„Die Nationalhymne macht mir eine Gänsehaut“

Fortune Fedor Brack spielt für Deutschland

Fedor Brack - Foto: Frederic Scheidemann

von Norbert Krings

INTERVIEW: Die Sportart Futsal sorgt in Düsseldorf derzeit für große Aufmerksamkeit. Am Samstag und Sonntag werden zwei Länderspiele gegen Wales im CASTELLO ausgetragen und zwei Spieler des Futsal Bundesligisten Fortuna Düsseldorf sind dabei. Lukas Sepp (19 Länderspiele) und Fedor Brack (29 Jahre alt) haben einen Lehrgang in Wedau hinter sich und freuen sich riesig auf ihr “Heimspiel” mit der Nationalmannschaft in ihrer Halle. Wir sprachen mit Fortunas Kapitän Fedor Brack, der sehr stolz ist, für Deutschland spielen zu dürfen.

Herr Brack, erst einmal herzlichen Glückwunsch für die erstmalige Berufung in die Nationalmannschaft im Futsal. Wie kam es jetzt zu dieser Nominierung?
Fedor Brack: Ja, danke. Ich finde es sehr cool, dabei sein zu können und für Deutschland zu spielen. Es ging ganz schnell. Nach dem Auftaktspiel in der Futsal-Bundesliga und unserem Sieg gegen die HSV Panthers hat Marcel Loosveld, der Bundestrainer, angerufen, und mir in einem kurzen Gespräch erklärt, dass ich nominiert und ob ich für den Lehrgang und die Länderspiele verfügbar sei. Das habe ich bejaht, daraufhin ging alles seinen Weg. Der Bundestrainer war wie viele andere Funktionsträger im Futsal bei der Saisoneröffnung dabei.

Mussten Sie sich dafür jetzt frei nehmen?
Brack: Das hat zeitlich zum Glück gut gepasst, weil ich in dieser Woche Urlaub eingereicht hatte. So war das kein Problem. Dann habe ich die offizielle Einladung erhalten und bin seit Dienstag in der Sportschule Wedau.

Fortunas Futsaler Fedor Brack spielt für die deutsche Nationalmannschft. Foto: F95

Beim Futsal gibt es auch für die Nationalspieler noch kein Profitum, was machen Sie beruflich?
Brack: Ich bin an sich Apotheker und zusätzlich an der Uni-Klinik im Institut für Pharmakologie und klinische Pharmakologie, mache gerade meinen Doktor in der Uni-Klinik und erforsche da eine Aorten-Erkrankung. Zudem arbeite noch in den Impfzentren. Futsal war für mich immer präsent, und deshalb habe ich mich dafür entschieden, in Düsseldorf zu bleiben und eine Promotion anzustreben. So bin ich dann zeitlich flexibel.

Inzwischen hat die Fortuna eine richtig gute Mannschaft zusammen, oder?
Brack: Ja, das ist auf jeden Fall so. Wir haben ein anderes Konzept verfolgt in dieser Saison. Diesmal haben wir mehr auf heimische Spieler aus dem Umfeld gesetzt. Da haben sich auch alle sehr gut eingefügt. Wir sind eine Einheit, haben zusammen Spaß. Ich kann gar nicht beschreiben, wie gut sich das anfühlt. Es war einfach so in den beiden ersten Spielen, dass wir sehr miteinander spielen, kämpfen und füreinander einstehen. Wir haben keine großen Individualspieler. Unsere große Stärke ist dieses mannschaftsdienliche Spiel und der Zusammenhalt.

Die Nationalhymne vor dem Bundesliga-Auftaktspiel.
Foto: Frederic Scheidemann

Aber rein zufällig ist das nicht, dass Sie und Lukas Sepp nominiert wurden?
Brack: Ja gut, das stimmt vielleicht. Aber auch andere wie Michel Schnitzerling oder Torhüter Christian de Groodt zählen zum erweiterten Kreis. Da wären noch ein paar andere. Wenn man das Ganze nicht professionell macht, kann man nicht immer sagen, ich fahre da mal für eine ganze Woche mit.

Was waren die Inhalte des Lehrgangs?
Brack: Es ging erst einmal um die Regeln des Zusammenseins und was der Trainer von uns erwartet und auch wir von ihm. Ein Belastungstest, zweimaliges Training am Tag und längere Besprechungen gehörten dazu, und wie wir die besprochene Taktik umgesetzt haben. Das war schon sehr professionell. Da blieb keine Zeit bei dem minutiösen Programm für etwas anderes. Ein großer Betreuerstab sorgte für das Drumherum. Ich wurde als Neuer jedenfalls sehr gut integriert.

Was sind Ihre Stärken, die Grundlage für die Nominierung waren?
Brack: Ich denke, mein Zweikampfverhalten war entscheidend, also die defensiven Aspekte standen im Vordergrund. Ich lasse vor dem eigenen Tor nicht viel anbrennen und habe mich auch taktisch und technisch weiterentwickelt. Und ein Quäntchen Glück spielt auch eine Rolle, wenn vielleicht andere Spieler abgesagt haben. Das weiß ich letztlich aber auch nicht ganz so genau. Mit der Fortuna, der Bundesliga und zwei Auftakterfolgen steht man steht man natürlich im Fokus. 

Fühlen Sie das als Ehre, für Deutschland an diesem Wochenende aufzulaufen?
Brack: Das ist auf jeden Fall so. Ich fand es schon so total gut, als wir bei der Saison-Auftakt-Begegnung die Nationalhymne hören durften. Dieses gemeinschaftliche Gefühl war schon cool. Und das stelle ich mir bei meinem ersten Länderspiel auch toll vor, wenn die Hymne dann erklingt. Ich kriege da immer wieder eine Gänsehaut. Das ist jedes Mal ein großartiges Erlebnis.

Was kann man denn über den Gegner in diesen beiden Spielen sagen?
Brack: Das tut mir leid, da kann ich nicht viel zu sagen. Das Team aus Wales ist ein große Unbekannte. Das letzte Spiel dieser Mannschaft liegt schon zwei Jahre zurück. Da derzeit die WM im Futsal ist, kamen Topteams wie die aus Brasilien, Spanien, Portugal oder Russland auch nicht als Gegner in Frage.

Wie geht es denn mit Fortuna weiter und was ist noch möglich?
Brack: Was ich jetzt festgestellt habe, ist die Tatsache, dass Auswärtsspiele mit der Fahrt dorthin sehr schlauchen und man kaum mit 100 Prozent Leistungsfähigkeit und Mentalität antreten kann. Das sollte man auf jeden Fall bedenken, wenn man Ziele ausgibt. Zudem gibt es keine wirklich schlechten Mannschaften in dieser Liga. Noch hat man in dieser Liga wenig Erfahrung, wie die Teams die Belastungen wegstecken. Ich wäre sehr froh, wenn wir möglichst oft die Leistungen zeigen, die wir in den ersten beiden Partien aufs Parkett gebracht haben. Was dann daraus wird…

Am Samstag ab 16 Uhr und am Sonntag ab 18 Uhr empfängt die deutsche Futsal-Nationalmannschaft die Auswahl aus Wales im CASTELLO. 

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