Die Ansprüche steigen

3x3-Basketballer mit großen Zielen nach Utrecht

Foto: Kenny Beele

Erst seit wenigen Monaten gibt es in Düsseldorf ein professionelles 3×3-Basketballteam. Doch letztens ging es beim Challenger-Turnier in Lettland schon fast ins Halbfinale. Für den nächsten Auftritt in den Niederlanden sind die Ziele entsprechend hoch. Und über allem steht ein noch größerer Traum.

Nächster Halt Utrecht, in zwei Wochen geht es nach Abu Dhabi – das 3×3-Basketball-Team LFDY Düsseldorf ist mal wieder auf Tour zu den nächsten Challenger-Turnieren. Und nach dem nur knapp verpassten Halbfinale Ende August im lettischen Riga sind die Ansprüche gestiegen: „Das Ziel ist, in naher Zukunft mal einen dieser Challenger an uns zu reißen“, sagt Shawn Gulley.

Das klingt ambitioniert, zwar stellen die Düsseldorfer einen Großteil der deutschen Nationalmannschaft in der recht jungen Basketball-Variante, die in Tokio erstmals olympisch war. Aber das LFDY-Team gibt es ja erst ein paar Monate. Trotzdem sagt auch Trainer Kevin Magdowski vor dem Turnierstart am Sonntag in den Niederlanden: „Wenn man die Zeitleiste sieht, wäre ein Halbfinale jetzt dran.“

Eins von 64 Profiteams weltweit

Das wäre nicht nur ein sportlicher Lohn der „harten Arbeit“ (Gulley), das würde auch Preisgeld bedeuten. Die Basketballer spielen ja nicht nur zum Spaß, vier von ihnen sowie ihr Trainer sind Vollprofis, nur Lokalmatador Deions Giddens geht nebenbei noch einem anderen Job nach, trainiert aber natürlich ebenfalls unter Leistungssportbedingungen.

Zusammen bilden sie eins von 64 Profiteams weltweit. Die spielen aber nicht in Ligen, sondern auf einer Tour, man muss sich das in etwa wie beim Tennis oder Golf vorstellen. Es gibt eine Elite-Tour mit den besten Teams der Weltrangliste (Masters), und es gibt eine Tour darunter (Challenger).

Bei denen treten die Düsseldorfer seit diesem Jahr als neues Team an. „Der erste Sommer ist immer der Sommer zum Lernen, man muss sich hocharbeiten“, sagt Magdowski, der sich wie seine Spieler erst mal an das neue Spiel gewöhnen musste. Schließlich kommen sie alle aus dem klassischen 5×5-Basketball. Beim 3×3 auf einen Korb geht aber alles viel schneller, jeder Spieler hat mehr Verantwortung, es gibt so gut wie keine Pausen, zudem ist der Ball ein anderer. Auch in der Halle irrelevante Sachen wie Lichtverhältnisse, Wetter oder Wind spielen plötzlich eine Rolle. „Deswegen trainieren wir so oft es geht draußen.“ Im Arena-Sportpark, sonst geht es in die Halle im Sportpark Niederheid.

Die Umstellung scheint gut zu funktionieren. „Die Entwicklung ist da“, sagt Magdowski, „von am Anfang sang- und klanglos in der Qualifikation raus bis zum Top-8-Platz letztens in Riga.“ Das macht sich auch in der Weltrangliste bemerkbar: „Wir sind ganz hinten auf dem 64. Platz gestartet, jetzt stehen wir an 31“, sagt der Trainer. Und wenn im November die neue Liste veröffentlicht wird, dürfte es erstmals für die Top-25 reichen. „Wir sind die Mannschaft, die dieses Jahr die meisten Plätze gut gemacht hat.“

Schwere Qualifikation in Utrecht

Foto: LFDY

Das ist nicht nur etwas fürs Ego, das hat auch den schönen Effekt, dass die Düsseldorfer vor Turnieren höher eingestuft werden. Jetzt in Utrecht müssen sie noch in die Qualifikation. Lediglich zehn Teams sind gesetzt, die anderen sechs spielen vorher in zwei Dreiergruppen die letzten beiden Starter im Hauptfeld aus. Und das dürfte alles andere als einfach werden.

LFDY trifft in seiner Gruppe auf ein Team aus Moskau und das aus Aachen, den Gegner aus dem verlorenen Halbfinale bei der Deutschen Meisterschaft. „Da brennt es unter den Fingernägeln, dass wir Revanche nehmen“, sagt Magdowski, der aber größer denkt. 2022 will er weiter in der Weltrangliste klettern, 2023 sollen die Düsseldorfer zu den Topteams der Welt gehören, dauerhaft bei Masterturnieren spielen. Und 2024 soll der Höhepunkt folgen: Olympia in Paris.

Weitere Infos zum Düsseldorfer 3×3-Team gibt es hier und auf Instagram.

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