DSD setzt mit großem Erfolg auf die Jugend

Der männliche Hockey-Nachwuchs ist nicht zu stoppen

Foto: DSD

von Norbert Krings

Mein meint fast, die männliche Hockey-A-Jugend des Deutschen Sportklubs Düsseldorf spielt in einer anderen Dimension. 7:0 wurde das Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft vom DSD gegen das Team von Uhlenhorst Mülheim gewonnen. Eine beeindruckende Leistung eines Vereins, der sich ohne als zu bescheiden zu gelten, als Familienverein bezeichnen darf. Eine großartige Atmosphäre im Verein muss nicht unbedingt erfolgreichem Sport im Weg stehen. Im Gegenteil, beim DSD funktioniert diese Art der Harmonie bestens.

Wir sprachen mit Holger Muth, einem der Macher des Erfolgs beim DSD. Herr Muth, das Ergebnis von 7:0 ist doch kein Übermittlungsfehler, oder?
Holger Muth: Nein, das war schon krass. Wir hatten extrem viele Zuschauer auf der Anlage. Für ein Jugendspiel sind 500 Leute wirklich viel, und es herrschte tolle Stimmung. Das Spiel war bis auf die ersten Minuten total einseitig. Mit dem ersten Tor von uns ist der Gegner dann nach und nach auseinandergefallen. Da wir in der Jugend-B Westdeutscher Meister waren, hatten wir aufgrund der Losung in die Gruppe A auch immer Heimrecht in Halbfinale und Finale.

Holger Muth ist als Koordinator und Organisator ein wichtiger Weichensteller beim DSD. Foto: DSD

Uhlenhorst ist auch kein kleiner Verein…
Muth: Das stimmt, und deren Verantwortliche haben sich die Augengerieben und geklagt, dass man sich doch nicht so präsentieren könnte. Unser Team hatte eben einen sehr guten Tag. Wir waren zwar favorisiert, aber solche Ergebnisse sind in dieser Jugend und in der Leistungsdichte nicht üblich. Seit den B-Knaben haben wir, wenn die Meisterschaft ausgespielt wurde, immer den Titel mit dem Jahrgang 2003 – unterstützt von ein paar 2004ern – geholt, und zwar ohne Ausnahme. Diese Jungs haben, seitdem sie Hockey spielen, auf der eigenen Anlage als älterer Jahrgang keinen einzigen Punkt abgegeben und sonst nur in zwei unbedeutenden Spielen auswärts mal verloren.

Acht von den Jungs spielen schon in der ersten Mannschaft. Zahlt sich das umgekehrt auch für die Jugendspiele aus?
Muth: Ja, das tut es. Spieltechnisch nicht unbedingt, aber körperlich wird in der 2. Liga natürlich ganz anders gespielt. Das ist schon eine wichtige Komponente, wenn man sechs, sieben Bundesliga-Spiele hinter sich hat. Seit dem ersten Jahr in der A-Jugend darf man bei den Senioren spielen. In der Rückrunde haben die aufgerückten A-Junioren dann keine Doppelbelastung mehr und können sich ganz auf die 2. Liga konzentrieren. Die Jungs wollen diese letzte Jugendsaison aber auch gerne spielen. Wir wollen das langsam entwickeln und wir hoffen schon, in zwei, drei Jahren dann in der ersten Liga mit diesen Talenten anklopfen zu können. 

Stolz wird der Meisterwimpel präsentiert. Foto: DSD

Warum ist der DSD in der Jugend so gut?
Muth: Weil wir vieles anders und vielleicht besser machen als andere Vereine. Wir haben einen guten Plan und waren als Verein mit nur drei oder vier Jugendmannschaften im Jahr 2007 komplett am Boden. Mit den Herren waren wir sogar fast in die 2. Verbandsliga abgestiegen. Dann haben Uli Bergmann und ich einen Plan gemacht, viele ehemalige Jugendspieler zurück zum Verein geholt und haben die Jugendarbeit sehr intensiviert. Talentsichtung war wichtig, eigene Spieler als Jugendtrainer zu gewinnen, hat geholfen, um auch Identifikation zu schaffen. Wir sind ein kleiner Verein und haben das Glück gehabt, dass erste Erfolge auch weitere Spieler angelockt haben. Zudem haben wir die Eltern mit ins Boot geholt und Gemeinschaft geschaffen. Ich habe Elternabende gemacht, um zu erklären, wo wir hinwollen. Wir wollten keine Eltern, die nur ihre Kinder bei uns abgeben. Sie sollten sich auch einbringen und das Große und Ganze sehen. So konnten dann auch die Trainer ruhiger arbeiten. Wir mussten auf jeden Fall mehr machen als andere.

Das heißt, der Jahrgang 2003 wird beim DSD auch keine Ausnahme bleiben?
Muth: Der Jahrgang ist eine Ausnahme, was die Qualität und die Konstellation dieser Mannschaft angeht. Aber sie ist keine Ausnahme, was die Situation, die Entwicklung und die Absichten des Vereins betrifft. Alle unsere Jungendmannschaften im männlichen Bereich spielen mindestens Regionalliga. Und wir können uns vor Neuanmeldungen gar nicht mehr retten und mussten Wartelisten anlegen – auch wegen der Bebauung im Umfeld in Grafental. Wir haben auf jeden Fall vieles richtig gemacht. Das gilt wohl nicht für alle Konkurrenten in der Stadt.

Stolz zeigen die Jungs ihre Siegerurkunde. Foto: DSD

Wie gelingt es, so gute Trainer zu beschäftigen?
Muth: In Benny Federlin, Rachid Sadou, Julian Knippschild, Henrik Mertgens und Daniele Cioli haben wir ausgezeichnete Trainer, die wir vor allem innerhalb des Vereins ausgebildet haben. Sie haben als 16 und 17-Jährge als Co-Trainer angefangen und inzwischen viel gelernt. Drei Jungs machen ein duales Studium und so kann man sie auch an den Verein binden. Das hilft beiden Seiten. Henrik spielt in Mülheim in der ersten Liga, und wir würden uns freuen, wenn er irgendwann als Spieler zurückkommt und für uns auch in der Bundesliga spielen würde. Leider klappt das im Mädchenbereich noch nicht so gut. Wichtig war aber, dass unsere Damen in die 2. Liga aufgestiegen sind.

Ist ein Konkurrenzdruck mit dem Düsseldorfer Hockey-Club unausweichlich?
Muth: Nein, das empfinden wir nicht als Druck. Wir haben ein gutes Verhältnis. Es gibt da auch ein Gentleman-Agreement und keine gegenseitigen Abwerbungen. Es ist schön, dass wir uns in Düsseldorf den Ruf einer Hockeystadt erworben haben. Inzwischen haben wir allein über 100 Spieler im Herrenbereich. Das ist natürlich letztlich auch der guten Jugendarbeit zu verdanken.

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