremerhaven stabiler. Doch am Ende reicht eine 4:3-Führung nicht zum ersten Sieg – weil die Pinguins in der Schlussminute ausgleichen und die Düsseldorfer Stürmer bei fünf Penaltys allesamt leer ausgehen.

Das nackte Ergebnis des ersten Spiels in Wolfsburg hatte Niki Mondt nicht aus der Ruhe gebracht. „Ich mache mir keine Sorgen“, erklärte der Sportdirektor der Düsseldorfer EG im Anschluss an das 0:7 zum Auftakt des Magenta Sport Cups. Mit kleinem Kader, wenig Trainingseinheiten im Vorfeld und dementsprechend ohne jegliche Erwartungshaltung war der DEG-Tross ins erste Spiel seit Anfang März gegangen. So wollte das deutliche Resultat anschließend niemand überbewerten.

Am Mittwochabend sah vieles schon ganz anders aus. Beim zweiten Spiel des Vorbereitungsturniers auf die nun offenbar definitiv stattfindende Saison 2020/21 in der Deutschen Eishockey Liga kassierte die DEG zwar erneut eine Niederlage, präsentierte sich beim 4:5 nach Penaltyschießen in Bremehaven aber bereits deutlich verbessert. „Das Ding hätten wir zumachen müssen“, sagte Kapitän Alexander Barta. „In der Overtime gab es ein Überzahlspiel, da kannst du gerne auch mal ein Tor schießen. Aber es war insgesamt ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn wir wieder den Start verschlafen haben.“

Fehler und Pech verhelfen den Pinguins zur schnellen Führung

Was Barta damit meinte, waren die ersten acht Spielminuten. In denen dürfte sich Thomas Dolak ein bisschen vorgekommen sein wie TV-Wetterexperte Phil Connors im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Der Grund: Vieles erinnerte an den vergangenen Samstag bei den Grizzlys. Da lag die Mannschaft des 41-Jährigen, der in erneuter Abwesenheit des aus privaten Gründen verhinderten Cheftrainers Harold Kreis abermals die Verantwortung inne hatte, schnell mit 0:3 zurück.

Ross Mauermann (5.) und Ziga Jeglic (8.) hatten die Pinguins mit 2:0 in Führung geschossen – unter erheblicher Mithilfe der Gäste. Beim ersten Gegentor sah Hendrik Hane äußerst unglücklich aus, als er die kurze Ecke des von ihm gehüteten Tores nicht richtig abdeckte. Dreieinhalb Minuten später prallte der Puck bei einem eher harmlosen Abschluss vom linken Schlittschuh Marco Nowaks ins eigene Tor.

Kammerer und Flaake stellen noch vor der ersten Pause auf 2:2

Doch anders als im ersten Spiel zeigte die DEG nach schwachen ersten zehn Minuten eine Reaktion, die sich auch auf der Anzeigetafel bemerkbar machte. Zunächst nutzten Daniel Fischbuch als Vorbereiter und Max Kammerer als Torschütze einen Ausrutscher von Bremerhavens Niklas Andersen in der defensiven Zone der Düsseldorfer zu einem Zwei-auf-eins-Break und dem 1:2 (13.), dann sorgte Jerome Flaake (14.) nur 26 Sekunden nach dem Anschlusstreffer für den 2:2-Ausgleich.

Im zweiten Abschnitt schoss Anders Krogsgaard (38.) die Bremerhavener erneut nach vorn, doch nach Flaake traf auch Charlie Jahnke in seinem ersten Spiel nach mehr als acht Monaten – beide Angreifer hatten in Wolfsburg noch gefehlt. Der 22-Jährige wurde bei seinem Treffer zum 3:3 in der 39. Minute von Tobi Eder in Szene gesetzt und verlud Pinguins-Torhüter Brandon Maxwell, ehe er den Puck über die Linie drückte.

DEG kassiert 42 Sekunden vor dem Ende das Tor zum 4:4

Auch im Schlussdrittel zeigte sich die DEG konsequent im Bestrafen der Bremerhavener Fehler. Als Luca Gläser in der eigenen Zone zu sorglos mit der Scheibe umging, klaute DEG-Kapitän Barta seinem Gegenspieler das Spielgerät und traf zum 4:3 (44.). Dieses Ergebnis hatte bis in die Schlussminute hinein Bestand, dann sorgte Andersen 42 Sekunden vor der Sirene für das 4:4.

Beinahe hätte es zwei Sekunden vor dem Ende sogar das 5:4 für die Gastgeber gegeben, doch DEG-Torhüter Hane parierte die letzte Möglichkeit der Pinguins in der regulären Spielzeit mit dem rechten Schoner. In der Verlängerung gab es trotz der Vier-gegen-drei-Überzahlsituation keine Entscheidung, im Penaltyschießen scheiterten Fischbuch, Flaake, Barta, Kammerer und Jahnke. Mauermann schoss die Pinguins mit dem insgesamt zehnten Penalty schließlich zum Sieg.

Es war nicht schwer, besser aufzutreten als in Wolfsburg. Auch wenn es die Vorbereitung ist, wollen wir diese Spiele gewinnen. Wir tun uns noch schwer und machen noch zu viele leichtsinnige Fehler“, fasste Kammerer den Eishockeyabend aus DEG-Sicht zusammen.

Statistik: Fischtown Pinguins – Düsseldorfer EG 5:4 n.P. (2:2, 1:1, 1:1, 0:0, 1:0)
DEG/Tor: Hane (Hegmann); Abwehr: Nowak, Ebner – Jensen, Geitner – Dersch, Zanetti; Sturm: Fischbuch, Barta, Kammerer – Ehl, Buzas, Eder – Flaake, Stelzmann, Jahnke – Bongers, Wrede
Schiedsrichter: Schrader/Schukies
Zuschauer: keine
Tore: 1:0 (4:01) Mauermann (McMilian, Hilbrich), 2:0 (7:38) Jeglic (Krogsgaard), 2:1 (12:44) Kammerer (Fischbuch/4-5), 2:2 (13:10) Flaake (Jahnke, Eder), 3:2 (37:43) Krogsgaard (Alber, Urbas), 3:3 (38:29) Jahnke (Eder, Geitner), 3:4 (43:28) Barta, 4:4 (59:17) Andersen (Wahl/6-5), 5:4 (65:00/Penalty) Mauermann
Strafminuten: 10:10
Torschüsse: 38:24

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