Die neue starke Frau bei Rhein Fire

Patricia Klemm fungiert als General Managerin

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Um in der European League of Football direkt erfolgreich zu sein, schafft die Düsseldorfer Football-Franchise professionelle Strukturen auf und neben dem Rasen. Mit der 31 Jahre alten Ex-Spielerin gibt es seit dem 1. Dezember eine Geschäftsführerin mit Vollzeitstelle. Die Sportstadt stellt Patricia Klemm genauer vor.

Sie hat direkt richtig losgelegt, Warten bis zum offiziellen Jobantritt konnte für Patricia Klemm keine Option sein. Zu groß war die Freude über die neue Aufgabe und zu wichtig waren die ersten „To-do-Listen“. Die 31-Jährige ist die neue starke Frau bei den Footballern von Rhein Fire. Seit dem 1. Dezember ist sie mit einer Vollzeitstelle General Managerin. Ihre bisherige Arbeit als Vertriebsmitarbeiterin im Außendienst eines Sportartikelherstellers hat sie nun aufgegeben.

„In den vergangenen zwei Monaten habe ich quasi zwei Jobs ausgeübt. Jetzt liegt der ganze Fokus auf meinen Aufgaben für Rhein Fire. Wir wollen in der European League of Football einen guten Start hinlegen und dafür arbeiten wir alle akribisch und mit viel Herzblut an den entsprechenden Dingen“, sagt die ehemalige Footballspielerin, die als Wide Receiver bei den Solingen Paladins begann und bis zu ihrem aktiven Karriereende bei den Bochum Miners als Runningback agierte.

„Das positive Feedback nach der Bekanntgabe
unseres Comebacks hat uns allen
wahnsinnig viel Antrieb gegeben.“

Als General Managerin (Geschäftsführerin) kümmert sich Patricia Klemm nun um alle sichtbaren und unsichtbaren Angelegenheiten in der Saison und der Off-Season. Zu ihren ersten großen Aufgaben zählt das Finden einer geeigneten Heimspielstätte. Favorisiert schien zuletzt das Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich, offiziell ist aber noch nichts. „Wir haben Gespräche mit der Fortuna geführt. Auch mit der Stadt gab es bereits entsprechenden Austausch. Wir werden hoffentlich bald verkünden können, wo wir 2022 das Feuer entfachen“, sagt die leidenschaftliche Golfspielerin.

Erste Begegnung mit Rhein Fire vor 16 Jahren

Ihre Liebe zum American Football wuchs vor rund 16 Jahren. 2005 besuchte Patricia Klemm erstmals ein Spiel von Rhein Fire in der damaligen NFL Europe: „Unser Englischlehrer hatte sich um die Karten gekümmert. Ich fand das Ganze direkt mega-faszinierend und kann mich noch daran erinnern, dass Guildo Horn aufgetreten ist. Über unseren Gesellschafter Martin Wagner kam nun die Verbindung wieder auf und ich schließlich zu meiner neuen Aufgabe.“

Foto: Kenny Beele

Ihr Masterstudium in General Management mit der Ausrichtung Sportbusiness absolvierte Klemm beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Nach Diana Hoge von Berlin Thunder ist sie nun die zweite Frau in der European League of Football auf einer Managerposition. „Als Frau in einer Führungsrolle kann es in manchen Situationen vielleicht ein bisschen schwieriger sein. Aber ich möchte unter Beweis stellen, dass wir den Männern in nichts nachstehen. Dass ich die zweite General Managerin in der ELF bin, freut mich sehr. Beim GFL-Team in München gibt es mit Nadine Nurasyid nun auch erstmals einen weiblichen Head Coach. Das zeigt, dass es in die richtige Richtung geht und macht mich stolz.“

Verschiedene Generationen von Rhein-Fire-Fans zusammenzubringen, das sieht Patricia Klemm als einer ihrer wichtigsten Aufgaben der kommenden Wochen und Monate an. Denn gerade die älteren Anhänger könnten hin und wieder noch die Parallelen zur Zeit der NFL Europe ziehen, während die jüngeren Footballfans nicht zuletzt durch die hierzulande gestiegene TV-Präsenz der National Football League eine andere Prägung mitbringen.

„Das positive Feedback nach der Bekanntgabe unseres Comebacks hat uns allen und natürlich auch mir persönlich wahnsinnig viel Antrieb gegeben. Wir wollen alte und neue Fans in die gleiche Richtung bringen. Dieser Spagat wird sicherlich eine kleine Herausforderung“, glaubt die ehemalige Zweitligaspielerin. Doch genau auf diese und andere Angelegenheiten freut sich Klemm besonders – und sie hat gewiss nicht erst am 1. Dezember mit der Umsetzung begonnen. Denn das Feuer in ihr lodert bereits seit dem offiziellen Comeback im September wieder so richtig. Und erloschen ist es seit ihrer ersten Begegnung mit Rhein Fire vor 16 Jahren ohnehin nie.

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