Laufen, springen, drücken

Rhein Fire führt Sichtungstraining durch

Foto: Kenny Beele

von Tobias Kemberg

200 Spieler kamen ins CASTELLO um sich bei speziellen Übungen nach NFL-Vorbild für einen Kaderplatz zu empfehlen. Einige gingen schon mit einem Vertragsangebot nach Hause, der Rest erhält im Januar eine weitere Chance, bevor die Verantwortlichen die Datenmengen auswerten und ihre Entscheidungen treffen.

In der National Football League gehört der „Scouting Combine“ zu den wichtigsten Terminen zwischen zwei Saisons. Die besten College-Spieler kommen für mehrere Tage zusammen, absolvieren bestimmte Übungen und hinterlassen so vor dem Draft, der alljährlichen Spielerauswahl der NFL, noch einmal eine ganz besondere Visitenkarte in Bezug auf ihre Fähigkeiten.

Ein solches Sichtungstraining veranstaltete nun auch Rhein Fire – natürlich nicht mit College-Spielern und nicht live begleitet von mehreren Fernsehstationen. Doch der ab 2022 in der European League of Football (ELF) aktive Klub zog seinen eigenen Combine im CASTELLO durchaus groß auf. 200 Spieler wurden eingeladen, vorher ausgewählt aus den abgegebenen 680 Bewerbungen.

Läufe über 40 Yards, möglichst weite und hohe Sprünge aus dem Stand, Bankdrücken oder der für schnelle Richtungswechsel und die Beschleunigung auf kurzen Strecken typische „Cone Drill“ wurden unter Einhaltung aller Hygiene- und Sicherheitsregeln durchgeführt. „Jetzt sitzen wir vor einem großen Berg von Daten, den es zu sortieren und auszuwerten gilt“, sagt Martin Wagner, Co-Founder und Pressesprecher von Rhein Fire. „Nicht alle, bei denen die Zahlen gut aussehen, sind automatisch gute Footballspieler. Da muss man schon genau hinschauen.“

Runningback Jason Aguemon überzeugte besonders

Unter dem Strich waren die Coaches mit den gezeigten Leistungen aber zufrieden. Einige Spieler beeindruckten sogar so sehr, dass die Verantwortlichen dem einen oder anderen Kandidaten gleich einen unterschriftsreifen Vertrag mit auf den Heimweg gaben. Zu diesen gehört unter anderem der französische Runningback Jason Aguemon. Der ehemalige Bobfahrer war zuletzt für die Leipzig Kings aktiv und spielte in der German Football League (GFL) schon für die Lübeck Cougars.

„Mit den Cologne Centurions sitzt ein Rivale direkt um die Ecke. Da musst du manchmal eben schnell sein“, erklärt Wagner. „Insgesamt war das ein Combine auf sehr hohem Niveau. Für den 8. Januar ist eine zweite Runde geplant, zu der wahrscheinlich noch mal alle eingeladen werden.“

Foto: Kenny Beele

Verhandlungen mit Wunsch-Cheftrainer auf der Zielgeraden

Ob Rhein Fire bis dahin schon den neuen Cheftrainer vorgestellt hat, ist noch offen. Doch die Gespräche mit dem Wunschkandidaten sind in eine entscheidende Phase eingetreten, wie Wagner verlauten lässt. Dabei handelt es sich um einen erfahrenen Coach aus der NFL, der in den USA auch bereits als Head Coach gearbeitet hat.

Im Laufe des nächsten Monats soll dann das Grundgerüst des Teams stehen. „Bis zum 1. April haben wir Zeit, aber wir möchten natürlich so zügig wie möglich mit der Kaderplanung fertig werden, um Teile des ersten Quartals von 2022 für das Teambuilding zu nutzen“, verrät Wagner.

Zwei der vier Kaderplätze für US-Amerikaner sind wohl pünktlich zum Weihnachtsfest vergeben. Ein Quarterback und ein Wide Receiver sollen noch in dieser Woche ihre Verträge erhalten. Auch hier lässt sich Wagner bei den Namen nicht in die Karten schauen. Aber: Der Quarterback zählte bis zum Sommer noch zum Kader der Miami Dolphins, der Wide Receiver bringt GFL-Erfahrung mit. Das neue Rhein-Fire-Team nimmt noch vor dem Jahreswechsel immer mehr Formen an.

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