Heute schon „gehooped“?

Wie fang ich an, wie höre ich auf?

Gehen wir doch ein paar Jährchen in die Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 400 v. Chr. und ein Reifen tauchte plötzlich erstmals in einer Schrift auf. Darin hieß es: “Menschen mit schwacher Konstitution sollten den Reifenlauf zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit nutzen”.

Bemerkt? „ Reifenlauf”!

Nicht Hüfte schwingen, seltsame Verrenkungen veranstalten und debil dabei grinsen. Ursprünglich trieb man einen Holzreifen vor sich her und erst – wie sollte es anders sein – eine amerikanische Spielzeugfirma namens Wham-O Corp. erfand ihn 1958 neu und das in Plastik.

Der Hula (hawaiianischer Tanz) Hoop (englisch für Reifen) nahm seinen Siegeszug auf und selbst Artistinnen und Tanzsportler „hoopen“ was das Zeug hält.

Wie komme ich eigentlich darauf?Der WDR Düsseldorf brachte neulich eine Reportage – zu Wort kam u.a. eine Artistin aus der Landeshauptstadt – in der steif und fest behauptet wurde, dass man mit dem „Hoopen“ seinen Körper stählen, enorm Gewicht verlieren und mordsmässig Spaß haben kann. Spaß? Ja klar, besonders für Zuschauer, die sich herrlich beömmeln, wenn sich hüftsteife, stabil gebaute Menschen kreiselnd und kichernd in dem Plastikteil bewegen.

Also Anhänger des sportlichen Hüftschwungs: Geht lieber joggen, macht klassisches Home-Workout oder lasst es eher bleiben, sich wie ein Brummkreisel mit einem Stück Kunststoff zu bewegen.

Als dieser Absatz in meinem Haushalt die Runde machte und der erste Anpfiff langsam abklang, lag so ein buntes Teil vor meinen Füßen mit der unmissverständlichen Aufforderung: „Schau zu wie es geht und mach einfach mal, du Anfänger!“

Ein einziges Wort zwang sich permanent über meine Lippen und das sogar zwei Tage lang nach meiner Wackelei: „Aua!“

Ich hatte mörderischen Muskelkater in Bauch und im unteren Rücken. Nie wieder – garantiert und fest zementiert – werde ich so eine große Schnauze haben und dicke Arme machen, ohne es selbst einmal ausprobiert zu haben.

Hula Hoop ist absolut großartig, wenn man auf Muskelkater, Muskelaufbau, fröhlichen Sport und Umfangverringerung steht. Ich krieche gerne zu Kreuze.

Mea culpa Freunde des bunten Plastikringes.

Euer Heiko Sauer

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