Ein fast perfekter Auftritt

Höchster Derbysieg seit 2013

Foto: Birgit Häfner

von Tobias Kemberg

Die DEG setzt ihre Serien fort: fünfter Sieg in Folge und fünfter Sieg im fünften Auswärtsspiel der Saison. Beim 5:1 in Köln ist die Mannschaft um den zweifachen Torschützen Jerome Flaake dem formschwachen Gegner in allen Belangen überlegen.

Es war einmal vor langer, langer Zeit. Da boten die Duelle zwischen der Düsseldorfer EG und den Kölner Haien regelmäßig viel Explosives. Faustkämpfe, das eine oder andere versteckte Foul und jede Menge „Trashtalk“ auf und bereits vor den Spielen abseits der Eisfläche. Diese Zeiten sind lange vorbei. Und auch wenn sich so mancher langjähriger Eishockeyfan hin und wieder wünscht, die rheinischen Derbys hätten die Brisanz frühere Tage, so ist es gewiss nicht schlecht wie es heute ist.

Die gestiegene Grundqualität in der Deutschen Eishockey Liga und der Verzicht auf Raubeine vom „alten Schlag“ bei der Zusammenstellung der Kader sorgen für ein anderes Niveau als zu Zeiten der alten Bundesliga oder in den ersten DEL-Jahre. Trotzdem kommt den Derbys zwischen DEG und KEC nach wie vor eine besondere Bedeutung zu – auch wenn der nur für eine oder zwei Saisons in Düsseldorf oder Köln aktive Kontingentspieler die entsprechende Emotionalität nicht direkt verinnerlicht.

Stören wird sich daran in erster Linie in Düsseldorf niemand, wenn man sich die jüngeren Ergebnisse des „ewigen Klassikers“ anschaut. Acht der vergangenen elf Derbys konnte die DEG für sich entscheiden. Am Donnerstagabend baute die Mannschaft von Trainer Harold Kreis diese gute Bilanz auf neun aus zwölf aus. Nach einem starken Auftritt in der Kölnarena hieß es 5:1 (2:0, 2:0, 1:1) für die Düsseldorfer, die den fünften Ligasieg in Folge landeten und auswärts weiterhin ungeschlagen bleiben. „Die Mannschaft hat Wechsel für Wechsel eine starke Leistung gebracht“, sagte Kreis nach dem höchsten Derbysieg seit mehr als sieben Jahren. „Besser werden können wir immer. Deshalb finde ich auch heute ein paar Sachen“, ergänzte der 62-Jährige.

Frühe Treffer im ersten und zweiten Drittel

Foto: Birgit Häfner

Beide Teams gingen mit unterschiedlichen Vorzeichen in das 229. Duell. Köln musste sich zuvor fünf Mal geschlagen geben und war damit sozusagen der „Minuspol“ im Vergleich zur „heißen“ DEG. Was ein positiver Lauf in Bezug auf Selbstvertrauen und daraus resultierender Leichtigkeit ausmachen kann, zeigte sich bereits nach 59 Sekunden. Da brachte Jerome Flaake die Rot-Gelben in Führung, kurz vor dem Ende des ersten Spielabschnitts erhöhte Mathias From (20.) nach einer tollen Einzelleistung auf 2:0.

Die Haie erlebten im zweiten Drittel ein Déjà-vu. Dieses Mal dauerte es zwar 101 Sekunden, doch wieder zappelte der Puck im Netz der Gastgeber – und wieder war es Flaake (22.). Und weil es derzeit einfach so gut läuft bei der DEG, überraschte auch die Entstehung des vierten Treffers nicht. Ein verunglückter Schuss von Ken André Olimb landete auf dem Schläger von Kyle Cumiskey und der kurz vor Saisonbeginn verpflichtete Verteidiger schob zum 4:0 nach etwas mehr als 32 Minuten ein.

Auf der anderen Seite war die Verunsicherung der Kölner förmlich greifbar. Nach Olimb-Schuss verhinderte der Pfosten vor der zweiten Drittelpause das 0:5 aus Sicht der defensiv fahrigen Haie, die im Schlussabschnitt durch Moritz Müller (48.) doch noch auf die Anzeigetafel kamen. Spannend wurde es deswegen nicht mehr. Alexander Ehl (54.) setzte den Schlusspunkt zum 5:1. „Heute haben wir diszipliniert gespielt und eine starke Mannschaftsleistung gezeigt“, sagte Doppeltorschütze Flaake, während die Mitspieler in der Kabine lautstark feierten. Ihre besondere Bedeutung verlieren die Derbys zwischen der DEG und den Haien eben nie.

Statistik: Kölner Haie – Düsseldorfer EG 1:5 (0:2, 0:2, 1:1)
DEG/Tor: Pantkowski (Hane); Abwehr: Cumiskey, Jensen – Nowak, Ebner – Johannesen, Zanetti – Geitner; Angriff: Alanov, Olimb, Fischbuch – Ehl, Barta, Flaake – Karachun, Carey, From – Jahnke, Buzas, Eder
Schiedsrichter: Kopitz/Schukies
Zuschauer: keine
Tore: 0:1 (0:59) Flaake (Ebner, Barta), 0:2, (19:10) From (Olimb, Jensen/5-4), 0:3 (21:41) Flaake (Ehl, Barta), 0:4 (32:03) Cumiskey (Olimb, Fischbuch), 1:4 (47:19) Mo. Müller (Akeson, Sheppard/5-4), 1:5 (53:48) Ehl (Barta, Flaake)
Strafminuten: 10:10
Torschüsse: 25:31

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