Düsseldorf Panther bereiten sich auf „Corona-Saison“ der GFL2 vor

Verantwortliche sehen besondere Situation als eine Art Praxistest für neues Konzept

Foto: Düsseldorf Panther / Hubert Bädorf

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Vor dem Hintergrund der Mitte Juli veröffentlichten endgültigen Version der vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie überarbeiteten Bundesspielordnung (BSO) des American Football Verband Deutschland e.V. (AFVD) erklären sich die Düsseldorf Panther bereit, unter den gegebenen Umständen am Spielbetrieb der GFL2 teilzunehmen. Diese Zusage gilt selbstverständlich vorbehaltlich eventueller künftiger Auflagen der Politik oder Empfehlungen seitens der Wissenschaft. Der geplante Saisonstart der GFL2 ist für das zweite Septemberwochenende terminiert. Wie viele Partien gegen welche Gegner gespielt werden, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht endgültig fest. Nach derzeitigem Stand werden die Panther mit vielen jungen deutschen Talenten in ihren Reihen gegen die Assindia Cardinals aus Essen, die Langenfeld Longhorns und die Solingen Paladins antreten. Auf- und Absteiger werden definitiv nicht ermittelt.

Motiviert im „Kampf um die goldene Ananas“: Auch wenn mit der Teilnahme an der diesjährigen verkürzten GFL2-Saison keine sportlichen Meriten verdient werden können, sehen die Düsseldorf Panther dem vom AFVD legimitierten Spielbetrieb voller Vorfreude entgegen. „Zunächst einmal ist es für uns als Sportverein natürlich oberstes Ziel, unseren Mitgliedern die Möglichkeit zu bieten, ‚ihren‘ Sport auf bestmögliche Weise auszuüben,“ unterstreicht Michael Wevelsiep, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands. „Das Kräftemessen gegen andere Teams ist vor diesem Hintergrund zweifellos deutlich attraktiver als der reine Trainingsbetrieb.“

Die aktuelle Situation bietet zudem perfekte Voraussetzungen, um den vom frisch installierten Sportmanager Tim Haver Droeze und dem ebenfalls neuen Head Coach Douglas Fryer verfolgten Plan, verstärkt auf hungrige einheimische Talente zu setzen, einem ersten Praxistest ohne jeden Erfolgsdruck zu unterziehen. „Während die Schlüsselpositionen sonst zumeist mit Importspielern aus den USA besetzt sind, gehen wir jetzt komplett ohne diese in die Saison“, so Haver Droeze. Gleichzeitig betont er noch einmal deutlich, dass es sich dabei keinesfalls um eine „Notlösung“ handelt, sondern bereits in dem vor Corona vorgestellten neuen Konzept eine Stärkung der „deutschen Karte“ deutlich formuliert wurde. „Auch erinnere ich gern daran, dass wir bereits im vergangenen Jahr mit Sergej Kendus einem deutschen Running Back vertraut haben, der für viel Wirbel sorgte und einige Experten überraschte“, so der Niederländer. „Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen und jetzt natürlich noch mehr Positionen mit deutschen Spielern besetzen. Die Düsseldorf Panther haben  ein enorm erfolgreiches Jugendprogramm, das seit Jahren immer wieder viele junge und gut ausgebildete Talente hervorbringt. Wieso sollten wir diesen Talenten keine Chance geben?“

Auch Head Coach Fryer sieht den bevorstehenden Aufgaben voller Vorfreude entgegen: „Wir wollen diese Saison nutzen, um die Spieler ohne großen Druck auf die GFL2 Season 2021 vorzubereiten. Wir haben einige Neuerungen ins Training eingebracht, die schon jetzt erste Früchte tragen und unser Team auf ein neues Level bringen sollten. Der Verein und die Spieler haben sich für eine verkürzte und regional ausgespielte Saison ausgesprochen – und wir Coaches werden alles dafür tun, um das Team auf diese Spiele vorzubereiten.“

Den Unwägbarkeiten einer Pandemie ist es dabei geschuldet, dass die verkürzte GFL2-Saison mit geplantem Start Mitte September beispielsweise bei steigenden Infektionszahlen doch noch abgesagt werden kann. Auch haben alle zum jetzigen Zeitpunkt gemeldeten Vereine auch nach der am vergangenen Freitag abgelaufenen sogenannten Opt-out-Frist die Möglichkeit, die Teilnahme am Ligenbetrieb aus Corona-bedingten Gründen zurückzuziehen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.

AFVD-Präsident Robert Huber schrieb dazu vergangene Woche in einem Informationsschreiben an die Vereine: „Die Situation ändert sich ständig, Rahmenbedingungen selbst für die nächsten Wochen sind stets nur abzuschätzen, und es ist nur natürlich, dass es dabei auch Rückschläge geben kann. […] Eine Rückgabe der Lizenz oder ein […] Nichtantreten ist […] in ‚normalen Spielzeiten‘ zwingend mit einer Geldstrafe verbunden. Diese Regelung musste für 2020 nun natürlich modifiziert werden, und geschehen ist dies, indem für die Saison 2020 der Automatismus der Geldstrafe aufgehoben wurde, wenn ein Verein aus Gründen der Covid-19-Pandemie nicht antreten kann. Damit ist die Freiwilligkeit der Teilnahme für die Vereine umgesetzt worden. […] Auch wird mit der Rückgabe die Spielberechtigung in der Liga für die Zukunft nicht abgegeben. […] Das geänderte Lizenzstatut sichert dem Verein zu, 2021 für die Lizenzliga melden zu können, für die der Verein 2020 qualifiziert war.“

Die Jugendteams und die Frauenmannschaft der Düsseldorf Panther sind derzeit ebenfalls mit der Organisation eines Spielbetriebs beschäftigt. So wollen die U19 GFL-J sowie die U16 an einer „Notliga“ teilnehmen, die U10, U13 sowie die Frauen haben Interesse an Freundschaftsspielen. Dies wurde dem verantwortlichen American Football und Cheerleading Verband Nordrhein-Westfalen e.V. (AFVCNRW) vor zwei Wochen auf Nachfrage mitgeteilt. Der Verband arbeitet derzeit an der Planung möglicher Spiele.

(CvZ)

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