„Ich habe das Vertrauen nicht so gespürt“

Ricardo Walther verlässt die Borussia im Sommer

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

Der 29-Jährige kehrt nach zwei Jahren in Düsseldorf zum ASV Grünwettersbach zurück. Im Interview spricht der Deutsche Einzelmeister von 2020 über die Gründe für seinen Wechsel und welche Erwartungen er an die verbleibenden Monate beim Rekordmeister hat.

Herr Walther, wie schwer ist Ihnen die Entscheidung gefallen, die Borussia zu verlassen und was war ausschlaggebend?

Ricardo Walther: Es macht unheimlich Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen, in der es einfach einen guten Teamspirit gibt. Zudem bin ich im Rheinland zuhause. Von daher ist es mir schon schwer gefallen. In den vergangenen eineinhalb Jahren habe ich in wichtigen Spielen aber nicht das Vertrauen bekommen. Aber als Sportler musst du natürlich auch damit zurecht kommen, mal von der Bank aus zuzusehen.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie dann jetzt in die verbleibenden Monate, bevor es dann zurück zum ASV Grünwettersbach geht?

Walther: Am 9. Januar fällt die Entscheidung im Pokal, danach legen wir als Team den Fokus voll auf die Bundesliga. In der stehen wir bereits mit einem Bein in den Playoffs. Wir möchten die Hauptrunde als Tabellenerster abschließen. Für mich persönlich geht es darum, weiterhin meine Leistung zu bringen, mich weiterzuentwickeln und hoffentlich zu den Olympischen Spielen fahren zu dürfen.

Ist der Triumph in der Champions League der intensivste Moment in diesen zwei Jahren mit der Borussia gewesen oder ist es noch zu früh, das abschließend einzuordnen?

Walther: Seit meiner Rückkehr im Sommer 2019 war das der erste und bisher einzige Titel mit der Mannschaft. Das wollten wir nach zwei Halbfinals und dem Abbruch der Champions League in der vergangenen Saison unbedingt erreichen. Dieser Erfolg ist definitiv ein sehr intensiver Moment, der mir viel bedeutet. Aber wir sind noch nicht fertig, denn wir können noch zwei weitere Titel gewinnen.

Also ist das „Triple“ aus Ihrer Sicht absolut drin?

Walther: Auf jeden Fall. Jetzt haben wir noch mehr Selbstvertrauen und wissen nach dem Finale in der Champions League, dass wir auch gegen Saarbrücken gewinnen können – falls die es am Ende in die Playoffs schaffen. Ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft. Das „Triple“ ist sehr gut möglich.

Und dann verlassen Sie den Verein als möglicher „Triple“-Gewinner trotzdem. . .

Walther: In den zurückliegenden 14 Monaten habe ich nur drei Spiele im Trikot der Borussia verloren. Diese Bilanz spricht aus meiner Sicht für sich, viel besser geht es nicht. Aber wie schon gesagt: Ich habe das Vertrauen nicht so gespürt und ich möchte so oft wie möglich spielen.

Im Pokalhalbfinale geht es für Dang Qiu mit Grünwettersbach und für Sie mit der Borussia gegen den dann jeweils neuen Verein. Wie wird das sein?

Walther: Solche Situationen gab es für uns schön öfters in unserer Karriere. Das ist eher ein Thema für die Zuschauer oder die Medien. Ich habe ja nichts davon, wenn Grünwettersbach gegen uns gewinnt, den Pokal holt und ich danach zum ASV wechsle. Ich will das Ding mit der Borussia holen.

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