Für Fortuna wird es eine enge Kiste

Pokal: Darum ist Ingolstadt eine Herausforderung

Uwe Rösler wird sich etwas einfallen lassen müssen, damit sein Team in Ingolstadt triumphiert. Foto: Beele

von Alfred Breuer

Wäre es nach Uwe Rösler gegangen, hätte die Saison erst in zwei oder drei Wochen beginnen sollen. Denn die Probleme für den Cheftrainer von Fortuna Düsseldorf stapeln sich geradezu vor dem Spiel der ersten Pokal-Hauptrunde am Samstag in Ingolstadt.

Obwohl der Bundesliga-Absteiger bei einem Drittligisten an den Start geht, der ebenfalls alles andere als eine ideale Vorbereitung hatte, wird es eine ganz enge Kiste. Rösler will aber unbedingt gewinnen, um seinem Verein nicht nur die Prämie für den Zweitrunden-Einzug zu sichern, sondern auch um das nötige Selbstvertrauen für den Ligastart eine Woche später in Hamburg aufzubauen.

Problem Nr. 1: Das geringste Kopfzerbrechen bereitet Uwe Rösler die Torwartposition. Denn beide Keeper sind fit. Allerdings hat der eine (Raphael Wolf) zu wenig Spielpraxis und noch nachvollziehbare Schwächen im Aufbauspiel mit dem Fuß. Und Florian Kastenmeier hinterließ zuletzt einen unsicher hektischen Eindruck und sah bei den Gegentoren in Arnheim nicht besonders gut aus.

Adam Bodzek könnte als Innenverteidiger auflaufen. Foto: Beele

Problem Nr. 2: Die Innenverteidigung sollte mit Andre Hoffmann und Kevin Danso ein Bollwerk werden. „Wir haben uns entschlossen, Kevin noch nicht spielen zu lassen, um kein Risiko einzugehen. Er ist ein wichtiger Faktor und soll in Hamburg spielen“, erklärte Fortunas Cheftrainer im Mediengespräch einen Tag vor der Pokalspiel.

Für Adam Bodzek als Ersatz für den immer noch nicht ganz wieder hergestellten Danso spricht die Erfahrung und seine überlegte Art. „Falls ich mich für den Kapitän entscheide, würde ich damit auf Ruhe und Übersicht im Aufbauspiel setzen.” In Jamil Siebert hätte Rösler hingegen einen ebenfalls guten Zweikämpfer, der allerdings gegenüber Bodzek den Vorteil hätte, auch über einen guten Defensiv- und Offensiv-Kopfball zu verfügen. Zudem wäre Bodzek auf seiner Stammposition auf der Sechs einsetzbar.

Im Sturm fehlen der Fortuna die Alternativen

Problem Nr. 3: Uwe Rösler ließ durchklingen, dass Edgar Prib wohl von Anfang an in der Startelf stehen wird. Bei 100 Prozent ist der Ex-Hannoveraner nach einer guten Woche Training mit der Mannschaft jedoch noch nicht. Die restliche Vorbereitung in Hannover, die der 31-Jährige vor seiner Verpflichtung absolviert hat, konnte das Mannschaftstraining nicht ersetzten, wie es Rösler formulierte. „Er ist auf einem guten Weg und ein cleverer Spieler, aber niemand sollte zu viel von ihm erwarten“, sagte der Trainer, der hofft, dass Pribs Erfahrung in der Waagschale genügend Gewicht haben wird.

Problem Nr. 4: Die Außenbahnen sind zwar mit wendigen Spielern besetzt, aber weder Jean Zimmer (rechts) noch Brandon Borello (links) verfügen über genügend Dribbelstärke und individuelle Klasse, um Ingolstadts Verteidiger vor unlösbare Aufgaben zu stellen. Zudem hat der Australier kaum alle taktischen Finessen des Fortuna-Spiels in der kurzen Zeit verinnerlicht. Immerhin zeigt er sehr großes Engagement und macht damit vielleicht spielerische Defizite weg.

Problem Nr.: 5 „Ich habe nur noch einen nominellen Innenstürmer“, sagt Uwe Rösler und hofft darauf, dass Rouwen Hennings an die guten Leistungen der Vorsaison anknüpfen kann. Dawid Kownacki fällt nach seiner Corona-Erkrankung noch länger aus, für Emmanuel Iyoha gilt das Gleiche, nachdem bekannt geworden ist, dass der 22-Jährige am Pfeifferschen Drüsenfieber leidet.

Hinzu kommen muskuläre Probleme von Kenan Karaman, die er sich in den beiden Spielen für die türkische Nationalelf zugezogen hat. Und ob er der Fortuna noch länger zur Verfügung steht, ist offen, weil der Spieler unbedingt die Fortuna verlassen möchte. „Ich werde bis zum letzten Blutstropfen um Kenan kämpfen“, sagte Uwe Rösler, der also auch in der Offensive improvisieren muss. Immerhin ist Nana Ampomah im Pokal-Kader, der nach seiner Corona-Pause genügend Einheiten in den Beinen haben soll.

Problem Nr.: 6 Fortuna hat keinerlei Material über den Gegner. Von den adäquaten Vorbereitungsspielen gibt es keine Videos, die der Fortuna zur Verfügung gestellt werden konnten. So etwas habe er als Trainer noch nicht erlebt, bezeichnet diese Vorgehensweise jedoch als legitim. „Wir wissen auch so, wie stark dieser Gegner ist und haben uns die Infos aus anderen Quellen besorgt“, sagt Rösler, der Respekt vor den guten Standards des Gegners und dem Innenstürmer Stefan Kutschke hat.

Gute Testspiele und starke Defensive sprechen für Fortuna

Mit allen Widrigkeiten ist die Mannschaft in der Vorbereitung bislang sehr zurecht gekommen. Die Stimmung sei gut, der Trainingsstand ebenso. „Daher sind wir gut gewappnet für die nächsten Aufgaben und ich habe ein gutes Gefühl“, sagt Uwe Rösler, der allerdings hofft, dass es keine weiteren Ausfälle gibt und der Verein auf dem Transfermarkt noch ein- oder zweimal in den kommenden Tagen zuschlägt.

Die Zuversicht der Fortuna speist sich auch aus den guten Vorbereitungsspielen und den Ergebnissen der vier Tests, von denen das Rösler-Team keines verloren hat. „In allen Spielen haben wir wenig zugelassen. Und auch nach vorne haben wir uns gute Chancen herausgespielt“, sagt der Trainer, der aber vor allem auf seine starke Defensive baut. „Wenn wir unsere Spielidee durchsetzen, haben wir sehr gute Chancen.“ Auch auf das Elfmeterschießen könnte die Fortuna diesmal besser vorbereitet sein. Diese Gedankenspiele sei das Trainerteam mit der Mannschaft bereits durchgegangen.

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