Fortuna geht in die Offensive

Uwe Rösler: Ballbesitz muss für mehr Torgefahr sorgen

Dort geht es zum gegnerischen Strafraum - Uwe Rösler will mehr Engagement in der Offensive sehen. Foto: Beele

von Alfred Breuer

Ein Tor, eine Andeutung von einem herzhaften Schuss, zwei Halbchancen, ein paar Ecken und mehrere ungenaue Flanken. Das ist die Offensivbilanz von Fortuna Düsseldorf aus dem Spiel und dem 1:2 am ersten Spieltag der 2. Bundesliga beim Hamburger SV.

Videoanalyse, aus Fehlern lernen und die Niederlage abhaken, hieß es dann am Wochenanfang für die Spieler von Trainer Uwe Rösler. Es folgte die akribische Vorbereitung auf das erste Heimspiel der Saison, das am Samstag gegen Würzburg vor rund 10.000 Zuschauern stattfinden soll. Diesmal stand in den Trainingseinheiten nicht das Verschieben, das kompakte Abwehrverhalten und das schnelle Umschaltspiel auf dem (taktischen) Plan. „Wir müssen mit Ballbesitz wieder mehr anfangen, schneller spielen und Torchancen kreieren“, fordert Fortunas Cheftrainer, der die Lehren aus dem verpatzten Auftakt gezogen hat und vor allem für das Mittelfeld Veränderungen ankündigt. „Wir haben festgestellt, dass wir in Hamburg zu ähnliche Spielertypen im Mittelfeld aufgeboten haben“, sagt er und lässt durch seine Aussagen vermuten, dass mehr als nur ein neuer Spieler gegen die Kickers in der Anfangsformation stehen wird.

Wer bietet sich an? Zum einen ist das Kelvin Ofori, dem der Trainer eine gute Entwicklung bescheinigt. Ihn aber auch kritisiert, wie nach dem Auftritt des ghanaischen Talents in Hamburg.

Immer mit viel Herzblut dabei: Kelvin Ofori. Foto: Beele

„Dort hat er sich zu sehr nach hinten fallen gelassen, um sich Bälle zu holen“, beschreibt Rösler den Auftritt Oforis nach dessen Einwechslung. „Er hätte mehr auf der Höhe von Rouwen Hennings spielen sollen, um dort als Anspielstation zu dienen.“

Shinta Appelkamp ist wieder fit nach leichten, aber für einen Jungprofi nachvollziehbaren Muskelproblemen nach der für ihn ungewöhnlich harten Vorbereitung. „Ich hätte ihn schon mit nach Ingolstadt zum Pokalspiel mitgenommen, wenn er einsatzbereit gewesen wäre“, erklärt sein Trainer und lobt den 19-Jährigen, der sich sehr gut in die Mannschaft eingefügt habe. Er kann auf der Achterposition spielen, für die eigentlich auch der derzeit verletzte Routinier Edgar Prib vorgesehen war. Für beide Talente gilt aber, dass die Fans nicht sofort zu viel von ihnen verlangen dürfen. Sie stehen zwar für Kreativität, müssen sich aber auch erst einmal an den harten Liga-Alltag im Fußball-Unterhaus gewöhnen.

 

Der Trainer setzt großes Vertrauen in Kenan Karaman

Einen deutlichen Schritt weiter in Sachen Erfahrung ist ein Nationalspieler im Kader von Fortuna: Kenan Karaman. Uwe Rösler deutete an, dass der Stürmer wieder im Kader stehen wird. „Und wenn ich ihn einsetze, bin ich mir sicher, dass er alles für seine Mannschaft geben wird“, sagte der 51-Jährige, der Karaman zuletzt gute Trainingsleistungen attestierte, nachdem er ihn in der Vorwoche noch in mehreren Gesprächen wohl aufgefordert hatte, mehr Engagement zu zeigen. Denn gute Spiele im Fortuna-Trikot würden auch ihm persönlich im Hinblick auf seine Zukunft sicher mehr helfen als ein lustloses Auftreten. Auch der türkische Nationalspieler könnte auf der Zehner-Position für kreative Elemente im Spielaufbau oder zumindest mit seiner Cleverness für spielentscheidende Situationen sorgen.

Alle Fortunen sind sich einig, dass die Rückkehr der Fans noch einmal einen Schub an Extramotivation bringen wird. „Wir haben uns das gewünscht und hoffen jetzt, unsere Anhänger auch mit einem Sieg für ihre Treue und Kommen belohnen werden“, sagt Uwe Rösler, der sich für jeden einzelnen Fan bedankt, der gegen Würzburg im Stadion sein wird. „Ich würde jetzt nicht unbedingt von einem Pflichtsieg sprechen, den wir nach der Auftakt-Niederlage holen müssen. Aber wir wollen unbedingt gewinnen.“ Und Rösler und sein Team wollen zeigen, dass die Fortuna nicht so schlecht ist, wie sie teilweise in der Öffentlichkeit nach dem Liga-Auftakt gemacht wurde. „Wir haben nicht gut gespielt, aber desaströs und katastrophal war die Leistung nicht“, sagt der Trainer, der nach dem Spiel gegen Würzburg nicht mehr auf die holprige Vorbereitung und die schwierige Personalsituation eingehen will und wird. Immerhin steht Dawid Kownacki wieder im Kader und damit zur Verfügung. Der Pole hatte unter der Woche in der U23-Mannschaft der Fortuna Spielpraxis gesammelt.

Mögliche Aufstellung: Kastenmeier – Zimmermann, Hoffmann, Danso, Hartherz – Bodzek, Sobottka – Zimmer, Appelkamp, Borello – Hennings

Kader: Wolf – Morales, Siebert, Kownacki, Karman, Pledl, Piotrowski, Stöcker, Ofori,

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