Für mich immer noch einer der Größten: Harry Kreis #3

  • Dienstag, der 26. Juni 2018
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Man schrieb das Jahr 1980, irgendwann im November, als ich im altehrwürdigen Friedrichspark zu Mannheim das erste Eishockeyspiel meines Lebens live sah. Damals war der MERC amtierender deutscher Meister, auch und besonders, weil zu der Zeit erstmals Deutsch-Kanadier für Furore sorgten. Roy Roedger, Manfred „Mannix“ Wolf, Peter „Ali“ Ascherl, Dan Djakalovic und ein Jungspund mit Namen Harold „Harry“ Kreis.

Eben dieser Harry Kreis, der viele Jahre die #3 trug und einer der besten Verteidiger in der Bundesliga wurde.

19 Spielzeiten, 891 Spiele, 598 Scorerpunkte und nur 628 Strafminuten, welch eine Karriere und das für nur einen Club in Deutschland.

Ich war an seinem letzten Spiel 1997 gegen Kassel – gleichzeitig auch die 2. Meisterschaft für Mannheim – im Stadion und heulte Rotz und Wasser, wie so viele gestandene Mannsbilder, als er den Pokal in die Höhe streckte und „seine“ Fans in „seinem“ Friedrichspark ihn huldigten.

Da bekomme ich Heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Als die DEG im April verkündete, dass Harry Kreis erneut Coach wird (nach der Saison 2008/09 das zweite Mal), da stand ich völlig ruhig und ziemlich debil grinsend in meiner Küche, öffnete zuerst den Kühlschrank, dann die erstbeste Flasche – es hätte auch Ketchup sein können, war aber Gottseidank Rosé – und tat einen großen Schluck, einen ganz großen Schluck.

Welcome back Harry!

Ich gebe zu, ich bin befangen, denn 19 Spielzeiten diesen vorbildlichen Sportsmann zu sehen, dass prägt einen und für mich war und ist er ein wahres Vorbild.

Ich kann der DEG von ganzem Herzen gratulieren, er ist integer durch und durch, er hat Humor und er versteht sein Handwerk (siehe seine Stationen in der Schweiz), aber ihr kennt ihn ja bereits.

Harry Kreis kann in dieser Saison für Düsseldorf zum entscheidenden Puzzleteil werden, wenn er die neue Mannschaft zu einer Einheit geformt bekommt. Ich weiß, dass er es kann.

Für mich Grund genug, den Weg in den Dome viel öfter anzutreten, als in der Vergangenheit, alleine, um „die legendäre Nummer 3“ hinter der Bande der DEG zu sehen und mich mitzufreuen, wenn er Erfolg hat.

Schade, dass Coaches kein eigenes Trikot haben, ich wüsste genau, welches ich mir kaufen würde.

P.S. Harry, du kennst Winnipeg, hast in Mannheim gelebt und wirst die Stadt Düsseldorf lieben. Willkommen in deiner neuen Heimat.

Euer Heiko Sauer