„In Hanau nehmen wir die Favoritenrolle an“

ART Giants: Mark Gebhardt hofft auf zweite Play-off-Runde

Foto: Kenny Beele

von Norbert Krings

Mark Gebhardt zählt bei den ART Giants zu den Leistungsträgern. Oft genug ist er für die „harte Arbeit“ zuständig, wenn es darum geht den Spielmacher des gegnerischen Teams auszuschalten. Wir sprachen mit dem 26-Jährigen über das ausgefallene Spiel gegen Bochum und über den bisher sehr gelungenen Verlauf der Saison in der 2. Basketball Bundesliga ProB.

Herr Gebhardt, wie traurig sind Sie, dass am Donnerstag das Spiel gegen Ihren Ex-Klub Bochum wegen eines Corona-Falls beim Gegner abgesagt werden musste?

Mark Gebhardt: Ich hatte mich sehr gefreut, ein drittes Mal in dieser Saison gegen meinen alten Verein zu spielen. Das Hinspiel hatten wir gewonnen und das Rückspiel nur knapp verloren. Wir waren alle heiß – vor allem nach der Niederlage in Karlsruhe, um zu zeigen, dass wir es gegen einen starken Gegner besser können. Es ist schade, aber so können wir uns vielleicht noch besser auf dieses Spiel vorbereiten.

Als Ex-Bochumer werden Sie dann einige alte Mitspieler treffen…

Gebhardt: Es gibt dort noch einige bekannte Gesichter, und ich werde sicherlich alte Freunde treffen. Und auch andere Leute aus dem Verein sehe ich gerne wieder.

Bochum zählt zu den Aufstiegsfavoriten, was macht das Team so stark?

Gebhardt: Die Mannschaft hat sich sehr gut verstärkt, mit Spielern die höherklassig, vor allem in der ProA, gespielt haben. Corona hat den Verein nicht so hart getroffen, so dass viele Spieler nach der vergangenen Saison verlängert haben. Das Team hat eine große Tiefe, das bedeutet: jede Position ist doppelt sehr gut besetzt. Die beiden besten deutschen Spieler sind in Bochum aktiv. Aber wir haben diesen Gegner schon bezwungen und rechnen uns deshalb auch Chancen aus, wenn das Spiel in der ersten Play-off-Runde dann zum Schluss ausgetragen wird.

Mark Gebhardt auf dem Weg zum Korb. Foto: Beele

Was können die ART Giants diesem Favoriten entgegensetzen?

Gebhardt: Bochum hat ebenso wie wir eine starke Offense, aber unsere Defense hat bereits gezeigt, wie sie dieser Mannschaft erfolgreich begegnen kann. Mit Teamplay, großartiger Motivation und Kampfgeist können wir dann mehr als nur bestehen. Wir müssen auch an uns glauben.

Ihre Art zu spielen, ist von Schnelligkeit, Aggressivität und Beweglichkeit geprägt. Freuen Sie sich auf diese Art von Spielen?

Gebhardt: Ich habe meist die Aufgabe, die Aufbauspieler oder die gefährlichsten Spieler des Gegners zu verteidigen. Das ist dann meist eine Herausforderung, den Spielfluss zu stören und zu zeigen, was man kann. Wenn diese Leute nicht ihr normales Spiel zeigen oder Fehler machen, ist das für mich ein Erfolg.

Was macht denn die ART Giants in dieser Spielzeit so stark, dass sie oben mitspielen können?

Gebhardt: Wir sind fast ein komplett neues Team. Das Glück war, dass wir uns alle so ein wenig kannten, schon länger auch in dieser Liga gespielt haben. Wir verstehen uns super und haben ein ähnliches Verständnis von diesem Spiel. Zudem passt die Teamchemie auch außerhalb des Feldes, wir haben Spaß miteinander. Das macht uns als neuaufgebautes Team so stark. Wir haben uns einfach schnell gefunden und harmonieren, weil jeder seine Rolle im Team übernimmt. Es kommt also nicht mehr auf einen oder zwei Spieler an, sondern die Verantwortung ist auf mehrere Schultern verteilt, auch wenn das Augenmerk meist auf Spielmacher Dennis Mavin liegt.

