Jessie Maduka: „Ein bisschen wie Weihnachten“

Dreispringerin peilt nach dem Re-Start eine DM-Medaille an

Foto: Franke, ART Düsseldorf

von Tobias Kemberg

Die 24-Jährige freut sich, dass es doch noch eine Saison gibt und bereitet sich nun auf die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig vor.

Spazierengehen am See, Zeit mit Mama verbringen und sich mental sowie physisch erholen. Jessie Maduka hat der langen Corona-bedingten Pause auch etwas Gutes abgewinnen können. „Die Pause war zum Durchatmen eigentlich ganz gut. Ein bisschen Abschalten vom Leistungssport tat mir durchaus gut“, sagt die für den ART startende Leichtathletin. Doch inzwischen ist die Erholungsphase in Schleswig-Holstein vorbei, die 24-Jährige ist zurück in Düsseldorf und bereit zu großen Taten.

Mit dem „Back on track“-Meeting in Dortmund ging es vor einer Woche endlich wieder los. 11,86 Sekunden über 100 Meter, Platz eins. Tags darauf in Essen der erste Dreisprung-Wettkampf nachdem der Leistungssport die generelle Pause-Taste gedrückt hatte. 13,45 Meter, Platz zwei. „Dortmund war mehr zum Spaß haben und nicht, um irgendetwas zu erreichen. Mit dem Wettkampf in Essen war ich dann sehr zufrieden. Das war meine beste Weite seit eineinhalb Jahren. Und das, obwohl ich in den Trainingstagen zuvor nicht einmal aus vollem Anlauf gesprungen bin“, erzählt Maduka.

Vor allem in Essen-Überruhr sei das Gefühl „ein bisschen wie Weihnachten gewesen“, sagt die Athletin aus dem Stockheim Team Düsseldorf. Endlich wieder Leistungssport, endlich wieder der sportliche Wettbewerb. „Es gab einen Punkt in den vergangenen Wochen, da habe ich nicht mehr damit gerechnet, dass wir noch eine Saison bestreiten dürfen. Plötzlich aber ging alles ganz schnell“, blickt Maduka zurück, die 2018 ihren College-Abschluss an der renommierten UCLA in Kalifornien machte. „Zwei aus meiner Trainingsgruppe studieren derzeit in den USA. Ich habe schon das eine oder andere Mal darüber nachgedacht, wie das Studium dort gerade ist und welche Probleme es in Amerika gibt. Da habe ich dann schon mal zu mir gesagt: ,Gut, dass du fertig bist.’“

Das gilt für die Ausbildung, aber die verspätet in Gang gesetzte Leichtathletik-Saison geht ja nun erst so richtig los. Bis zum zweiten August-Wochenende stehen für Maduka noch weitere Starts in Osterode am Harz sowie in Rhede an, danach holt sich die Düsseldorferin im Training mit Ralf Jaros den Feinschliff für den Saisonhöhepunkt. „Die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig werden ohne Publikum stattfinden. Das ist schon ein Faktor. Und insgesamt ist das natürlich schon eine komische Saison durch all die Begleitumstände“, sagt Maduka. Dennoch soll am 8. und 9. August bei der DM eine Medaille her. Und welche? Die Farbe sei aktuell komplett offen, wie sie betont. Wer dann über 14 Meter springt, dürfte jedenfalls enorm gute Karten haben.

Doch wie viel Wehmut schwingt derzeit mit, nachdem der noch im Winter avisierte Saisonhöhepunkt verschoben wurde? „Für mich ist das prinzipiell ganz gut. Ich habe schon vor der Corona-Pandemie betont, dass ich noch ein Jahr gebrauchen könnte, um mich dahin zu bringen, wo ich für Olympische Spiele hin muss“, gibt Maduka zu. Jetzt liegt der Fokus aber erst einmal voll auf den Deutschen Meisterschaften. Mit Tokio beschäftigt sich die Dreispringerin danach wieder. Schritt für Schritt in Richtung Olympia, Schritt für Schritt zurück in die sportliche Normalität. So wie beim Anlauf im Dreisprung.

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