Irre Wende im Bikini-Streit: „Das ist eine Lüge“

Sorgt Düsseldorfer Duo für Umdenken?

Foto: Archiv

von Jan Wochner

Vorhang auf für das nächste skurrile Kapitel im Bikini-Streit beim internationalen Beachvolleyball-Turnier in Doha. Karla Borger und Julia Sude vom TEAM 2021 Düsseldorf hatten ihre Startzusage zurückgezogen, weil die Veranstalter im Emirat die Spielerinnen zum Tragen von langer Kleidung verpflichten wollten. Jetzt gibt es offenbar die Rolle rückwärts.

„Wir möchten klarstellen, dass wir keine Forderungen stellen, was die Athleten bei der Veranstaltung tragen sollen“, teilte der katarische Volleyball-Verband der Nachrichtenagentur AFP mit. Und weiter hieß es im Statement: „Wir haben in der Vergangenheit bei zahlreichen Veranstaltungen in Katar gezeigt, dass es den Athleten freisteht, in internationalen Uniformen anzutreten, wie sie es in anderen Ländern auch tun würden.“

Kleiderordnung war in den Turnier-Regularien vermerkt

Die Reaktion aus dem Lager von Borger/Sude ließ nicht lange auf sich warten. „Das ist eine Lüge“, erklärte Constantin Adam, Manager des Düsseldorfer Beachvolleyball-Duos: „In den Turnier-Regularien vom 16. Februar steht es so eindeutig schwarz auf weiß.“ Frauen sollten demnach T-Shirts mit Ärmeln und knielange Hosen tragen. Der Veranstalter hatte sogar Skizzen mit der Kleiderordnung veröffentlicht und auf die örtliche Kultur und Tradition verwiesen.

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Beachvolleyball-Manager Constantin Adam. (Foto: Beele)

Karla Borger und Julia Sude hatten deshalb ihren Start in Katar abgesagt und mit ihrem Statements weltweit Beachtung gefunden. „Das ist wirklich das einzige Land und das einzige Turnier, wo wir von einer Regierung vorgeschrieben bekommen, wie wir unsere Arbeit auszuüben haben, und das kritisieren wir“, hatte Borger gesagt.

Borger/Sude trainieren aktuell auf Fuerteventura

Anders als andere Duos, auch aus Deutschland, sind Borger und Sude auf den Start im Emirat nicht angewiesen. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio haben die zwei Profis aus dem TEAM 2021 Düsseldorf schon längst sicher. „Die Entscheidung, dort nicht zu starten, ist jetzt auch gefallen. Das wird sich jetzt auch nicht ändern, selbst wenn die Spielerinnen vor Ort im Bikini antreten dürfen“, stellte Manager Constantin Adam klar.

Borger/Sude haben längst umgeplant, sind für ein mehrwöchiges Trainingslager nach Fuerteventura geflogen. Immerhin: „Wenn sich etwas am Vorhaben der Turnier-Veranstalter geändert haben sollte, dann freuen sich Karla und Julia, dass sie geholfen haben, für Gleichberechtigung zu sorgen.“

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