Gregory Minoue läuft allen davon

Hürdensprinter des TV Angermund wird Deutscher U20-Meister

Foto: Bernward Franke

von Tobias Kemberg

In 13,68 Sekunden legt das Leichtathletik-Talent eine persönliche Bestzeit hin und die weltweit zweitschnellste Zeit des Jahres.

Im Februar wurde er Deutscher Hallenmeister über 60 Meter, im Juli lief er in 14,03 Sekunden Jahresbestzeit über die 110-Meter-Hürden, nun ist Gregory Minoue sein bislang größter Triumph gelungen. Das Top-Talent der Leichtathletik-Abteilung des TV Angermund hat sich in Heilbronn zum Deutschen Meister der Altersklasse U20 gekürt. In 13,68 Sekunden lief der 18-Jährige die weltweit zweitschnellste Zeit in diesem Jahr und distanzierte den Zweitplatzierten Robin Ganter aus Mannheim um drei Zehntel – eine kleine Welt über die Distanz von 110 Meter.

Seine Zeit aus dem Vorlauf noch mal um rund eine halbe Sekunde zu steigern, das ist schon enorm“, freut sich TVA-Abteilungsleiter Klaus Kirberg, der allerdings nicht mit nach Heilbronn gereist war. Aufgrund des Corona-Schutzkonzeptes durfte pro Verein nur jeweils ein Trainer oder Betreuer vor Ort dabei sein. Also begleitete Minoues Trainerin Antje Kirberg ihren Schützling. „Meine Frau war förmlich geschockt nach dem Finale“, berichtet Klaus Kirberg. „Sie sagte mir, der Junge hat sogar noch Luft nach oben.“

Gregory Minoue und sein Team entschieden sich richtig und verzichteten auf einen Start über die 100 Meter. Die zusätzlichen Rennen hätten die Belastung erhöht, die volle Konzentration lag auf der Hürdenstrecke. „Der Kerl ist so unberechenbar. Mit seiner Coolness haut der auch uns immer wieder um. Neben Gregory könnte sonst was passieren, der würde sich trotzdem einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das zählt einfach zu seinen großen Stärken“, lobt Kirberg.

Neben Minoue waren noch vier weitere Leichtathleten aus Düsseldorf in Heilbronn am Start. Jaron Boateng vom ART belegte mit einer Weite von 6,71 Meter im Weitsprung Rang neun, Teamkollegin Annkathrin Hoven lief im 200-Meter-Finale als Fünfte ins Ziel (24,49 Sekunden).

In der Altersklasse U18 kam ART-Stabhochspringerin Mona Münster nur schwer in den Wettkampf. Die Einstiegshöhe von 3,20 Meter meisterte sie erst im dritten und letzten Versuch. Gleiches galt später auch für die 3,50 und 3,60 Meter. Am Ende reichten die übersprungenen 3,60 Meter zu Platz fünf – für eine Medaille hätte sie mindestens 3,70 Meter schaffen müssen.

Rang neun stand nach Beendigung der Hochsprung-Konkurrenz für Julia Küppers zu Buche. Die Athletin vom TV Angermund, die erst seit wenigen Wochen wieder vollumfänglich im Training ist, überquerte die Latte auf 1,60 und 1,64 Meter im ersten Versuch, kam jedoch nicht über die 1,68 Meter.

Der alles überstrahlende Leichtathlet aus dem Düsseldorfer Quintett in Heilbronn war aber natürlich Gregory Minoue. „Der Deutsche Leichtathletik-Verband wird wohl bald feststellen, dass diese Disziplin nicht mit allzu vielen Top-Leuten besetzt ist. Da kann also noch einiges kommen für Gregory“, sagt Klaus Kirberg. Am kommenden Wochenende in Sonsbeck kommt aber erst einmal ein Zehnkampf auf den neuen U20-Hürdenmeister zu. „Das ist ein Spaßwettkampf für ihn. Wir achten darauf, dass der Spaß nicht zu kurz kommt“, so der Trainer. Ein Zehnkampf zur Erholung und Belohnung? Für Gregory Minoue scheint das genau so zu sein.

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