Kieffer voller Spannung und Neugier

Düsseldorfer Golfer vertritt Deutschland in Tokio

Max Kieffer Foto: K. Beele

von Jan Wochner

Wie gut Max Kieffer Golfen kann, hat er dieses Jahr schon bewiesen. Zwei Mal schrammte der Düsseldorfer als Zweiter nur hauchzart an einem Sieg auf der topbesetzten European Tour vorbei. In Tokio vertritt er Schwarz-Rot-Gold beim Golf-Wettbewerb. 

Wir haben den 31-Jährigen kurz vor seiner Abreise in die japanische Hauptstadt exklusiv zum Interview sprechen können.

Wie sieht der Zeitplan aus bis zum ersten Abschlag in Tokio?

Max Kieffer: Ich bin erst vor wenigen Tagen aus Schottland wiedergekommen und werde jetzt ein wenig in der Heimat trainieren, da ich zuletzt nicht so gut gespielt habe. Am Donnerstag geht es dann nach Tokio, dort werde ich mich dann einige Tage lang akklimatisieren. Dann startet die viertägige Vorbereitung auf das Turnier. Leider ist mir etwas dazwischengekommen, weil mich auf der Driving Range vor wenigen Tagen etwas gestochen hat. Die Hand ist danach so angeschwollen, dass ich eine kurze Pause einlegen musste.

Wie ist die Form?

Kieffer: Ja, die Form war leider schlecht. Zuletzt in Schottland ging gar nichts. Das lange Spiel war einfach schlecht und ich hatte auch technisch einige Fehler im Schwung. Deswegen wäre es gut, dass ich jetzt noch ein paar Tage fürs Training in der Heimat fit werde. 

Was macht das mit der Erwartungshaltung für den Wettbewerb?

Foto: European Tour

Kieffer: Die Erwartungshaltung für Tokio ist unter den Voraussetzungen leider nicht so hoch. Meine Anfahrt zum Platz liegt bei eineinhalb Stunden, andere Golfer wohnen direkt am Kurs. Das ist schon ein Nachteil. Aber im Golf weiß man nie, da ist viel von der Tagesform abhängig. Ich habe dieses Jahr einige Wochen schon in toller Form gespielt. Wenn ich in diese Form gelange, dann kann ich sicher vorne mitspielen.

Erwächst aus der Tatsache für Deutschland abzuschlagen, ein ganzes Land zu vertreten, so etwas wie zusätzlicher Druck? Oder vielleicht auch ein unbekanntes Verantwortungsgefühl?

Kieffer: Da habe ich mir noch gar nicht so viele Gedanken gemacht. Ich habe mich eher auf die Erfahrung und das Gefühl gefreut, mein Land vertreten zu können. Aber jetzt wo du es ansprichst (lacht)… Natürlich ist da ein wenig mehr Druck dabei. Die öffentliche Wahrnehmung geht über den Sport hinaus. Mich sprechen mehr Menschen an, die sonst nicht jedes Turnier verfolgen. Aber eigentlich mache ich mir selbst auch genug Druck. Und das ist auch etwas Gutes. Hoffentlich bin ich auch in Tokio nervös. Denn das hilft wach zu sein und einen guten Fokus zu bekommen.

Wieviel Flair ist überhaupt zu erwarten oder wird das ein eher unpersönlicher Wettkampf, auf den man sich pandemiebedingt einstellen muss?

Kieffer: Das weiß ich auch noch nicht genau, da bin ich auch gespannt. Die Coronaregeln, die wir bekommen haben, sind schon extrem. Wie es genau vor Ort wird, kann ich noch nicht sagen. Aber ich freue mich auf die Reise, mit den Deutschland-Klamotten in den Flieger zu steigen. Aber meine Erwartungen sind vor allem von Spannung und Neugier geprägt.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in Tokio.

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