Ein Golflehrer-Paar aus Düsseldorf rockt die EM

Christine Germershaus und Dennis Küpper sind Vize-Europameister

Ein Golfpaar, dass auch auf dem Platz harmoniert.

von Norbert Krings

Eigentlich klingt die ganze Geschichte wie ein modernes Sportmärchen. Ein Golflehrer und eine Golflehrerin arbeiten zusammen in Düsseldorf im Golfclub Grafenberg. Christine Germershaus und Dennis Küpper verlieben sich, haben eine kleine Tochter und sind inzwischen verlobt.

So weit so gut. Doch das ist noch längst nicht alles – jetzt kommt das Sportliche. Sie gingen in diesem Jahr gemeinsam bei den Deutschen Meisterschaften der Golflehrer auf die Bahnen und gewannen bei den Damen und Herren jeweils den Titel. Dann starteten sie gemeinsam als Team mit Christoph Günter aus Oberammergau und holten bei der Europameisterschaft die Silbermedaille. Die drei Pokale haben einen Ehrenplatz daheim – vielleicht auf dem Kamin-Sims. Es kommt aber noch besser – auch die kleine Tochter (3 Jahre) hat bereits versucht, mit dem Golfspielen angefangen…

So schön kann Golfspielen sein. Foto: ga@stefanheigl

Wir erwischen Christine, Dennis und Leonie in Paris, wo sich Tochter und Mutter um Mickey Maus, Donald und Pluto kümmern, während der Vater uns dennoch gerne ein Interview gibt. Er erzählt unter anderem von der „International Team Championship 2021“ der Confederation of Professional Golf (CPG), die auf dem knapp 5.900 m langen Par 73-Kurs im „Penina Hotel & Golf Resort“ an der Algarve in Penina ausgetragen wurde. Als Sieger ließen sich dort die Italiener feiern, das deutsche Team, das ja zu zwei Dritteln aus Düsseldorfern bestand, kam auf den zweiten Platz. 

Herr Küpper, entschuldigen Sie, dass wir Sie im Urlaub stören.
Dennis Küpper: Das ist jetzt kein richtiger Urlaub, wir sind als Familie im Disneyland in Paris. Das ist auf jeden Fall eine Reise wert. Und eine Störung ist es nicht, wir sind ja froh, dass sich überhaupt jemand für unseren Sport interessiert.

Dennis Küpper nach dem Abschlag. Wenn er nicht Golf spielt, kocht der Familienmensch gerne und beherrscht auch das Spiel auf der Gitarre. Foto: ga@stefanheigl

Wie kann man überhaupt teilnehmen an einer nationalen Golflehrer-Meisterschaft? Es müsste doch ziemlich viele Pros geben, die unterrichten.
Küpper: Für die Teilnahme ist die Grund-Voraussetzung, dass man ausgebildeter Golflehrer ist – fully qualified Golf Proffessional der PGA of Germany. Playing Pros, also Profi-Golfspieler, dürfen nicht teilnehmen. Bei diesen Titelkämpfen haben meine Frau und ich im Golfclub Hardenberg bei Northeim den Titel gewonnen und haben uns für die International Team Championchips der CPG (der Dachverband aller PGAs in Europa) in Portugal qualifiziert. Diesen Titel hatte ich bereits mit dem deutschen Team 2016 und 2018 gewonnen.

Da sind Sie sicherlich mit Ihrer Verlobten im Team dort mit einem guten Gefühl hingefahren, oder?
Küpper: Ja, das war wirklich so. Es war so ein wenig eine Familien-Europameisterschaft für uns. Wir sind dort auf dem wohl ältesten Golf-Ressort Portugals, in Penina, Vize-Europameister zu dritt mit Christoph Günter geworden. Die Italiener waren zu stark. Drei Runden von drei Spielern und an jedem Tag wurde das schlechteste Ergebnis eines Spielers gestrichen. Also kommen jeden Tag zwei Ergebnisse in die Wertung.

Christine Germershaus puttet hochkonzentriert. Foto: ga@stefanheigl

Wo liegen denn Ihre Stärken?
Küpper: Im kurzen Spiel und beim Putten. Egal, wie es läuft, kann ich dann außerdem das Spiel insgesamt gut zusammenzuhalten.

Jetzt kommen die Leute, um beim Vize-Europameister in Grafenberg zu trainieren?
Küpper: Zum Glück nicht, sonst hätte ich ja für meine Schüler, die sonst kommen, keine Zeit mehr. Es ist schön, dass die meisten das Ganze verfolgt haben, uns unterstützen und wir nun vermehrt darauf angesprochen werden.

Wie würden Sie denn den Düsseldorfern den Golfclub am Grafenberg schmackhaft machen?
Küpper: Bei uns im Club wird man mit offenen Armen empfangen. Jeder kann hier lernen und beim Golf reinschnuppern. Es gibt bei uns keine Hürde, mit diesem Sport zu beginnen. Der Platz hat zwei unterschiedliche Facetten mit dem ersten neun Bahnen im Innenbereich der Galopprennbahn und den zweiten neun Bahnen, die anspruchsvoller und hügeliger sind. Diese liegen außerhalb des Bereichs der Rennbahn. Wir sind vielleicht zugänglicher, als andere Golfclubs, kümmern uns aber auch sehr um unsere Mitglieder.

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