Fortuna setzt Reihe enttäuschender Auftritte fort

Preußer-Elf verliert sang- und klanglos 0:1 in Dresden

Foto: Christof Wolff

von Norbert Krings

Fortuna Düsseldorf rutscht immer weiter ab. Auch in Dresden kann die Mannschaft von Christian Preußer nicht punkten. Gegen eine Mannschaft, die zuletzt fünf Spiele in Folge verloren hatte, enttäuschte das Team vom Niederrhein erneut und muss sich in der 2. Fußball-Bundesliga nun weiter nach unten orientieren. 

Christian Preußer hatte sich für eine Aufstellung mit einem zweiten zentralen Stürmer entschieden. Emma Iyoha sollte nicht nur Rouwen Hennings als Anspielstation in der ersten Linie entlasten, sondern auch dafür sorgen, dass es mehr Abnehmer für die (vielen) Flanken gab. Im Tor konnte Florian Kastenmeier nach seiner Magen-Darm-Erkrankung seinen Dienst versehen. Ao Tanaka kam für Marcel Sobottka ins Spiel und bildete mit Kapitän Adam Bodzek gemeinsam die Doppel-Sechs.

Dynamo durfte sich ein letztes Mal über Zuschauer freuen. Allerdings waren nur 8000 Fans im Stadion, in dem 16.000 erlaubt gewesen wären. Yannick Stark lief erstmals als Kapitän der Sachsen auf, und der Ex-Fortune Brandon Borello (Mittelfußbruch) war nach längerer Pause ebenso wie Abwehrstütze Kevin Ehlers wieder in der Dresdner Startelf, die versuchte, sogleich für Druck auf Fortunas Abwehr zu erzeugen.

Kastenmeier sorgt mal wieder für Schrecksekunde

Die Gäste begannen betont ruhig mit sicheren Ballpassagen. Zum ersten Abschluss kamen die Fortunen nach elf Minuten, als nach einer guten Kombination Khaled Narey abgeblockt wurde, weil er Probleme hatte, den Ball schnell genug zu verarbeiten. Das Spiel von Dynamo war hingegen zunächst zu statisch und zu langsam im Aufbau. Das Pressing der Gäste funktionierte. Und auch die zweite Chance hatte die Mannschaft von Christian Preußer, als sich Iyoha außen durchsetzte und seine präzise Flanke vom bedrängten Rouwen Hennings knapp neben das Tor befördert wurde.

Fortuna hatte deutlich mehr vom Spiel, während sich die Dresdner an den Entscheidungen von Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck rieben. Dann sorgte mal wieder Florian Kastenmeier für einen Aufreger, als er einen Ball zum Mitspieler chippen wollte. Das klappte nicht, eine Abseitsposition und eine gute Reaktion halfen dem Keeper von Fortuna in dieser Szene.

Als alles auf ein 0:0 zur Pause hinauslief, hatten die Sachsen plötzlich Überzahl in Ballnähe im Strafraum. Ransford-Yeboah Königsdörffer musste dann von Christoph Klarer in höchster Not gefoult werden. Christoph Daferner ließ sich die Elfmeter-Chance nicht entgehen und brachte die Gastgeber mit 1:0 in Front. Das stellte den Spielverlauf zwar nicht völlig auf den Kopf, überraschend kam dieses Tor beim zweiten ernsthaften Besuch im Fortuna-Strafraum allerdings schon. Wieder ein Elfmeter, der fünfte, den die Fortuna in dieser Saison bereits kassierte.

Fortuna kann auch gegen Dresden nicht den nötigen Druck aufbauen

Ohne personelle Wechsel auf beiden Seiten ging es in den zweiten Durchgang. Fortuna müsste gegen einen Gegner, der über so wenig spielerische Mittel verfügt, deutlich dominanter auftreten. Doch mehr als halbherzige Angriffsbemühungen hatte es bis dahin nicht gegeben. Zudem gab es kaum einmal in der Offensive gewonnene Zweikämpfe.  

Immerhin bekam die Fortuna nun langsam das Übergewicht zurück, und es gab auch wieder Flanken in den Dresdner Strafraum. Nur die fanden keinen Abnehmer. Kämpferisch konnte man den Spielern der Gäste keinen Vorwurf machen, aber in Sachen Kreativität im Aufbau und beim Herausspielen von Chancen war wenig Qualität zu sehen.

Und dann kommen so dumme individuelle Fehler dazu, wie der schlampige Rückpass von Tim Oberdorf (71.), den Kastenmeier und Klarer noch so eben ausbügeln konnten. Immerhin gab es dann auch mal auf der anderen Seite eine gute Aktion, als Hennings Narey einsetzte. Der traf allerdings nur die Brust von Torhüter Kevin Broll (76.). Harmloser war der Schuss von Iyoha, der wenig später leicht vom Dynamo-Torhüter aufgenommen werden konnte. 

Es ist einfach zu wenig, was die Fortuna auf den Rasen bringt. Da fehlt der Funke, die Überzeugung und der letzte Biss. Langsam muss sich auch der Trainer fragen, warum die Spieler nicht ihre Bestform abrufen können. Die Mannschaft verstand es auch in der Schlussphase nicht, Druck zu erzeugen, der eine biedere Mannschaft wie Dresden in den eigenen Strafraum zurückgedrängt hätte. Dann fehlt den Spielern auch das Geschick und das Glück in den Situationen, wo es zu gefährlichen Angriffen kommen könnte. Und dann vergibt der eingewechselte Robert Bozenik die klarste Chance der Schlussphase, nachdem er von Narey in Szene (89.) gesetzt worden war.

Statistik:
Dresden: Broll – Becker, Ehlers, Sollbauer, Akoto (74. Giorbelidze)- Stark, Herrmann (54. Kade) – Schröter, Borello (68. Diawusie) – Königsdörffer, Daferner
Fortuna: Kastenmeier – Zimmermann (90. Piotrowski), Klarer, Oberdorf, Hartherz (81. Koutris) – Tanaka, Bodzek (63. Sobottka) – Narey, Klaus (63. Peterson) – Iyoha – Hennings (81. Bozenik)
Kader Fortuna: Wolf – Prib, Shipnoski, Nedelcu, 
Schiesdrichter: Matthias Jöllenbeck (Freiburg)
Zuschauer: 8.912
Tore: 1:0 (43. F.E.) Daferner
Gelbe Karten: Schmidt (Trainer), Akoto, Daferner  / Klarer, Kleine (Co-Trainer), Oberdorf
Spielnote: 3,5
Beste Spieler: Ehlers, Sollbauer / Zimmermann,  Narey
Spielfazit: Fortuna hat verdient in Dresden verloren, weil der Gegner mal wieder mehr Herz an den Tag legte und Fortuna den einen Fehler zu viel machte.
Formkurve: Die Preußer-Elf ist spielerisch derzeit eine einzige Enttäuschung – zumindest auswärts. Immer der gleiche Trott, viel zu wenig Ideen und keine Überzeugung. Die Formkurve zeigt immer weiter nach unten.

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