Fortuna erkämpft sich zweiten Saisonsieg

Sobottkas Frustlöser ebnet den Weg

Foto: Wolff

von Norbert Krings

Fortuna Düsseldorf hat einen großen Schritt in Richtung Tunnel-Ende gemacht. Das lag nicht etwa an einer spielerischen Glanzleistung, die den 1:0-Erfolg gegen den FC Heidenheim sicherte, sondern an einem leidenschaftlichen Kampf, der manche Schwäche überdeckte. Marcel Sobottka erzielte das Tor des Tages.

Es ist schon jammerschade, dass es die augenblickliche Situation nicht anders zulässt. Aber immerhin gab es in der gähnend leeren MERKUR SPIEL-ARENA Musik vor dem Anpfiff sowie in der Pause. Und auch Stadionsprecher André Scheidt durfte ran. Stimmung aber mussten die Spieler nach dem gewohnten Einlauflied erneut selbst erzeugen. Selten war dies so wichtig, wie in diesem Spiel. Die Einstellung und nicht die Aufstellung sollte das Spiel aus Sicht von Fortuna-Trainer Uwe Rösler entscheiden. Die Startelf war dann letztlich auch keine Überraschung. Christoph Klarer und Kevin Danso bildeten das Innenverteidiger-Pärchen, Marcel Sobottka verteidigte auf der linken Außenseite und stand meist Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer gegenüber. Links vorne begann der Schwede Kristoffer Peterson und erhielt den Vorzug vor Kevin Ofori.

Viel mehr als ein kämpferisches Abtasten war die Anfangsphase der Partie nicht zu bezeichnen. Der Willen und die Einsatzbereitschaft beim Rösler-Team war zwar erkennbar. Aber der Gegner hielt dagegen, und es wurde deutlich, dass die Fortuna nicht mal eben den Schalter auf Angriffsfußball umstellen kann. Besonders kämpferisch gab sich die Bank des Gastgebers, die jede gelunge Aktion der eigenen Mannschaft geradezu feierte. Der Zusammenhalt war allerdings auch auf dem Rasen zu erkennen, jeder Spieler in rot kämpfte und lief für seine Mitspieler.

Karaman setzt mit seinem Fernschuss das erste Zeichen

Abschlussaktionen gab es allerdings trotz einiger gelungener Kombinationen auf Fortuna-Seite zunächst nicht. Erst der Fernschuss von Karaman (21. Minute), dessen Körpersprache verriet, dass er diesmal auch im Fortuna-Trikot 100 Prozent geben wollte, sorgte erstmal für den Hauch von Gefahr. FCH-Keeper Müller musste nicht eingreifen. Dieser sah von seinen Vorderleuten bis dahin jedoch auch keine einzige gefährliche Aktion in der Offensive.

Nach einer guten halben Stunde kam das Tor von Heidenheim dann erstmals richtig in Gefahr, als sich Tony Pledl stark auf der rechten Seite durchsetzte, Karaman und Hennings den Ball anderthalb Meter vor dem Tor aber jeweils knapp verpassten. Die anschließende Ecke brachte nach einem heillosen Durcheinander im Strafraum der Gäste das 1:0. Marcel Sobottka legte den gesamten Frust in die Volleyabnahme, und der Ball sauste aus elf Metern von  halbrechts in den oberen linken Torwinkel zum Führungstreffer in der 33. Minute. Die Beschwerde der Heidenheimer, die ein Foul Sobottkas an Marnon Busch gesehen haben wollten, führte zu nichts.

Fortuna-Defensive lässt keine gefährliche Aktion vor der Pause zu

Heidenheim versuchte zu reagieren. Gefährlich wurde die Mannschaft von Trainer-Legende Frank Schmidt nicht mehr vor der Pause. Dafür sorgte auch die Zweikampfstärke der Fortuna, die mit der Leidenschaft, die sich die Fans auch von Beginn der Saison an gewünscht hatten, entschlossen dagegenhielten

Die bis dahin enttäuschenden Gäste brachten nach der Pause direkt drei neue Spieler, um den Angriffsbemühungen mehr Elan und Gefährlichkeit zu verleihen. Und das hätte sich fast nach zwei Minuten schon ausgezahlt, als Robert Leipertz am Elfmeterpunkt völlig frei zum Schuss gekommen wäre, hätte er den Ball getroffen. Diese Aktion zeigte, dass die Fortuna trotz Führung längst nicht so sattelfest war, wie es nach 45 Minuten erschienen war.

Uwe Rösler nutzte eine kurze Unterbrechung, um seine Spieler mit neuen Anweisungen auf die Umstellungen einzustellen. Doch das Spiel hatte nun einen neuen Charater mit wesentlich offensiveren Gästen, die auch deutlich mehr zur Sache gingen. Fortuna machte den Fehler, nur noch zu reagieren und verlor im zu hektischen Aufbau oft schnell den Ball.

Fortuna zittert den kanppen Sieg nach Hause

Das Spiel bewegte sich auf des Messers Schneide. Heidenheim drängte auf den Ausgleich, Fortuna versuchte, einen entscheidenden Konter zu fahren, um das Spiel zu entscheiden. In der 79. Minute konnte Florian Kastenmeier das Unheil verhindern, als er den Ball des frei zum Schuss gekommenen Denis Thomalla entschärfte. Seine Vorderleute wurden zunehmend nervöser, sie wollten unbedingt den knappen Erfolg gegen den immer mehr riskierenden Gegner über die Zeit bringen. Rouwen Hennings erzielte zwar noch das vermeintliche 2:0, doch wegen eines Handspiels wurde der Treffer nicht anerkannt. Das war dann auch nicht mehr nötig. Die Gastgeber brachten den leidenschaftlich erkämpften Erfolg schließlich auch über die vier Minuten Nachspielzeit.

Fortuna: Kastenmeier – Zimmer, Klarer, Danso (71. Hoffmann), Sobottka – Bodzek, Piotrowski – Pledl (84. Ofori), Peterson (62. Borello) – Hennings, Karaman
Kader: Wolf – Siebert, Stöcker

Heidenheim: Müller – Busch, Mainka, Theuerkauf, Föhrenbach – Geipl (64. Pick), Kerschbaumer (46. Sessa) – Schnatterer, (46. Thomalla)  Leipertz (86. Thiel), Mohr (46. Schimmer) – Kühlwetter

Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer:
Tore: 1:0 (33.) Sobottka
Gelbe Karten: Zimmer (1.), Piotrowski (1.) / Geipl, Kerschbaumer, Schimmer, Kühlwetter
Spielnote: 3,5
Beste Spieler: Sobottka, Klarer, Piotrowski / Föhrenbach, Theuerkauf
Spielfazit: Fortuna hat sich drei Punkte auf dem Zahnfleisch erkämpft und gezeigt, dass sie mit Leidenschaft kämpfen und einen Sieg auch über die Ziellinie bringen kann. Leztlich ist dieser deswegen auch als verdient zu bezeichnen.

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