Michael Wevelsiep (re)
(Foto: Panther)
Michael Wevelsiep (re) (Foto: Panther)

“Die Mannschaft hat erst einmal frei…”

  • Donnerstag, der 10. Oktober 2019
  • News

Aus und vorbei. Die Panther steigen aus der Football-Bundesliga ab. Nach einer Saison ohne Sieg haben die Raubkatzen auch beide Relegationsspiele gegen Elmshorn verloren und gehen nach dem Aufstieg im Vorjahr wieder zurück in die GFL 2. Wir haben mit dem Vorstandsmitglied Michael Wevelsiep über den Abstieg und die Zukunft gesprochen.

Der Abstieg liegt jetzt ein paar Tage zurück. Haben Sie es schon verdaut?

Nein. Das liegt mir immer noch schwer im Magen, genau wie der ganzen Mannschaft und den Trainern. Wir sind von einem sehr erfolgreichen Jahr in ein Negativjahr gerutscht. Das ist nicht so einfach zu verkraften und wir sind jetzt auf Fehlersuche. Wir haben auch schon einige gefunden und werden diese in der nächsten Saison korrigieren. Jetzt allerdings in der 2. Liga.

Welche Fehler haben Sie bisher ausgemacht?

Der größte Fehler war der späte Zeitpunkt von der Verpflichtung von Cheftrainer John Leijten. Der Prozess hatte einfach zu lange gedauert und das schlägt sich dann sofort nieder. Der Trainer war zu spät vor Ort und hat zu spät den Kader aufbauen können. Wir hatten die Idee, dass wir mit der Verpflichtung eines professionellen Trainers alles professioneller wird bei uns. Leider haben wir feststellen müssen, dass das nicht funktioniert hat. Ich gebe John Leijten aber keine Schuld. Wenn er früher da gewesen wäre, dann hätte er seine Arbeit richtig aufnehmen können und auch den Kader zusammen stellen können. Das wäre sicher erfolgreicher gewesen.

Wie hat sich die späte Verpflichtung ausgewirkt?

Mit John Leijten sind auch die Importspieler erst spät zu uns gekommen und damit hat auch das Training erst sehr spät begonnen. So haben sich viele Technikfehler eingeschlichen und viele Strafen bekommen. Das hat uns am Anfang viele Spiele gekostet. Das ist zum Glück zur Mitte der Saison besser geworden, aber am Ende des Tages hat es leider nicht gereicht.

Letztes Jahr sind Sie souverän aufgestiegen, dieses Mal abgeschlagen abgestiegen. Sind Sie zu gut für die GFL 2 und zu schwach für die GFL?

Wir sind ja nicht nur Tabellenletzter geworden. Wir waren auch Schlusslicht bei den Etats der GFL. Es gibt reichere Vereine als uns, zum Beispiel Braunschweig, Dresden oder Hildesheim. Unser Ziel war es zwar nicht, uns mit denen zu messen, aber Hildesheim zum Beispiel hat insgesamt 28 Importspieler gehabt. Da kommen wir mit unseren acht bis zehn gar nicht mit. Das ist auch ein qualitativer Unterschied. Momentan sind wir wirklich zwischen Himmel und Hölle.

Was wird sich ändern?

Jetzt hoffen wir, dass wir früh genug mit allen Entscheidungen durch sind. Im Oktober soll der Trainer fest stehen, im November wollen wir mit dem Training beginnen. Wir wollen in der GFL 2 erfolgreich spielen und irgendwann gestärkt in die GFL zurückkehren.

Ist der direkte Wiederaufstieg Pflicht?

Nein. Wir werden der Mannschaft oder dem Trainer aber niemals sagen, dass sie nicht aufsteigen dürfen. Rein finanziell gesehen, macht die GFL2 erst einmal mehr Sinn. Wir haben mehr Heimspiele, müssen weniger reisen. In dieser Saison haben wir fast 50000 Euro Reisekosten gehabt, das muss man auch erst einmal rein bekommen. Wir wollen uns als Verein erst einmal sammeln und dann gestärkt zurück kommen. Das muss aber nicht direkt wieder sie.

Tim Johnson ist als Headcoach eingesprungen. Wird es mit ihm weiter gehen?

Tim Johnson wird ein Panther bleiben, aber er wird kein Headcoach mehr sein. Da sind wir uns einig. Er ist ein Mann mit viel Erfahrung und viel Football-Intelligenz und hat seine Sache gut gemacht. Er hat ein gutes Standing in der Mannschaft und wir wollen weiter mit ihm arbeiten.

Wie steht es mit dem Umzug auf die Anlage in Garath?

Das ist ein Riesentraum des ganzen Vereins und wenn wir das verwirklichen könnten, dann wäre das ein Schlüssel zum Erfolg. Das würde uns sehr gute Trainer und hochklassige Spieler bescheren, die auf einer so hochklassigen Anlage spielen und trainieren wollen. Wir haben guten Zuspruch der Stadt und seitens der Politik. Was fehlt ist das Geld. Das können wir selbst nicht aufbringen, aber alle beteiligten Seiten sind für das Projekt. Jetzt warten wir ab, was die nächsten Monate bringen. Mit so einer Anlage hätten wir in Deutschland und vielleicht sogar in Europa ein Alleinstellungsmerkmal.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Mannschaft hat erst einmal frei, wir arbeiten im Hintergrund. Am 24. Oktober kommt das Team noch einmal zusammen. Dann machen wir eine Abschlussfeier und reden über die Vergangenheit und über die Zukunft. Dann werden auch schon neue Spieler dabei sein, die sich uns anschließen werden und wenn alles gut geht, dann stellen wir dann auch schon den neuen Trainer vor. Es geht also weiter.

(PK)