Einfache Anweisungen für ein verunsichertes Team

Für Fortuna zählen gegen Nürnberg nur drei Punkte

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Es steht für Fortuna Düsseldorf in der Begegnung mit dem 1. FC Nürnberg viel auf dem Spiel und das tut es auch für den öffentlich von Klaus Allofs angezählten Trainer. Christian Preußers Schicksal ist mit dem Ausgang dieser Partie verbunden. Mit einem Sieg können sich Mannschaft und Coach ein wenig Luft verschaffen. Aber nach der nächsten Enttäuschung ginge das Lamentieren über die Schicksalsspiele weiter. Schließlich hat die Fortuna seit 274 Tagen (14. April 2021 gegen St. Pauli) nicht mehr zwei Spiele oder mehr in Folge gewinnen können.

Einen Tag vor dem Spiel musste sich der Trainer den Medien stellen. Christian Preußer ist sich bewusst, dass er oft Ankündigungen gemacht hat, die seine Mannschaft nicht umsetzen konnte. Er hatte unter anderem immer wieder Intensität, Mut und Ballkontrolle gefordert. Umgesetzt hat das sein Team erst einmal so richtig. Und das war in Darmstadt, als niemand mit dem Dreier beim offensivstärksten Team der Liga gerechnet hatte.

Auch morgen sollten sich die 750 handverlesenen Zuschauer, die kommen dürfen, nicht auf eine Galavorstellung ihrer Mannschaft einstellen. Es geht ums Überleben – was natürlich auch für die Mannschaft gilt, wenn die Tabelle richtig gelesen wird. Also war der Trainer auch in der Pressekonferenz klar, trotzig und angriffslustig. Alles Eigenschaften, die sich jeder Fortuna-Fan von seinem Team in diesem wichtigen Spiel wünscht.

Es war nach den Spielen nicht immer ein leichter Gang. Foto: Kenny Beele

Aber die Spieler sollen auch endlich einmal umsetzen, was Preußer fordert. „Wir müssen viele Balleroberungen haben, den Ballbesitz behaupten und gute Lösungen nach vorne finden“, sagt der 37-Jährige, der sich zwei Tage vor seinem Geburtstag ein Geschenk von der Mannschaft in Form von drei Punkten erhofft. „Ich fordere auch erneut eine höhere Intensität im Spiel mit und gegen den Ball.“ Für die Spieler vereinfacht er das und fordert: Ball erobern, Ball behalten, nicht verkraften und keine Fehlpässe. Es hört sich fast lächerlich an, aber im Augenblick helfen keine großen taktischen Winkelzüge. Das Spielsystem muss einfach, klar strukturiert und verständlich rübergebracht werden.

Der 1. FC Nürnberg muss auch unbedingt punkten

Preußer erinnert sich gerne an das Spiel in Darmstadt, wo seine Mannschaft genau das geschafft hat, was in Bremen völlig in die Hose ging. Das Pressing der Darmstädter ging damals ins Leere, weil die Fortunen ballsicher waren, mutig agierten und sich freiliefen. Genau das Gegenteil passierte in Bremen. Das wird auch mit dem Selbstvertrauen zusammenhängen, aber zu vorsichtig und ängstlich darf Fortuna nicht gegen einen Gegner antreten, der selbst punkten muss, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren.

„Ich bin froh, dass wir so ziemlich aus dem Vollen schöpfen können“, sagte Fortunas Cheftrainer, der sich freut, dass er auch auf Andre Hoffmann, den frisch gebackenen Vater und Abwehrchef, zurückgreifen kann. Er habe wegen der Geburt seines ersten Kindes nur eine Trainingseinheit ausfallen lassen „müssen“ und ist laut Preußer wieder fit genug für einen Einsatz. Nur auf die Langzeitverletzten Dennis Gorka und Adam Bodzek, sowie auf Felix Klaus (Trainingsrückstand nach Corona) und den für drei Spiele gesperrten Kristoffer Peterson muss die Fortuna verzichten.

Als Preußer über die Stimmung in der Mannschaft berichtete, war ihm anzumerken, dass er nicht alles sagen wollte. „Ich glaube, ich habe dafür ein sehr gutes Gespür“, meinte der Trainer. „Die Spieler unterschätzen die Situation nicht, sie wollen es besser machen. Das muss ins Spiel übertragen werden.“ Das haben seine Spieler in den letzten beiden Partien nicht geschafft, musste er zugeben.

Mehr Zweikampf-Robustheit im Rahmen der Regeln, würde Fortuna helfen. Foto: Kenny Beele

Preußer selbst wirkt locker, ist aber innerlich angespannt. „Ich habe nach dem Bremen-Spiel gesagt, dass es nun kritisch wird, und das hat sich bestätigt. Wir blenden die Umstände aus und nehmen die Erkenntnisse aus dem Spiel am Samstag mit“, sagt der Trainer, der inzwischen schon sehr viele Erkenntnisse mit der Mannschaft besprochen hat. Allerdings haben sich die meisten Fehler wiederholt. „Jeder muss seinen Job erledigen, alles andere ist nicht zielführend. Jetzt reden wir viel. Im Spiel müssen wir es auch machen.“

Aufstellung Fortuna: Kastenmeier – Klarer, Hoffmann, Oberdorf – Narey, Zimmermann, Tanaka, Appelkamp, Gavory – Hennings, Iyoha/Bozenik
Kader: Wolf – Prib, Hartherz, Pledl, Sobottka, Kownacki, Piotrowski, Siebert, Bozenik/Iyoha

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