„Jeder, der jetzt nicht heiß ist, hat was falsch gemacht“

Mathias Iking spricht über den Wasserball-Start

Foto: DSC 98

von Norbert Krings

Für die Bundesliga-Wasserballer des Düsseldorfer Schwimmclub 1898 beginnt am Samstag nach über einem Jahr wieder der Ligabetrieb. Im März 2020 fand das letzte Pflichtspiel statt.

Die Spieler des Düsseldorfer SC 98 befinden sich bereits seit August im Training auf die Saison 2020/2021, deren geplanter Beginn im Spätherbst aufgrund des Infektionsgeschehens mehrmals verschoben werden musste. Die Wasserballer durften auch während des Lockdowns durchgehend trainieren und aufgrund eines strengen Hygienekonzepts konnten Corona-Ausbrüche innerhalb der Mannschaft erfolgreich vermieden werden.

Strenge Hygieneauflagen und ein ausgefeiltes Testkonzept sollen einen möglichst sicheren Spielbetrieb ohne Publikum für Spieler, Trainer und Offizielle ermöglichen. Gespielt wird im Turnierformat mit jeweils zwei Vorrunden- und Zwischenrundenturnieren sowie anschließenden Platzierungsspielen. So soll die Saison bis Ende Juni beendet werden.

Das erste Vorrundenturnier für den DSC findet an diesem Wochenende in Krefeld-Uerdingen statt. Am Samstag heißt der erste Gegner (17 Uhr) SV Würzburg 05, in den Partien am Sonntag geht es gegen die SGW Köln (12 Uhr) und Gastgeber Uerdingen (17 Uhr). „Nach dieser langen Pause freut sich die gesamte Mannschaft darauf, die Kappen wieder schnüren zu dürfen“, sagt Mannschaftskapitän Joost van Kaathoven. Mit gleich drei Spielen an zwei Tagen wird die Belastung und Herausforderung sehr hoch sein“

Wir sprachen mit Düsseldorfs Wasserballwart Mathias Iking über den Saisonstart.

Herr Iking, es hört sich so an, als würde es nur die Turnierform und keine richtige Ligasaison geben. Stimmt das so?

Mathias Iking: Es gibt eine Liga und hinterher Platzierungen von 1 bis 16. Aber die Liga ist unterteilt in zwei Gruppen aufgrund der Heterogenität der Leistungsstärke. Das nennt sich italienisches Modell. Die Liga ist zwar durchlässig, aber die Unterschiede sind zu groß. So sind beide Gruppen noch mal halbiert und jeweils vier Teams spielen dann in Turnierform. Es gibt eine Vorrunde, eine Zwischenrunde und noch mal Platzierungsspiele. Anhand der Tabelle der vergangenen Saison sind die Gruppen quasi nach Setzliste aufgeteilt.

Mathias Iking arbeitet hart für den Erfolg von Düsseldorfs Bundesliga-Wasserballern. Foto: PK

Wie sehr freuen Sie sich auf den Start?

Iking: Es ist wichtig, dass wir nach einem Jahr Spielpause wieder einen offiziellen Spielbetrieb herstellen. Auch wenn dies für alle Beteiligten einen immensen Aufwand bedeutet, um die hierfür nötige Sicherheit zu gewährleisten, stellen wir uns gerne dieser Aufgabe. Das sind wir unseren Athleten schuldig, die sich nun schon seit Monaten in den Dienst des Vereins stellen und ihre Trainingseinheiten gewissenhaft absolvieren.

Wie ist der DSC aufgestellt?

Iking: Im vergangenen Jahr gab es einige personelle Veränderungen. Nach Düsseldorf zurückgekehrt sind Jonas Lindner und Dirk van Kaathoven, die nach Aufenthalten in München beziehungsweise Frankfurt wieder für den DSC ins Wasser steigen werden. Aus dem Ausland konnten überdies weitere Spieler verpflichtet werden. Nikitas Paraskevopoulos vom griechischen Erstligisten Panathinaikos Athen ist unser neuer Torwart. Harry Gray ist aus Schottland an den Rhein gewechselt und verstärkt mit seiner Schnelligkeit den Flügel des DSC. Beide konnten bereits hervorragend sportlich, beruflich und sozial in Düsseldorf integriert werden. Die Routiniers Bastian Lehmann und Frank Gerster sowie Thomas Hunt und Thomas Manley sind zum Studium in ihre englische Heimat zurückgekehrt, während Torwart Tomo Bujas zum Ligarivalen Uerdingen gewechselt ist.

Welche Chancen hat die Mannschaft in den Vorrundenturnieren?

Iking: Wenn mich unsere Mannschaft nicht sehr überrascht, werden wir wohl kaum über die Relegation für die obere Gruppe nachdenken können. Die Liga insgesamt ist wegen Corona eine große Unbekannte. Es gab kaum Trainingsspiele und wenig Nachrichten von den anderen. Der Dritte und der Achte der B-Gruppe waren eng beieinander, und da hat sich wohl auch wenig dran geändert. Ich kann deshalb nur auf uns schauen. Wir haben die Qualität auf jeden Fall gesteigert. Die große Breite im letzten Jahr haben wir ausgedünnt und nur die Spieler gehalten, die das nötige Potenzial haben und sich steigern können. Wir sind zusammengerafft auf einen Grundkader von 25 Spielern und zwei Trainern. Die Jungs halten sich seit August fit. Man muss sich das so vorstellen, als halte man einem Esel eine Karotte vor die Nase, und der durfte nicht zubeißen. Ungeduld und Vorfreude sind riesig. Wir wollen uns bestmöglich platzieren und auf keinen Fall auf dem letzten Platz landen.

Und für die Funktionäre gibt es mehr Arbeit…

Iking: Das ist richtig. Die Menge der ganzen organisatorischen Aufgaben ist durch die Pandemie deutlich größer geworden. Es ist ein Papierkrieg, man muss alle Testungen strukturieren. Alle Sicherheitsmaßnahmen müssen zudem gewährleistet sein. Aber das machen wir gerne. Das sind wir unseren Sportlern schuldig, weil sie sich seit August in das harte Training schmeißen. Jeder, der jetzt nicht heiß ist, hat etwas falsch gemacht. Im Hintergrund arbeiten wir dafür, dass wir die Mannschaft noch weiterentwickeln. Es ist auch mein Anspruch, jede Saison einen Schritt nach vorne zu kommen, den Kader zu verbessern und die Strukturen professionalisieren. Dafür arbeite ich sehr gerne.

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