Ihr habt nichts zu verlieren DEG

Ich bin so ein Mensch, der sehr empfindlich reagiert, wenn das Fell des Bären bereits verteilt wird, ohne diesen schon vor der Flinte gehabt zu haben. Oder um einmal geografisch in die Mongolei zu springen: Man kann den Yak-Fladen erst aufsammeln, wenn das Rind das Gras verdaut hat und es sich dieses rückwärts und dampfend entledigt hat.

Die Eishockey News, etliche Fans in den „meinungsbildenden“ Social-Media-Plattformen und der eine oder andere Eishockey-Podcast bezieht zur Saison – und vor allem zur Platzierung – der DEG ziemlich deutlich Stellung und stuft sie weit unten in der Tabelle am Ende der Spielzeit ein.

„Abstiegskandidat“, „keine Play-Off-Chance“ und „zu schlecht besetzt“, sind ein paar Schlagworte, die im Zusammenhang immer wieder fallen.

Ich komme nochmal auf den Eingangssatz zurück und mein rebellischer Geist funkt umgehend Alarm, wenn ein Team schon im Vorfeld in die unterste Schublade abgelegt wird. Was habt ihr zu verlieren DEG?

Bild: Birgit Häfner

Ihr habt euch entschlossen, kein finanzielles Risiko einzugehen, ihr habt euch entschlossen, nur das Geld auch auszugeben, welches zur Verfügung steht und auch der Staat soll nicht erneut angezapft werden (siehe Diskussion über die Adler Mannheim), was wohlmöglich eine Alternative zur Füllung des klammen Portemonnaies wäre. Ich darf sagen: Aller Ehren wert

So kommt natürlich ein Team ohne wirklich große neue Namen zustande. Mit ehemaligen DEL2 Spielern (Stephen MacAulay, Carter Proft, Mike Fischer, Niklas Heinzinger oder David Trinkberger) die ihre Tauglichkeit beweisen müssen. Mit Spielern, die in der DEL teilweise schwer ins Laufen kamen (Niklas Postel, Luca Zitterbart, Cedric Schiemenz oder Jakob Mayenschein) und mit relativ unbekannten, jedoch interessanten ausländischen Cracks, die – zumindest den Namen ihrer Ex-Clubs und den offiziellen Statistiken nach – Hoffnung wecken (Joonas Järvinen, Jerry D‘Amigo, Brendan O‘Donnell oder Brett Olson).

Ob die Neuen solche gestandene Spieler wie Ken André Olimb, Nicholas Jensen, Maxi Kammerer oder Matt Cary ersetzen können? Ich weiß es nicht, meine Glaskugel spuckt auch nichts nennenswertes aus.

Wie oft – siehe zum Beispiel die Anfänge der Fischtown Pinguins Bremerhaven in der DEL – wurden die sogenannten Fachleute Lügen gestraft, da entstand aus vermeintlich grauen Mäusen stolze Schwäne oder wenigstens robuste Dachse.

Was spricht dagegen, dass gerade so ein neues Team zusammenwächst, eine Einheit wird und es den etablierten Teams zeigt? Ich sage dazu: „Jetzt erst recht DEG“.

Am Freitag in Krefeld und am Sonntag daheim gegen Augsburg sehen wir mehr und wenn beide Spiele gut laufen, dann bin ich mal gespannt, ob die Pessimisten eine Nuance stiller werden und den hängenden Mundwinkeln einem wohlwollenden Grinsen Platz machen.

Heja, Heja DEG!

Euer Heiko Sauer

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