Große Freude, große Ansprüche

Was die alten Fans vom neuen Rhein Fire erwarten

Foto: Ralph Orlob

Für Ralph Orlob ist vor einigen Wochen ein jahrelanger Wunsch in Erfüllung gegangen: Rhein Fire kehrt zurück nach Düsseldorf. Früher war Orlob Fankoordinator für das Football-Team, kümmerte sich um 140 Fanklubs. Selbst als es 2007 vorbei war, blieben die Kontakte bestehen, vor allem über Facebook. Bis heute gibt es dort eine Rhein-Fire-Gruppe, die Orlob betreut. Die Vorfreude unter den rund 2200 Fans auf das neue Team ist riesig.

Herr Orlob, gleich mal ganz blöd gefragt: Wie sind Sie und all die anderen all die Jahre nach dem Ende von Rhein Fire dabei geblieben? Was macht ein Fan ohne Team?

Ralph Orlob: Die alte Fanszene war gut vernetzt, auch international mit Schotten, Engländern oder Holländern. Da hatten sich Fanfreundschaften gebildet, und auch nach 2007 gab es jedes Jahr Events, bei denen sich Leute aus ganz Europa getroffen haben. Sei es in Barcelona, sei es beim NFL-Spiel in London, wir haben auch mal eine Bustour mit 50 Leuten nach Schottland gemacht. Und es gab jedes Jahr eine Schiffstour mit 1300 Leuten, das lief noch bis vor zwei Jahren so.

Es gab mehr als zehn Jahre nach dem Aus von Rhein Fire noch jedes Jahr eine Schiffstour?

Orlob: Ja, wir hatten mit dem Knoten auch ein Kneipe in der Altstadt, in der wir uns jahrelang getroffen haben. Da haben wir dann NFL-Spiele geguckt. Das ist irgendwann etwas weniger geworden, aber ich würde die Hardcoreszene in Düsseldorf noch auf 1000 Leute schätzen.

Wie ist die Szene damals entstanden?

Orlob: Als Rhein Fire 1995 gegründet wurde, waren das vor allem Eishockeyfans, die ersten fünf Rhein-Fire-Fanklubs wurden alle von DEG-Fans gegründet. Es gab zwar einige wenige reine Football-Fans, aber die Szene war schon sehr dominiert von den DEG-Fans. Deswegen kam da auch der gleiche Spirit rein, dass man friedlich feiert und mit den Gegnern zusammen feiert. Von dort baute sich das alles auf.

Foto: André Steinberg

Football war ja längst nicht so populär wie heute…

Orlob: …für viele war Football damals noch Neuland, auch ich bin durch Rhein Fire zu meinem ersten Football-Spiel gekommen. Klar kannte ich die NFL, aber so wie heute mit Liveübertragungen im Fernsehen und Social Media war das damals ja nicht. Auch die Rhein-Fire-Gruppe bei Facebook wurde erst zwei Jahre nach dem Ende des Teams gegründet. Die hatte immer ein paar Hundert Mitglieder, als es im Juni/Juli konkreter wurde, dass Rhein Fire zurückkommt, kamen immer mehr Leute, heute sind es über 2200

Und welche Stimmung herrscht dort seit der offiziellen Rückkehr unter den Fans: Vorfreude oder Skepsis?

Orlob: Ich persönlich habe schon seit einem Jahr damit gerechnet, seit Juli wusste ich es dann fest, für viele andere kam das aber überraschend. Sie freuen sich, aber das Problem ist, dass die Ansprüche sehr hoch sind. Viele denken, dass es so wird wie früher, aber so wird es nicht sein, das ist 14 Jahre her. Das jetzt ist ein anderes Rhein Fire mit anderen Zuschauerzahlen, erst mal in einem kleineren Stadion, auch der finanzielle Background ist nicht da, um das so durchzuziehen wie früher. Aber trotzdem: Die Begeisterung ist groß.

Glauben Sie, dass noch mal so etwas entstehen kann wie früher?

Orlob: Das werden die ersten Heimspiele zeigen. Wie gesagt, die alten Fans werden mit sehr hohen Erwartungen kommen, da werden sicher ein paar enttäuscht sein. Aber es gibt ja noch andere Leute, wie meinen 25-jährigen Sohn, der ist mit der NFL groß geworden ist. Da wächst eine neue Generation Football-Fans heran, die geht mit einem anderen Anspruch zu den Spielen. Und bei denen kann ich mir schon vorstellen, dass sie begeistert sein werden. Man sieht ja, dass Rhein Fire bei Instagram schon mehr Follower hat als bei Facebook. Das sind zwei Welten, die da kommen: Die, die das von früher kennen, und die, auf die man aufbauen kann. Das wird ein Miteinander sein von Jung und Alt.

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