Fortuna in Bremen absolut chancenlos

Beim 0:3 zeigt das Preußer-Team eine enttäuschende Leistung

Foto: Christof Wolff

von Norbert Krings

Fortuna Düsseldorf hat einen erneuten Rückschlag hinnehmen müssen. Beim 0:3 (0:0) in Bremen hatte die Mannschaft von Christian Preußer keine einzige Chance. Der Platzverweis von Fortunas Flügelstürmer Kristoffer Peterson leitete die Niederlage ein, danach zeigte Ex-Fortune Marvin Ducksch seine Klasse traf einmal und bereitete die anderen beiden Tore vor.

Christian Preußer hat sich für den direkten Einsatz von Nicolas Gavory auf der Position des Linksverteidigers entschieden und wählte die Viererkette als Abwehrformation. Tim Oberdorf, gerade aus der Quarantäne zurück, war dort von Beginn an dabei, dafür fehlte Leo Koutris sogar im Kader. In der Offensive setzte Fortunas Trainer auf einen Stürmer, da Emma Iyoha noch nicht freigetestet ist und daher noch nicht trainieren konnte. Erstmals wieder im Kader war Dawid Kownacki nach seiner schweren Knieverletzung.

Die Bremer, die zum vierten Mal in Folge mit derselben Formation antraten, versuchten die Fortuna unter Druck zu setzen. Die Gäste bemühten sich aber, die Ballbesitzphasen möglichst auszudehnen, um dem Gegner den Rhythmus zu nehmen.  In der neunten Minute zeigte dann Gavory, dass er zur Sache gehen kann. Im Zweikampf mit Niclas Füllkrug konnte er den Bremer so stören, dass dieser aus relativ kurzer Entfernung den Kopfball nicht gut genug platzieren konnte. Noch brenzliger wurde es in der 15 Minute, als Bittencourt völlig frei zum Abschluss kam, aber Matthias Zimmermann warf sich so in die Schussbahn, dass der Bremer den Schuss verzog.

In der nächsten guten Situation der Bremer hatte Kastenmeier die Hand im Spiel, als Ducksch mit dem fünften Torschuss von Werder den Fortuna-Torhüter prüfte. Dieser konnte mit einer unkonventionellen Abwehr (20.) sein Team vor dem Rückstand bewahren. Danach konnten die Gäste das Spiel ein wenig beruhigen, wobei das Spiel nach vorne nicht unbedingt flüssig lief. Von Torschüssen und Chancen ganz abgesehen, weil die Kontersituationen schlecht ausgespielt wurden.

Nicolas Gavory war noch der beste Fortune. Foto: Wolff

Das Spiel gewann nicht an Klasse, sondern es wurde immer zerfahrener. Die Fortunen versuchten sich mit Robustheit Respekt zu verschaffen. So gab es viele Unterbrechungen und auf beiden Seiten wenig Spielfluss. Immerhin hatte der Gast bis dahin die Mehrzahl der Zweikämpfe gewonnen. Bis zur Pause holten sich die Düsseldorfer noch zwei Ecken in Folge heraus. Aber mehr kam dabei nicht mehr heraus. 

Platzverweis von Peterson neigt die Waage endgültig in Bremer Richtung

Ohne personelle Veränderungen auf beiden Seiten ging es in die zweite Hälfte. Fortuna spielte eindeutig darauf, kein Gegentor zuzulassen. Es ging darum, Sicherheit zu finden und kompakt zu stehen. Die größere Laufleistung half der Fortuna, um Lücken zu schließen. Im Spiel nach vorne störten aber immer wieder die unnötigen Ballverluste, und so war von Spielkultur wenig zu sehen.

Dann gab es mal wieder den Rückschlag, den es so oft in dieser Saison bereits gegeben hat. Kristoffer Peterson foulte bei einem Konter der Bremer Felix Agu und sah berechtigterweise die Rote Karte, weil er viel zu spät dran war, um den Ball zu spielen. Eine dumme Aktion des Schweden. Wieder einmal bestrafte sich die Fortuna selbst.

