Ein großes Talent blockt sich den Weg frei

Svenja Müller sammelt Erfahrungen in der Beach-Liga

Karla Borger und Svenja Müller (Foto: DieBeachliga)

Die Beach-Liga, die am Wochenende in Düsseldorf beginnt, kommt für Svenja Müller genau zum richtigen Zeitpunkt. Wenige Tage nach ihrer letzten Abi-Prüfung, mündlich im Leistungskurs Sport, kann sich die 18-Jährige jetzt ganz auf ihr nächstes Ziel konzentrieren. Sie will als anerkanntes Nachwuchstalent auch im Erwachsenen-Bereich zeigen, dass sie „groß“ genug ist, um dort nicht nur mitzuspielen, sondern die Erfahrungen zu sammeln, um irgendwann ihren Traum zu realisieren. „Natürlich habe ich im Hinterkopf, irgendwann einmal bei den Olympischen Spielen starten zu können“, sagt die Beachvolleyballerin, die Gold bei den Deutschen U-19-Meisterschaften und der U-18-Europameisterschaft geholt hat, sowie sich Platz vier bei der U-21-WM erkämpft hat. Vor allem ihre Stärke als 1,92 Meter lange Blockspielerin ist dabei sehr gut zur Geltung gekommen.

Stefanie Klatt ist überzeugt davon, dass ihr Schützling durchaus das Zeug dazu hat, sich national und international durchzusetzen. „Das verspricht die Mischung aus körperlichen Voraussetzungen, Talent, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit“, sagt die Verantwortliche für das Nachwuchskonzept in Düsseldorf. Zudem ist Klatt Beraterin der Sportstadt Düsseldorf in Hinsicht auf die Auswahl der Beachvolleyball-Teams. Die weiterhin auf der höchsten nationalen Tour aktive Spielerin (Nr. 8 in Deutschland mit Anna Hoja) hat sogar im vergangenen Jahr selbst ein Turnier mit der 18-Jährigen zusammengespielt. „Svenja ist eine unserer besonderen Nachwuchstalente, für die es an der Zeit ist, jetzt den Schritt in den Seniorenbereich zu machen.“ Klatt unterstreicht nachdrücklich, dass die Beach-Liga ein „dankbares Turnier“ ist, weil es dort nicht um Ranglistenpunkte geht, sondern um das Sammeln von Erfahrungen. So sei es ein Glücksfall, dass die 18-Jährige jetzt mit Vize-Weltmeisterin Karla Borger aus Düsseldorf zusammenspielen kann. „Vor allem im taktischen und mentalen Bereich kann Svenja in dieser besonderen Turnierform und auch mit dieser Partnerin sehr viel lernen“, sagt die Sportwissenschaftlerin, deren Professur ihr derzeit „leider“ nicht die Zeit lässt, selbst in Düsseldorf anzutreten.

Svenja Müller ist zuletzt in Düsseldorf vom erfahrenen Trainer Markus Diekmann auf die Beach-Liga und auf die anvisierten U20-Europameisterschaften Ende September vorbereitet worden. Und auch die nationale Techniker-Serie und die diesjährigen Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand möchte die 18-Jährige spielen. Auch daher kommt ihr die Beach-Liga sehr entgegen. „Ich habe mich riesig gefreut, als ich von Karla Borger gefragt wurde, mit ihr zu spielen“, sagt Svenja Müller. „Ich kann einiges von ihr lernen und viele Spiele in kurzer Zeit machen.“ Ihre etatmäßige Partnerin Lea Sophie Kunst ist derzeit (am Sprunggelenk) verletzt.

Müller findet es „mega“, dass Düsseldorf ihre Sportart so unterstützt und zudem eine Möglichkeit gefunden hat, in der Corona-Zeit ein solches Turnier zu organisieren. „Ich habe mich den ganzen Winter darauf gefreut, Wettkämpfe zu spielen. Jetzt ist es endlich soweit“, sagt sie freudestrahlend. Die Liga sei vielleicht sogar besser besetzt als manches Turnier der Techniker-Tour. „Da kann jeder jeden schlagen.“ Auch deshalb, weil sich alle nicht optimal vorbereiten konnten und man nicht weiß, wie die Spieler und Spielerinnen bei der größeren Belastung durch das Turnier kommen. „Ich habe jedenfalls Respekt vor der ganzen Sache, freue mich aber riesig darauf.“

Die 18-Jährige weiß, dass es ein langer Weg ist, die ganz großen Ziele, wie der Angriff auf internationale Titel und die Teilnahme an Olympia, zu erreichen. „Bis dahin wartet auf mich noch viel Arbeit. In Deutschland gibt es viele gute Spielerinnen, und da muss man sich auch erst einmal durchsetzen“, sagt sie. Nach der Beach-Liga beginnt für die Dortmunderin, die für TuSA 06 Düsseldorf spielt, ein neuer Lebensabschnitt. Sie wird zum Leistungsstützpunkt für Beachvolleyball nach Hamburg wechseln und überlegt derzeit noch, ob sie Sport studiert oder vielleicht zur Bundeswehr (Sportfördergruppe) geht. Zunächst heißt es aber: Einen Monat lang, sich den Weg zu Erfolgen in Düsseldorf frei zu blocken.

(SD)

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