Ich hab Knie, Rücken, keine Zeit und und und

….und so sieht das dann irgendwann einmal aus

Kennt man ja und Hand aufs Herz: Hat man doch schon mal rausposaunt, wenn irgendjemand übermotiviert und mit dem neuesten Laufequipment ausgerüstet zum Aktionismus aufrief oder?

Als ein Mensch, der sein ganzes Leben irgendeinen Sport trieb, mal sehr mal weniger regelmäßig und durch Covid-19 kalt erwischt wurde – die Fitnesstempel waren dicht – sich dann der Faulheit ergab und lediglich der Kau- und Beißmuskulatur ein Trainingsprogramm verschrieb, dieses in Form von Hüft- und Bauchausdehnung honoriert bekam, der steht jetzt von dem Dilemma, entweder sich altbekannter Ausreden zu ergeben oder sich in Form von Bewegung zu blamieren.

Meine Entscheidung fiel mir tatsächlich leicht, geschuldet dem Ganzkörperspiegel im Flur und dem Mangel an passgenauer Kledage im Schrank.

Der Urlaub an der Nordsee kombiniert mit einer entschlossenen Lebensgefährtin und großartigem Wetter brachte es mit sich, Morgens und ich betone „vor dem Frühstück“ eine Runde zwischen Ferienpark, Campingplatz und Lagune zu drehen.

Begann ich mit nicht mal 2 Kilometer in peinlicher Rollatorgeschwindigkeit und einem Atemrhytmus, der einem Kettenraucher zur Ehre reichte, so war nach einer Woche und täglicher Quälerei diese Distanz nicht nur kein Problem mehr, sondern ermöglichte es, anstatt permanentes Schnaufen, während des Laufens sogar ein entspanntes Gespräch zu führen.

Ganz zu Schweigen vom wohligen Gefühl, seinem geschundenen und vernachlässigten Körper Gutes getan zu haben.

Berufsbedingt habe ich mit echten Sportskanonen zu tun, neben Profi-Triathleten und Ultra-Läufern, auch Langstreckenschwimmern und Marathoni und ich passe da nur dazwischen, weil kaum einer mich persönlich kennt und eine große Klappe habe.

Wenn da über Six-Pack, Kaloriendefizit, Intervalltraining und Regenerationstools schwadroniert wird, bin ich nur deswegen ganz vorne dabei, weil ich es irgendwann einmal in grauer Vorzeit gelernt hatte, ganz sicher nicht, weil ich es auch nutze oder derzeit kann und habe.

„Noch“ schreibe ich jetzt einmal so leicht hin, denn eines habe ich wiedergefunden und ohne dieses geht im Leben nichts: Motivation!

Vorbei ist die Zeit des verschämten Wegguckens, wenn am Rhein in den Parks Düsseldorfs ganze Läuferschwadrone ihre Runden drehen, vorbei die Zeit, des arroganten Bemitleidends, dort auch Anfänger mehr taumeln als joggen zu sehen und auch vorbei das verständnislose Kopfschütteln, Dehnversuche und Stretching zwischen Bäumen, auf dem Rasen erleben zu müssen.

Für mich heisst es:

Arsch hoch, Schuhe an und mitmachen und es ist restlos egal, wie lang so eine Einheit geht.

Ob es nach Joggen oder Schwanken aussieht, ob man wie eine altersschwache Dampf-Lok schnauft oder ruhig atmet.

Einzig MACHEN ist angesagt, seinem Körper Gutes tun, nach dem Duschen ein tolles Gefühl zu haben, sich etwas gönnen zu können.

Es kann also sein, dass ihr demnächst und regelmäßig einen großen, etwas zu „vollen“ Typen am Rhein und in den Parks joggen seht, der zwar schwitzt wie ein Ultrasportler, jedoch gar nicht so aussieht und dabei noch debil grinst. 

Keine Angst Leute und macht einfach mit, es ist großartig für sich etwas zu tun!

Wir sehen uns, ich bin dann mal Laufen.

Euer Heiko Sauer

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