Und die Bremer gingen dann in der 66. Minute mit 1:0 in Führung, als der Videokeller in Köln die Entscheidung des Linienrichters revidierte, der zunächst die Fahne wegen Abseits gehoben hatte. Niclas Füllkrug stand bei der Flanke des Ex-Fortunen Marvin Ducksch noch hinter Tim Oberdorf, der auf Abseits spekuliert hatte.

So wurde es für Fortuna in Unterzahl sehr schwer, den Gegner in Gefahr zu bringen. Da auch das Zusammenspiel nach vorne so gut wie gar nicht bei den Gästen funktionierte, kam Werder überhaupt nicht in Verlegenheit. Im Gegenteil, denn in der 73. Minute wurde Ducksch auf die Reise geschickt und traf zum vermeintlichen 2:0. Doch diesmal entschied der Video-Schiedsrichter in Köln, dass der Bremer Stürmer in Abseitsposition angespielt worden war.

Ducksch und Füllkrug machen den Deckel auf dieses Spiel

Fortuna wollte sich aber nicht geschlagen geben, versuchte mit Ballbesitzfußball und drei weiteren Auswechslungen zum Ausgleich zu kommen. Doch die nächste Unaufmerksamkeit kostete dann endgültig die Chance, einen Punkt aus Bremen mitzunehmen. Marvin Ducksch erzielte nur eine Minute nach dem Personalwechsel das 2:0, nachdem ihn Niklas Schmidt sehr gut in Szene gesetzt hatte. Und dann wurde Fortuna auch noch ausgekontert, als Oberdorf den Ball nicht unter Kontrolle bekam, Ducksch auf und davon war und Füllkrug zum 3:0 bediente.

Kämpferisch war das keine schlechte Leistung von Fortuna, aber individuelle Aussetzer kosteten (erneut) die Chance, einen Punkt mitzunehmen. In der Offensive war es erneut eine Bankrott-Erklärung, weil sich die Gäste nicht eine einzige Chance erspielten. Es war erneut ein schwerer Rückschlag für die Moral der Mannschaft für Trainer Christian Preußer, der mit dieser taktischen Einstellung gegen einen gut spielenden Gegner ziemlich daneben lag. Langsam wird es ernst im Abstiegskampf…

Statistik:
Bremen: Pavlenka – Veljkovic (88. Mai), Toprak, Friedl – Agu (60. Weiser), Groß (88. Gruev) , Jung – Bittencourt (60. Schmidt), Schmid (81. Rapp) – Füllkrug, Ducksch
Fortuna: Kastenmeier – Zimmermann, Klarer, Oberdorf, Gavory (86. Hartherz)  – Tanaka (79. Sobottka), Appelkamp (72. Pledl) – Narey, Piotrowski (79. Bozenik), Peterson – Hennings (Kap./79. Kownacki)
Fortunas Kader: Wolf – Hartherz, Siebert, Shipnoski, Prib
Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart)
Zuschauer: 0
Tore: 1:0 (66.) Füllkrug, 2:0 (80.) Ducksch, 3:0 (87.) Füllkrug
Gelbe Karten: Friedl / –
Rote Karte: Peterson
Spielnote: 4
Beste Spieler: Ducksch, Schmidt / Gavory
Spielfazit: Fortuna setzte alles auf die Defensive und hatte nach dem Platzverweis nicht die Möglichkeit, noch irgendwie zu reagieren. Ein klar verdienter Erfolg der Werder-Elf.
Formkurve Fortuna: Die Preußer-Elf konnte nur den Kampfgeist in die Waagschale werfen. Offensiv-Zweikämpfe wurden nur weit weg vom gegnerischen Tor gewonnen – wenn überhaupt. Spielkunst war nicht zu erkennen. Das war schon bedenklich, wie sich die Düsseldorfer in Bremen präsentierten.

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