„Ein Erfolg bei der EM wäre perfekt“

Interview: Ruderin Leonie Menzel freut sich auf den Restart

Foto: RC Germania

von Norbert Krings

Am Freitag ist es endlich wieder soweit. Leonie Menzel misst sich in Italien bei einer richtigen Regatta an der Seite ihrer Partnerin Annekatrin Thiele (Leipzig/36 Jahre) im Doppel-Zweier mit der internationalen Konkurrenz. Und es geht gleich mit einer Europameisterschaft los. Am Mittwoch ist die Mannschaft des Deutschen Ruderverbandes in Varese angereist, am Freitag beginnen die Wettkämpfe. Wir sprachen mit der 21 Jahre alten Ruderin vom RC Germania Düsseldorf, die auch Mitglied im ,Team 2021 Düsseldorf´ist.

Frau Menzel, wie sehr freuen Sie sich auf den Restart beim Rudern?
Leonie Menzel: Ich freue mich sehr darauf, nach der EM im vergangenen Jahr, die den Höhepunkt der Saison bildete und der letzte Wettkampf war, wieder einen ernsthaften Start zu haben. Die EM war die einzige Regatta im vergangenen Jahr. Bisher sind aber für die neue Saison alle Termine inklusive der Weltcup-Rennen bestätigt.

Wie waren die Trainingsbedingungen, und wie ist der Stand der Vorbereitungen?
Menzel: Unter den besonderen Umständen ist alles ganz gut gelaufen. Wir konnten auch in zwei Trainingslager nach Spanien und Portugal fliegen und dort trainieren. Ein weiterer Aufenthalt in Portugal wurde dann wegen der hohen Infektionszahlen dort abgesagt. Dann mussten wir in Deutschland trainieren, genau in der Zeit, als es in Deutschland mit minus 15 Grad ziemlich kalt war. Da sind wir aufs Ergometer umgestiegen. Ansonsten konnten wir gut trainieren. Im Vergleich zum Jahr davor ging nicht viel verloren.

Wo haben Sie hierzulande trainiert, da Ihre Partnerin ja nicht aus Düsseldorf kommt?
Menzel: Das Training findet in Berlin, am Stützpunkt statt. Wir sind häufiger dort als zuhause.

Wie funktioniert das Teamwork und wo liegen bei Ihnen beiden die jeweiligen Stärken?
Menzel: Annekatrin Thiele ist in ihrer Karriere schon sehr erfolgreich gewesen. Sie hat bereits eine goldene und zwei silberne Medaillen bei Olympischen Spielen gewonnen. Damit habe ich sehr viel Erfahrung mit im Boot. Ich kann sehr viel von ihr lernen. Da wir in die Nach-Qualifikation müssen, tut uns diese Erfahrung auch sehr gut. Wir ergänzen uns und verstehen uns sehr gut. Das ist nicht ganz unwichtig im Zweier.

Leonie Menzel freut sich wieder auf einen richtigen Wettkampf. Foto: RC Germania

Der Altersunterschied von 15 Jahren spielt keine Rolle…
Menzel: Nein, sie ist immer noch hochmotiviert, und ihr macht es weiterhin sehr viel Spiel. Man findet trotz des Altersunterschieds viele gemeinsame Themen.

Wie hat die Qualifikation für die EM funktioniert?
Menzel: Eigentlich standen die Bootsbesetzungen bereits im vergangenen Jahr. Es wurde festgelegt, dass die Zweier- und Vierer-Besatzungen erst einmal so bleiben, es sei denn jemand fällt wegen Krankheit oder Verletzung aus oder zeigt nicht die erforderliche Leistung. Die Bestätigung der Leistung erfolgte mit Ergometer-Tests. Die liefen bei uns gut, so dass es keine Argumente gegen uns gab.

Was rechnen Sie sich für EM-Chancen aus?
Menzel: Das Feld wird sich im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht großartig verändern, so dass man die Chancen einigermaßen gut einschätzen kann. Man weiß nie, wie gut die Teams durch den Winter gekommen sind. Ich denke, wir können zufrieden sein, wenn wir gute Rennen fahren werden. Daher möchte ich das nicht an einer Platzierung festmachen. Ein Sieg wäre perfekt, aber wir wären auch mit einem Platz dahinter zufrieden. Im vergangenen Jahr sind wir Fünfter geworden. Das Ziel ist auf jeden Fall das Finale. Nur, wenn wir über die Ziellinie fahren und denken, das hätten wir besser machen können, würden wir uns ärgern.

Wie sehen die Chancen für eine Olympia-Teilnahme aus?
Menzel: Wir sind für den Zweier des deutschen Teams gesetzt, aber noch nicht für Olympia qualifiziert. Mitte Mai findet dann eine Nach-Qualifikation statt, weil wir mit dem Zweier noch nicht in Tokio dabei sind. Die ersten beiden Boote sind dann für Olympia qualifiziert. Die EM wird einen Fingerzeig geben, wie das Rennen ausgeht. Die Weißrussen und die Briten sind da die größten Konkurrenten.

Wie kommen Sie mit der aktuellen Corona-Situation klar?
Menzel: Eigentlich ganz gut. Als Leistungssportler haben wir schon relativ viele Freiheiten. Wir können im Team trainieren und haben damit Vorteile. Außerhalb muss man sich schon einschränken, um niemand im Team außer Gefecht zu setzen. Und in der Familie sind alle gesund. Und ich hoffe das gilt auch für alle meine Mitstreiter im ,Team 2021 Düsseldorf´.

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