Frey: Olympia ist mein großer Traum

Judoka holt Bronze bei Vorbereitungsturnier

Foto: Horstmüller

von Norbert Krings

Interview: Es geht auch für Johannes Frey immer schneller auf die Olympischen Spiele in Japan zu. Der Düsseldorfer Judoka des JC 71 und Mitglied im TEAM 2021 Düsseldorf hat möglicherweise am vergangenen Wochenende im russischen Kasan seinen letzten großen Wettkampf vor Tokio absolviert. Wie er dort abgeschnitten hat und was er sich von Olympia erhofft, gibt der 24-Jährige in unserem Interview preis.

Herr Frey, wie ist für Sie der international sehr gut besetzte Wettkampf in Kasan gelaufen?

Johannes Frey: Nach einer so langen Zeit, in der ich wegen einer Corona-Erkrankung raus war und ich an zwei Turnieren unterdessen nicht teilnehmen konnte, ist es mit dem dritten Platz sehr gut gelaufen.

Wie haben Sie Corona überstanden?

Frey: Im Trainingslager habe ich mich infiziert und war dann auch in Quarantäne. Ich hatte zwar kein Fieber aber starke Kopfschmerzen, Geschmacksverlust und Müdigkeit. Ich war so richtig schlapp. Zudem war ich in Georgien zehn Tage lang in einem Hotel. Das war nicht so optimal und muss man nicht haben. Aber letztlich war es trotzdem auszuhalten.

Dann war die Vorfreude auf den Wettkampf in Kasan wohl ziemlich groß, oder?

Frey: Ich habe mich riesig gefreut, wieder kämpfen zu können und zu sehen, wie bei mir der Stand ist nach der langen Pause. Viel trainiert habe ich vorher nicht, weil ich nach der Erkrankung erst zehn Tage vor dem Wettkampf ins Training starten konnte. Zum Glück hat alles gut geklappt. An die Krankheit habe ich nicht mehr gedacht und konnte mir die Bronzemedaille sichern.

Fehlen denn noch ein paar Prozent zur alten Leistungsstärke?

Frey: Natürlich fehlt da noch ein wenig, bis ich in die Olympiaform komme. Aber ich bin auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.

Die Olympia-Teilnahme ist genauso klar wie die Tatsache, dass der Deutsche Judobund Sie zu diesem Wettkampf schickt?

Frey: Ja, das ist so und alles geklärt. Es gab zwar noch einen Starter aus Deutschland in Kasan, aber der ist zurzeit kein gleichwertiger Konkurrent.

Wie waren Besetzung und Verlauf des Turniers?

Frey: Wie auf einem Grand-Slam-Turnier ist die Besetzung immer recht stark. Der siegreiche Russe ist amtierender Europameister, der Zweite aus Brasilien hat bereits zwei olympische Medaillen gewonnen und der mit mir gemeinsame Dritte aus Brasilien ist Weltmeister. Ich hatte eine gute Auslosung und war als Sechster gesetzt. Als 22. der Weltrangliste bin ich gegen jemand aus Kasachstan gestartet, der hinter mir steht. Nach diesem Erfolg habe ich gegen Weltmeister David Moura antreten müssen und vier Sekunden vor Ende des knappen Kampfes wegen der dritten Bestrafung die unglückliche Niederlage akzeptieren müssen. In der Trostrunde bin ich erst kampflos weitergekommen und habe dann im Kampf um Platz drei einen Rumänen mit einem Ippon bezwungen.

Wie sieht jetzt die weitere Vorbereitung auf Olympia aus?

Frey: Dieses Turnier war sehr wichtig für mich. Jetzt steht die Weltmeisterschaft noch an, die in einem Monat in Budapest stattfindet. Ob ich da noch kämpfen soll, steht noch nicht fest. Das Training in Köln geht weiter. Aus Aserbaidschan kommen Kämpfer, mit denen wir uns gemeinsam vorbereiten. Größere Wettkämpfe gibt es ansonsten nicht mehr.

Mit welchen Hoffnungen fahren sie zu den Olympischen Spielen?

Frey: Erst einmal ist es sehr schön, bei Olympia dabei zu sein. Aber ich fahre nicht nur wegen der Teilnahme dort hin. Ich möchte unter den ersten Fünf landen. Platz eins bis fünf ist realistisch. Wenn ich einen guten Tag erwische, kann ich fast jeden schlagen. Die Weltspitze ist in der Klasse über 100 Kilogramm sehr eng zusammen.

Wie geht es eigentlich Ihrem Bruder Karl-Richard Frey?

Frey: Er startet bekanntlich für Bayer Leverkusen und war auch in Kasan am Start. Dort hat er den ersten Kampf verpennt, diesen verloren und war sofort ausgeschieden. Er ist bei Olympia auch dabei, daher war er am Wochenende auch sehr enttäuscht über seine Leistung, weil er sich sehr fit präsentierte. Das Ganze wird er aber schnell wegstecken.

Haben Sie als von Corona Genesener ein besseres Gefühl, nun bald nach Japan zu den Spielen zu reisen?

Frey: Ich bin froh, dass mein gutes Immunsystem jetzt noch einmal gestärkt wurde. Olympia ist mein Traum, und ich hoffe sehr, dass die Spiele stattfinden und gehe auch fest davon aus. Ich trete aber dafür ein, dass alles so sicher wie möglich für die Athleten und die Menschen vor Ort ablaufen wird.

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