Trotzdem hat Ihre Mannschaft einige Spiele knapp und unglücklich verloren. Wie sehr ärgert Sie zum Beispiel die 81:89-Niederlage zum Play-off-Auftakt in Karlsruhe?

Gebhardt: Das war wirklich die ärgerlichste Niederlage in dieser Saison. Wir hatten so sehr auf einen guten Start in die Play-offs gehofft. Eigentlich sah es nach dem dritten Viertel so aus, als könnten wir die Begegnung sicher nach Hause fahren. Dann wäre unsere Ausgangslage jetzt deutlich besser. Aber auch zu Beginn der Saison gab es zwei, drei völlig unnötige Niederlagen. Ansonsten wären wir sicherlich unter den ersten Vier gelandet.

 

„Wir hätten gerne den Düsseldorfern gezeigt, dass die Stadt ein so gutes Basketball-Team hat.“

Mark Gebhardt

Wie stark ist der dritte Gegner am Sonntag, wenn es nach Hanau geht?

Gebhardt: Hanau ist Achter der Südstaffel geworden, hatte als ProA-Absteiger viele Spieler verloren und war nicht ganz so erfolgreich. Wir rechnen uns jetzt gute Chancen aus, dort zu gewinnen. Das müssen wir allerdings auch, um uns eine halbwegs passable Ausgangsposition vor dem dann letzten Spiel gegen Bochum zu erspielen. Das Augenmerk liegt jetzt ganz klar auf Hanau, und wir müssen dort mit der Favoritenrolle klarkommen, die wir aber auch annehmen.

Welche Ziele setzt sich die Mannschaft und welches Ziel haben Sie persönlich?

Gebhardt: Vom Verein war der Klassenerhalt als Ziel vorgegeben, als Team haben wir unbedingt die Play-offs erreichen wollen, was uns auch gelungen ist. Mein persönliches Ziel war neben den Play-offs so gut wie möglich abzuschneiden. Im Laufe der Saison haben wir gemerkt, dass wir das Saisonziel tatsächlich nach oben korrigieren konnten. Wir wollten dann auf Platz vier landen, sind aber auch so schon mit Platz fünf punktgleich mit dem Vierten mega-zufrieden. Und jetzt sind wir ehrgeizig genug, um noch mehr zu erreichen. Wir haben das Gefühl, dass wir es verdient haben, in die zweite Play-off-Runde zu gelangen.

Mark Gebhardt versenkt den Ball sicher im Korb. Foto: Beele

Ist es ein Problem für die ART Giants, dass keine Fans die Spiele begleiten?

Gebhardt: Ein Vorteil war, dass wir in der Comenius-Halle, in der wir auch spielen, viel öfter trainieren konnten. Niemand ist bei uns krank geworden. Was natürlich ohne Ende fehlt, sind die Fans. Ich kann mich gut erinnern, dass in Düsseldorf in der Halle immer etwas los war, wenn ich dort gespielt habe. Zudem hätten wir gerne den Düsseldorfern gezeigt, dass die Stadt ein so gutes Basketball-Team hat – im Vergleich zum Jahr davor. Der Extra-Schub von den Rängen hat uns in einigen Spielen sehr gefehlt.

Wie gefällt Ihnen denn die Stadt Düsseldorf?

Gebhardt: Ich bin jetzt wieder in meine Heimatstadt nach Moers zurückgezogen und pendle jeden Tag nach Düsseldorf. Ich kenne also die Autobahn A 57 besser als die Stadt Düsseldorf, weil wir wegen Corona auch wenig in der Stadt unternehmen können. Ich fühle mich wohl bei den ART Giants, weil auch der Verein gut geführt wird, das Team in Ordnung ist und auch Trainer und Organisation passen. Das gefällt mir gut, die Leistung stimmt, ich habe meine Rolle gefunden und ich konnte mich weiterentwickeln. Den Wechsel bereue ich in keinem Fall, und so ist Düsseldorf eine klare Option für die nächsten Jahre.

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