Football-Saison auf „sehr wackeligen Füßen“

Panther müssen sich entscheiden

Foto: Stefan Partisch/Panther

von Tobias Kemberg

Anstatt die Spielzeit abzusagen, versucht der Verband einen Beginn im September zu realisieren. Die Panther überlegen, ob sie dabei sein oder verzichten wollen.

Wer in diesen Tagen auf die Homepage der German Football League schaut, der liest bezüglich eines möglichen Saisonstarts im September durchaus positive Meldungen. Auch im Hinblick auf die GFL 2, zu der die Düsseldorf Panther gehören. Doch ganz so optimistisch dürfen die Fans der Sportart mit dem eiförmigen Schweinsleder bei genauerer Betrachtung nicht sein. So gibt es einige Vereine, die eigentlich gar keine Saison mehr bestreiten möchten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Das Training in voller Mannschaftsstärke ist nach wie vor nicht überall möglich. Niemand weiß, ob die Importspieler aus Nordamerika im Verlauf des Sommers zurück nach Deutschland kommen können. Dazu kostet selbst eine vom Spielplan her abgespeckte Saison immer noch eine Menge Geld – und das in Corona-Zeiten, in denen Sportvereine genau überlegen müssen, was, wo und wie investiert werden kann.

„Wir werden uns an diesem Wochenende mit allen Gremien besprechen und dann entscheiden, wie wir zu der Thematik stehen“, sagt Panther-Vorstand Michael Wevelsiep. Die Raubkatzen würden nach jetzigem Stand der Dinge ohne Importspieler in eine Saison gehen, in der es in einer „West-Gruppe“ der GFL 2 nur gegen die Teams aus Solingen, Langenfeld und Essen gehen würde, um weite Reisen zu vermeiden. Auf- und Abstieg wären zudem ausgesetzt. „Es ginge also auch nur um die goldene Ananas“, erklärt Wevelsiep.

Bis zum 1. Juli haben die Vereine Zeit, sich zu den Plänen des Verbandes zu äußern. Durch eine Änderung der Bundesspielordnung haben die Klubs, die nicht antreten wollen, zumindest keinen Zwangsabstieg oder Lizenzverlust mehr zu befürchten. Jeder Verein entscheidet selbst, ob er mitspielen möchte oder nicht. Ohne das Risiko, hinterher in der vierten oder fünften Liga neu aufbauen zu müssen. Doch welchen Wert hätte so eine Saison? „Mehr als Freundschaftsspiel-Charakter würde die nicht bieten“, weiß Wevelsiep. Viele Fragen sind offen in Football-Deutschland: Wie sähen Hygiene- und Sicherheitskonzepte aus? Wie kann ein Verein, wie beispielsweise die Panther, der viel Hilfe von Ehrenamtlichen bekommt, diese Konzepte umsetzen? Könnten Zuschauer in die Stadien kommen?

„Sollten wir spielen und es tatsächlich eine Saison geben, dann bräuchten wir sechs Wochen Vorbereitungszeit“, sagt der Panther-Vorstand. Mit einem avisierten Beginn am 5. September wäre der 26. Juli der entsprechende Stichtag dafür. Für die Panther ist klar, dass Football ohne Zuschauer keine gewünschte Option ist. Aus den Aussagen Wevelsieps wird deutlich: Aus finanzieller Sicht wäre eine endgültige Absage der Saison die favorisierte, weil vernünftigere Lösung. Andererseits möchten auch die Panther ihren Spielern ungern die Chance nehmen, ihrer Sportart noch in diesem Jahr wieder unter Wettkampfbedingungen nachgehen zu können. „Nach aktuellem Stand dürften insgesamt nur 30 Personen an der Seitenlinie stehen. 15 für jedes Team. Normalerweise hast du elf Spieler in der Offense und elf in der Defense – ohne Ersatzspieler gerechnet. Das funktioniert also im Rahmen der aktuell möglichen Bedingungen hinten und vorne nicht“, rechnet Wevelsiep vor. „Das steht doch alles auf sehr wackeligen Füßen.“

Die kommenden Tage werden zeigen, was noch möglich ist. Und wofür die Panther sich entscheiden. Ein Blick auf die Faktenlage spricht für einen Verzicht. Eine generelle Absage seitens des Verbandes wäre aber von vornherein die vermutlich beste Lösung gewesen.

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