Fischbuch ist wieder in Topform

DEG-Stürmer punktet in sechs Spielen in Folge

Foto: Birgit Häfner

von Bernd Schwickerath

Vergangene Saison war Daniel Fischbuch der Topscorer der DEG und fuhr danach zur WM. Doch der Start der neuen Eishockey-Saison war durchwachsen, er wurde gar in die dritte Reihe gesteckt. Nun ist er wieder voll da, und ein Grund, warum es so gut läuft bei der DEG.

Am Dienstagabend schlug die Stunde derer, die sich gern in historische Eishockeydaten vertiefen. 6:1 hatte die Düsseldorfer EG bei den Kölner Haien gewonnen. Da kam gleich die Frage auf: Gab es in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga (DEL) schon mal einen höheren DEG-Sieg beim Lieblingsgegner? Nein, gab es nicht, in den Play-offs 1996 gewannen die Düsseldorfer mal 5:0 in Köln, 2010 gab es ein 6:1 daheim. Aber ein 6:1 auswärts, das gab es zum ersten Mal.

Das war nicht nur deswegen erstaunlich, weil die DEG nur drei volle Reihen aufbieten konnte. Der überzeugende Sieg bei einem Team aus der oberen Tabellenhälfte kam auch genau zur richtigen Zeit. Beseitigte er doch vorerst die Zweifel, ob die an den ersten Spieltagen so überraschend starke DEG wirklich mehr zu bieten hat, als ihr ursprünglich zugetraut wurde. Zwar waren auch die Auftritte bei den jüngsten Niederlagen überzeugend, aber wäre die DEG auch in Köln leer ausgegangen, hätte sie auf vier Niederlagen aus fünf Spiel zurückgeblickt.

Disziplin und Einsatz als Fundament

Dass sie das nicht tat und nach gut einem Viertel der Saison nun sogar auf Rang fünf der Tabelle steht, hatte mehrere Gründe, der wichtigste: extreme taktische Disziplin und die Bereitschaft, in jedem Wechsel alles zu geben. „Unser Fundament“, wie Trainer Harold Kreis danach sagte. Auch Marco Nowak war ganz beseelt ob des nahezu perfekten Auswärtsspiels „von der ersten bis zur letzten Minute, vom ersten bis zum letzten Mann“.

Foto: Birgit Häfner

Hinzu kamen ein fahriger Gegner, ein starker Torwart, gutes Überzahlspiel und vor allem eine effiziente Chancenverwertung. Gerade die hatte bei den Niederlagen gegen Mannheim, Bietigheim und Iserlohn ja gefehlt. Diesmal traf Niklas Postel aber schon nach wenigen Minuten. Brendan O’Donnell (2/Foto), Marco Nowak, Carter Proft und Daniel Fischbuch besorgten den Rest.

Vor allem Letzterer war danach bester Laune, schwärmte vom „unglaublichen Charakter“ der DEG. Wen Daniel Fischbuch hingegen nicht lobte: Daniel Fischbuch. Das macht man natürlich auch nicht in einem Mannschaftssport, aber es wäre durchaus berechtigt gewesen, seit Wochen ist der 28-Jährige in der Form, in der sie ein Team braucht, das vor der Saison diverse Leistungsträger verloren hat. Mit 14 Scorerpunkten nach 13 Spielen führt er die DEG-interne Rangliste an, ligaweit steht er auf Rang elf, bei den Vorlagen (10) ist er sogar Fünfter. Aber auch jenseits der Zahlen wirkt er gleichzeitig leichtfüßig und kämpferisch, fordert den Puck, spielt klare Pässe, traut sich etwas zu, geht in Eins-gegen-Eins-Situationen und sucht den Abschluss.

Sechs Spiele ohne Tor

Das war in dieser Saison nicht immer so. Zwar traf Fischbuch gleich am ersten Spieltag beim 6:4-Sieg in Krefeld, in den sechs Spielen danach ging er aber leer aus. Und auch wenn ein Mann wie Fischbuch, der sich vor allem durch Übersicht und Pucksicherheit auszeichnet, nicht allein an Toren gemessen werden sollte, war er selbst nicht zufrieden: „Ich bin nicht so wirklich gut reingekommen in den ersten paar Spielen, jetzt klappt es besser“, sagte er bereits vergangene Woche nach dem 5:2 über Bremerhaven, bei dem er seine Torflaute beendet hatte.

Foto: Deutscher Eishockey-Bund e.V. (DEB) / City-Press GmbH

Ein Problem des Flügelstürmers, der schon in der Vorsaison teaminterner Topscorer (33 Punkte in 38 Spielen) war und danach sein WM-Debüt gab: Hat er schlechte Laune, sieht man ihm die manchmal an. Dann hadert er und verzieht auch mal das Gesicht. Für das sichtbarste Zeichen, dass etwas nicht ganz nach Plan läuft, sorgte allerdings Trainer Kreis: Nach dem vierten Spiel nahm er Fischbuch aus der Topreihe mit Brett Olson und Jerry D’Amigo, stellte ihn stattdessen neben Stephen MacAulay und Carter Proft.

Zwar darf er in dieser Saison wieder das Powerplay von der blauen Linie aus organisieren, wie er es vor zwei Jahren in Nürnberg gemacht hatte. Aber ein Topscorer und WM-Fahrer, der nur noch in der dritten Reihe neben zwei Leuten spielen darf, die vor wenigen Monaten noch in der zweiten Liga aufliefen? Das hätte Fischbuch als Degradierung empfingen können, doch er machte das Beste draus und fühlt sich nun pudelwohl: „Wir haben in der Vorbereitung schon gut harmoniert“, sagt er. Dann kamen Olson und D’Amigo dazu, Kreis stellte um, korrigierte sich dann wieder. „Jetzt kombinieren und harmonieren wir wieder gut“, sagt Fischbuch und lobt die neuen Kollegen: „Die haben sich gut eingelebt in der DEL und machen einen super Job.“

Fischbuch, MacAulay und Proft drehen auf

Das sieht Kreis ähnlich, und freut sich über seine Reihe: „Jeder bringt andere Fähigkeiten mit: Fischbuch bringt die Scheibensicherheit und die Übersicht. MacAulay hat ebenfalls eine gute Übersicht und keine Hemmnisse, mal einen Spielzug zu machen, den andere vielleicht nicht machen würden. Und Proft ist einfach der Kämpfer, der den anderen den Weg zum Tor freimacht.“ Das Ergebnis: In den vergangenen sechs Spielen sammelte das Trio 20 Scorerpunkte, allein Fischbuch schoss drei Tore und bereitete sechs weitere vor. Nur der zuletzt wie aufgedreht wirkende Brendan O’Donnell (vier Tore und fünf Vorlagen) kann da mithalten.

Der Leistungssprung war allerdings auch nötig, denn Fischbuch-MacAulay-Proft ist längst nicht mehr die dritte Formation. Brett Olson und Jerry D’Amigo sind verletzt, Olson sogar schwerer, wird noch einige Wochen fehlen. Entsprechend mehr Verantwortung bekommt der Rest. Gegen die Straubing Tigers am Freitag (19.30 Uhr) dürfte es nicht anders sein. Danach hat die DEG jeden Gegner einmal gesehen. Und das Zwischenfazit wird positiv ausfallen, ganz gleich, wie das Spiel ausgeht. Auch weil der Topscorer der Vorsaison wieder voll da ist.

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