Flankengöttin Fortuna und ihr Schicksal

Die Statistik der 2. Liga lässt tief blicken

Foto: Christof Wolff

von Norbert Krings

Statistiken werden von Trainer der Profiklubs im deutschen Fußball immer dann herangezogen, wenn sie etwas aussagen, dass ihre Meinung unterstützt. Anderweitig werden sie abgetan als nichtssagend oder als Zufallsprodukte.

Fortunas Trainer Christian Preußer ist schon besorgt, wenn er hört, wie viele Flanken ungenutzt in den gegnerischen Strafraum segeln oder die Zweikampfbilanz nicht zu seiner Aufforderung passt, richtig dagegenzuhalten. Wir werfen bereits nach sechs Ligaspielen einen Blick auf die Statistik und versuchen das zuweilen Überraschende einzuordnen.

Fangen wir mit der für Fortuna auffälligsten Statistik-Platzierung an. Mit 117 Flanken in den gegnerischen Strafraum hat das Preußer-Team 25 Hereingaben mehr auf dem Statistik-Konto als der Zweitplatzierte in dieser Statistik, der Hamburger SV mit 92. Warum dann dabei im Fortuna-Spiel nicht mehr herauskommt, liegt nicht unbedingt an der Kopfballstärke von Mittelstürmer Rouwen Hennings, sondern eher an der mangelnden Präsenz der Fortunen im generischen Strafraum und natürlich an der Präzision der Flanken.

In der Zweikampfstatistik müssen sich die Fortunen ebenfalls mehr anstrengen. Platz 16 ist kein toller Wert. Während die Fortuna einen Wert von unter 50 Prozent gewonnener Zweikämpfe und absolut in sechs Spielen nur 569 Zweikämpfe gewonnen hat, liegt hier überraschend der F´C Schalke 04 vorne mit 716 gewonnenen Duellen. Bei keinen anderen Werten liegt die Fortuna übrigens so schlecht wie in der Statistik der gewonnenen Zweikämpfe.

Bei den Sprints liegt kein Fortune unter den ersten 60, immerhin landet das Team der Fortuna in seiner Gesamtheit auf Rang vier mit 1318 Sprints. Heidenheim ist da deutlich vorne (1434). Auch bei der Laufdistanz kommt kein Spieler aus Düsseldorf weit vorne ran. Rouwen Hennings folgt als 62. auf Christoph Daferner (Dresden), der in den sechs Spielen bereits auf 71,5 Kilometer Laufleistung gekommen ist. Immerhin hat Hennings als einziger Spieler der 2. Liga bereits zwei Elfmeter verwandelt, wobei bisher auch erst elf Strafstöße überhaupt ausgesprochen wurden. Bei der Team-Laufleistung sieht es besser aus, da liegt die Fortuna auf Rang sechs mit 697,3 Kilometern, was nur unwesentlich weniger als die des HSV ist, der sich bereits 710 Kilometer weit bewegt hat.

Nicht besonders positiv ist auch die Rangliste der erhaltenen Gelben Karten. Da belegt Darmstadt mit 16 Verwarnungen Platz eins, danach folgt bereits die Fortuna mit 15 Gelben. Bei den gewonnenen Kopfballduellen (Platz 14) und in Punkto Ballbesitz (Rang 10) könnte sich die Preußer-Elf ebenfalls in Zukunft noch deutlich verbessern. Dass Fortuna noch keinen Latten- oder Pfostentreffer hatte – im Gegensatz zu Heidenheim (5) – lässt sich hingegen gut verschmerzen.

Florian Kastenmeier ist vielleicht doch besser als sein Ruf. Foto: Beele

Bei den gehaltenen Torschüssen liegt Fortuna-Keeper Florian Kastenmeier auf Rang 3 mit einem Wert von 27. Sandhausens Torhüter Patrick Drewes steht in dieser Rangliste mit 34 abgewehrten Schüssen auf Rang eins. Auf der anderen Seite hat Fortuna 99 Torschüsse bereits abgegeben und liegt damit hinter Bremen (1,/102) und dem HSV auf dem dritten Platz (100).

Die Werte für die Passquote haben sich inzwischen auch deutlich verbessert. Fortuna liegt in dieser Statistik bereits auf Rang fünf mit 82,8 Prozent angekommener Pässe. Auch hierbei führt der Hamburger SV die Rangliste mit 87,5 Prozent an.

Es gibt also noch einige Bereiche, in denen sich die Fortuna verbessern muss. Überraschend hoch ist die Zahl der abgegebenen Torschüsse und besonders niedrig der Ertrag in dieser Hinsicht. Ein paar Tore mehr wünschen sich die Fans genauso wie mehr gewonnene Zweikämpfe.

 

 

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