Fortuna: Abhaken fällt nicht so leicht

Pokal-Aus schmerzt auch unterm Tannebaum noch

Foto: Wolff

von Norbert Krings

Die Mannschaft hat dem Verein das Weihnachtsfest verdorben. Den Jahresabschluss hatte sich Fortuna Düsseldorf ganz anders vorgestellt. Nach den zuletzt vier Erfolgen in der Liga war die 2:3-Niederlage im Pokal-Derby bei Rot-Weiß Essen mehr als nur eine bittere Enttäuschung. Es war das zweite böse Scheitern innerhalb eines Jahres gegen einen Regionalligisten mit tiefgreifenden wirtschaftlichen Folgen.

Der Auftritt in Essen ähnelte dem in Völklingen gegen den 1. FC Saarbrücken im Frühjahr. Die Mannschaft von Uwe Rösler hatte ebenso wenig Tormöglichkeiten wie damals. Deutlicher Unterschied, diesmal stellten die Essener auch noch die bessere Mannschaft. Und das stimmt wirklich bedenklich.

Die Ursachen:

Für das Ausscheiden sind eine Reihe von Gründen verantwortlich. Alle zusammen haben zu einer Leistung der Mannschaft geführt, die nicht ausreichte, um dominant, torgefährlich und erfolgreich zu sein. Nach den zuletzt siegreichen Partien war die Brust offensichtlich zu sehr von Stolz geschwellt und der Gegner war unterbewusst nicht als ebenbürtig empfunden worden. Obwohl der Trainer seinen Spieler klar gemacht hatte, dass dieser Gegner nicht zu unterschätzen sei, passierte in den Köpfen der Spieler genau dies.

Die Zweikämpfe wurden nicht mit der Vehemenz geführt, die nötig gewesen wäre. Von Respekt gegenüber dem Zweitligisten, der alles in die Waagschale warf, war beim Regionalliga-Spitzenreiter nichts zu erkennen. Den Respekt haben sich die Fortunen allerdings mit ihrer Leistung und Einstellung auch nicht verdient.

Gleich sechs Umstellungen hatte der Trainer vorgenommen, auf zwei Positionen sicherlich nicht freiwillig. Denn Matthias Zimmermann und Luka Krajnc waren zuletzt sehr gut drauf. Die Mannschaft harmonierte nicht, Automatismen gerade in der Offensive waren nicht zu erkennen. Hinzu kam eine schlechte Form, die sich vor allem bei Kenan Karaman, Adam Bodzek und auch bei Raphael deutlich zeigten.

Gerade beim routinierten Torhüter ist einfach die fehlende Spielpraxis offensichtlich. Und das soll kein Vorwurf an den sympathischen Sportler sein, der einfach noch nicht wieder bei seiner alten Leistungsstärke ist. Letztlich war es wohl ein Fehler, den Torhüter zu wechseln, obwohl man auch da die Intention des Trainers nachvollziehen kann. Zudem ist festzustellen, dass die Abwehr ihren Torhüter auch bei eigentlich allen Gegentoren im Regen stehen gelassen hatte.

Der grausige Untergrund kam dem Regionalligisten sehr entgegen. Während der Zweitligist auf dem holprigen Rasen sein Kombinationsspiel nicht aufziehen konnte, vertraute der Gegner auf Fehler der höherklassigen Mannschaft. Und diese wurden gnadenlos ausgenutzt.

Zu selten kam Thomas Pledl an seinem Gegenspieler vorbei. Foto: Wolff

Eine so offene Abwehr, wie bei allen drei Essener Toren haben die Fortunen selten ihren Gegnern in den vergangenen Wochen angeboten. Abspielfehler in größerer Zahl trugen wie das fehlende Eingespieltsein in der Viererkette der beiden Außenverteidiger zu den Problemen bei.

In den letzten drei Spielen hatte die Fortuna jeweils die Führung erzielt und musste keinen Rückstand hinterherlaufen. Dieser psychologische Vorteil entfiel diesmal und zudem brauchte der Gegner nur drei Minuten, um nach dem scheinbar erlösenden 1:1 erneut in Führung zu gehen. Auch das spricht nicht für ein cleveres Auftreten des Zweitligisten.

Das Fazit:

Fortuna muss mit diesem Makel leben und sich bis zum Jahresauftakt, der schneller als je zuvor am 4. Januar gegen den SC Paderborn erfolgen wird, von der Enttäuschung erholen. Und einen gewissen Trotz entwickeln, sich nun nicht vom Pokal-Ausscheiden runterziehen zu lassen. Der Trainer und die Spieler haben aber auch betont, dass sie noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung sind. Und tatsächlich muss die Fortuna mehr Konstanz entwickeln und gerade in Sachen Spielkunst deutlich zulegen. Ein Winter-Zugang, der vor allem in der Offensive mehr Möglichkeiten eröffnet, wäre sehr hilfreich, weil die Mannschaft zu leicht auszurechnen ist. Wichtig ist, trotz des Rückschlags im Pokal, weiterhin auf die Kompaktheit und die Defensivstärke zu bauen.

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Letzte Ergebnisse

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1:2 (OT)

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